Wichmann (I)                                            Graf
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Sohn des Grafen N.N.
 

Reichsannalen
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811.
 

Nachdem der Spatharius Arsasius, so hieß nemlich der Gesandte des Kaisers Niciforus, seinen Auftrag beendet hatte und wieder entlassen war, wurden zur Befestigung des Friedens vom Kaiser der Bischof Haido von Basel, der Graf Hugus von Tours  und der Langobarde Aio von Friaul nach Konstantinopel abgesandt, mit ihnen reiste der Spatharius Leo, ein Sicilianer von Geburt, und der Herzog Willeri von Venedig, von denen der eine vor zehn Jahren aus Sicilien zum Kaiser während seines Aufenthalts in Rom geflohen war und nun nach seinem Wunsch wieder in die Heimath zurückgeschickt wurde, der zweite ob seiner Treulosigkeit seiner Würde entsetzt war und nach Konstantinopel vor  seinen Herrn gebracht werden sollte.

Der zwischen dem Kaiser und dem Dänenkönig Hemming beschlossene Friede wurde wegen des äußerst kalten Winters, der den gegenseitigen Verkehr unmöglich machte, nur als Waffenstillstand  betrachtet, bis bei der Wiederkehr des Frühlings, als sich die durch  den harten Frost geschlossenen Wege öffneten und nun von Seiten beider Völker, der Franken nemlich und der Dänen, zwölf  vornehme Männer an der Eider zusammentraten, nach Recht und Brauch sich einander den Eid nahmen und so den Frieden fest abschlossen. Die Großen waren von fränkischer Seite folgende: der Graf Walach Bernhards Sohn, der Graf Burchard, der Graf Unroch, der Graf Uodo, der Graf Meginhard, der Graf  Bernhard, der Graf Egbert, der Graf Theotheri, der Graf Abo, der Graf Ostdag und der Graf Wigman. Von Seiten der Dänen  aber waren es insbesondere die Brüder Hemmings, Hankwin und Angandeo, sodann noch von andern in ihrem Volk angesehenen  Leuten, Osfred mit dem Beinamen Turdimulo, Warstein, Suomi,  Urm, noch ein anderer Osfrid Heiligen Sohn und Osfred von  Sconaowe, Hebbi und Aowin.

Wenskus Reinhard: Seite 242
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"Sächsischer Stammesadel und fränkischer Reichsadel"

A. K. Hömberg sieht in dem Grafen Wichmann, der von den fränkischen Reichsannalen als einer der Unterhändler an der Eider zu 811 genannt wird, als den "Urahnen des Geschlechts". Dieser Wychmannus comes tradiert um 825 10 Hufen in Dungen (südöstlich der Oldenburg = Alt-Schwalenburg) im Wetigau an Corvey, wobei ein Hermann als erster Zeuge angeführt wird. Schon bei den ersten Zeugnissen können wir jedoch die engen Beziehungen zu den BILLINGEN erkennen.

Althoff, Gerd: Seite 65
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

Bereits zum Jahre 811 wird in den Reichsannalen ein Graf Wichmann erwähnt, der zu den fränkischen Unterhändlern gehörte, die mit den Dänen über einen Friedensschluß berieten [Vgl. Annales Regni Francorum a. 811; dazu Hömberg, Westfalen und das sächsische Herzogtum, Seite 19.]. Ein Graf dieses Namens läßt sich um 825 auch in den Corveyer Traditionenn nachweisen. Es liegt daher anhe, beide Belege auf dieselbe Person zu beziehen [Trad. Corbeienses A § 242b; Hömberg, Seite 19; Wenskus, Sächsischer Stammesadel, Seite 243 führt weitere mutmaßliche Verwandte auf.]. Neben weiteren Personen namens Wichmann und Hermann, die im Verlaufe des 9. Jahrhunderts in sächsischer Überlieferung nachgewiesen werden können, ist vor allem der Graf Hermann bemerkenswert, der in den um 860 verfaßten Miracula S. Willehadi in Lesum genannt wird.
 
 
 
 

  oo N.N.
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Kinder:

  Wichmann (II)
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  Hermann (II)
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Literatur:
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Althoff, Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Wilhelm Fink Verlag München 1984 Seite 65 - Die Reichsannalen mit Zusätzen aus den sogenannten Einhardsannalen. Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band V Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1974 Seite 98 - Wenskus Reinhard: Sächsischer Stammesadel und fränkischer Reichsadel. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1976 Seite 242 -