Die Jahre 1123-1125.
1123. Reinhard, Bischof von Halberstadt,
starb; für ihn wird Otto eingesetzt. Theoderich, Bischof von Zeitz,
wird unvermuthet getödtet; für ihn wird Richwin eingesetzt. Graf
Ludewig, welcher Mönch geworden, starb eines seligen Todes. Markgraf
Heinrich der Jüngere starb; für ihn stellte der Kaiser zwei Markgrafen
auf; einen gewissen Wigbert, der sehr reich war, und den Grafen Hermann
von Winzinburg. Aber die sächsischen Grafen Adelbert und Conrad, gestützt
auf die Hilfe Herzog Luthars und der
übrigen Sachsen, vertreiben dieselben und reißen ihre Burgen
und ihre Würden an sich. Als ungefähr um dieselbe Zeit Bischof
Adelbert von Mainz von den Leuten, welche die Mark Duderstadt bewohnten,
den Fruchtzins forderte und diese heftigen Widerstand leisteten, ereignete
es sich, daß einige von ihnen durch die Leute des Bischofs getödtet,
andere verstümmelt, nicht wenige aber gefangen fortgeführt wurden.
Hierdurch erschreckt und Gleiches für sich befürchtend, kommt
das Volk der Thüringer aus allen Theilen seines Landes auf dem Berge
Treteburg zusammen. Und schon schickten sie sich an, in die Stadt Erfurt,
in welcher sich der Bischof damals gerade aufhielt, mit zwanzigtausend
Mann unter Anführung des Grafen Heinrich einzudringen, und würden
ihr Vorhaben in der That ausgeführt haben, wenn nicht der Bischof,
wie er denn ein mit natürlichem Verstande begabter Mann war, sie durch
kluge Vorstellungen davon abgebracht hätte. Burchard, früher
Abt zu Erfurt, welcher die Abtswürde verloren, starb zu Lorsch.
1124. Markgraf Wigbert, der auch Mönch war,
starb.
1125. Richwin, Bischof von Zeitz, starb; für
ihn wird Uto eingesetzt, dessen Amtsführung den besten Anfang hatte.
Calixtus II. starb; für ihn wird Honorius eingesetzt.
Heinrich, der
vierte Kaiser dieses Namens und als König der fünfte,
starb am 23. Mai. Zu dieser Zeit war in den drei aufeinander folgenden
Nächten vor dem Tode des Königs eine so ungeheure Kälte,
daß in den meisten Theilen des Reiches das Getreide, der Wein und
die Früchte größtentheils zu Grund
gingen.
Lothar, Herzog
von Sachsen, wird zu Mainz zum König erwählt und zu Aachen
als König geweiht.
Ein gewisser Otto, welcher die Herrschaft über die
Mähren genannte Provinz hatte, ging Lothar
mit Bitten an und beklagte sich, daß er des Herzogthums der Böhmen,
seines Erbes, ungerechter Weise beraubt worden sei. Der König kündet
also Udalrich, dem damaligen Herzog der Böhmen, nachdem dieser die
ihm nach dem Rathe der Fürsten gewährte Frist hatte verstreichen
lassen, öffentlich den Krieg an.
Rugger, Bischof von Magdeburg, starb; für ihn wird
Norbert eingesetzt.
9) Der Kaiser hatte Weihnachten zu Goslar gefeiert
und dahin Herzog Lothar von Sachsen, Bischof Reinhard von Halberstadt,
den Pfalzgrafen Friderich den Aelteren von Sommerschenburg und den Markgrafen
Rudolf von Stade, deren Treue verdächtig geworden war, vorladen lassen.
Da sie sich nicht stellten, begann er die Feindseligkeiten mit der Besetzung
von Braunschweig und der Verwüstung von Halberstadt.