Emma                                             Gräfin im Westfalengau
---------                                           Gräfin in Engern
um 975/80-3.12.1038
 

Begraben: Dom zu Bremen
 

Tochter des sächsischen Grafen Immed IV. aus dem Hause der IMMEDINGER und der Adela von Hamaland, Tochter von Graf Wichmann; Schwester des Bischofs Meinwerk von Paderborn
 

Brandenburg Erich: Tafel 5 Seite 11
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XI.?57. EMMA
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* ..., + 1038 3.XII.

Gemahl:
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Liudger, Graf in Westfalen, Sohn Herzog Hermanns von Sachsen
       + 1011 26.II.



Althoff Gerd: Seite 425
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                              G 172

Lü:   3.12. Emme com   + 1038 Gemahlin des BILLUNGERS Liudger

Emma war die Gemahlin des BILLUNGERS Liudger (G 18) und nach dem Zeugnis Adams von Bremen (II, 80) eine Schwester Bischofs Meinwerks von Paderborn und damit IMMEDINGERIN.
Zu dieser vornehmen, aber schwer greifbaren Adelssippe vgl. Krüger, Studien Seite 90 ff.; Schölkopf, Die sächsischen Grafen, Seite 128 ff.; Bannasch, Paderborn Seite 82 und zuletzt Schmid, Unerforschte Quellen aus quellenarmer Zeit (II).
Emma vermachte nach dem Tode ihres Gemahls der Bremer Kirche reiche Besitzungen, vermutlich billungisches Eigengut; vgl. Freytag, Billunger, Seite 65. Allg. vgl. auch Bork, Billunger, Seite 108.



Riemer Dieter: Seite 83
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"Grafen und Herren im Erzstift Bremen im Spiegel der Geschichte Lehes."

Der Haupthof Lesum mit seinen 700 Hufen war vermutlich Reichslehen des BILLUNGER Graf Liudger - Bruder Herzogs Bernhard I. von Sachsen - gewesen. Nach dem Tode Graf Liudgers war seine Witwe Emma, die 1038 verstarb, mit ihm belehnt gewesen [272 Schmolze (1988) Seite 14 und Seite 16.]. Als Frau konnte sie dieses Lehn nicht vererben [273 Sachsenspiegel Landrecht III 75 § 3.]. Nachdem ihre Tochter lehnsunwürdig geworden war, zog Kaiser KONRAD II. (1024-1039) den Hof als erledigtes Reichslehn ein und überwies ihn, vermutlich als Leibgedinge, seiner Frau Gisela [274
Adam von Bremen II 80 (Seite 322/23); Miesegaes I (1825) Seite 193; Schulze in Geschichte II (1995) Seite 55.]. Sein Sohn HEINRICH III. (1039-1056) bestimmte den Hof Lesum nach dem Tode seiner Mutter zum Leibgedinge seiner eigenen Frau Agnes.

Trillmich Werner: Seite 382
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"

Als Wohltäterin der Kirche wurde die Schwester Meinwerks von Paderborn im Bremer Dome beigesetzt, hatte sie doch das Erzstift mehrfach aus ihrem gewaltigem Vermögen mit Schenkungen bedacht. Da das BILLUNGER Herzogshaus der kaiserlichen Politik und der Reichskirche im Norden Sachsens recht ablehnend gegenüberstand, war KONRAD II. sehr daran gelegen, seine Macht einzuschränken und den eigenen Einfluß in dem von der Krone bisher arg vernachlässigten Raume auszuweiten. Mit einer uns unbekannten Verfehlung der Tochter Emmas begründete er die Entscheidung, ihre Güter als heimgefallen für sich in Anspruch zu nehmen, vor allem die riesige Grundherrschaft Lesum, zu der zwischen Weser und Elbe etwa 700 Hufen Ackerland gehörten, Markt-, Münz- und Zollrechte, zinspflichtige Bauern in der Marsch Hadeln und der Wild- und Forstbann in Wigmodien. Aus Emmas Erbschaft erwarb Bremen eine Fülle kostbarer Kirchengeräte. Außerdem verlieh ihm der SALIER einen Jahrmarkt bei Kloster Heeslingen sowie Markt, Münze und Zoll in Stade. Lesum fiel als Leibgedinge an die Kaiserin Gisela.

Black-Veldtrup Mechthild: Seite 210
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"Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien"

Wegen eines Vergehens einer Schwester von Imad hatte KONRAD II. Gräfin Emma das Gut 1032/33 entzogen, das später zur dos von Kaiserin Agnes gehörte und um das sich, möglicherweise seit dem Besuch HEINRICHS III. 1048 in Bremen und Lesum, Adalbert von Hamburg-Bremen bemühte.

Althoff Gerd: Band I Seite 320,326
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"Die Billunger in der Salierzeit" in: Die Salier und das Reich

Selbst Adam von Bremen kannte nach eigener Aussage den genauen Grund nicht, wußte aber, daß er irgendeinem Vergehen einer Tochter des billungischen Grafen Liudger und seiner Gemahlin Emma lag [55 Adam (wie Anmerkung 17), II, 80 Seite 138.]. Im Rahmen dieser Konfiskation hatte die Kaiserin Gisela Lesum aufgesucht.
Zu dieser Einschätzung passen auch die anderen Urteile, die Adam über die BILLUNGER in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts fällt: Zwar bescheinigte er schon Herzog Bernhard I. Raffgier, doch ist nicht zu übersehen, daß er auch die Tüchtigkeit dieses BILLUNGERS bemerkte. Überdies hob er mehrfach ihre Wohltaten für die Bremer Kirche hervor, für die vor allem die Gräfin Emma verantwortlich zeichnete.

Johanek, Peter: Band II Seite 93
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"Die Erzbischöfe von Hamburg-Bremen und ihre Kirche im Reich der Salierzeit" in: Die Salier und das Reich

Die senatrix Emma, Schwester Bischof Meinwerks von Paderborn und Witwe des BILLUNGERS Liudger, schenkte dem Bistum ihren Hof Stiepel an der Ruhr. Es lassen sich gute Gründe dafür anführen, daß die Bremer Kirche mit diesem Fernbesitz Anschluß an den Eisenexport aus dem südlichen Westfalen gewann.

Freytag, Hans-Joachim: Seite 65-66
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"Die Herrschaft der Billunger in Sachsen"

Unweit von Bremen im Gau Wigmodia lag der Hof Lesum [7 Regierungsbezirk Stade, Kreis Osterholz], zu dem 700 Hufen bebauten Landes sowie Rechte an der Küste des Landes Hadeln gehörten [8 Adam III, 45 (44)], der damit eine beherrschende Stellung in diesem Gau einnahm. Er war altes billungisches Eigengut und ging 1038 aus dem Besitz der Emma, der Gemahlin Liudgers, des Bruders Bernhards I., in den Kaiser KONRADS II. über [9 Adam II, 80 (76); Bresslau, Jbb. II, 362-364], um 1063 dann dem Erzstift zugefallen. In der unmittelbaren Umgebung von Bremen lag noch weiterer Besitz der Gräfin Emma, den sie aber der dortigen Kirche und der Stadt schenkte. KONRAD II. urkundete 1032 zugunsten der Bremer Stiftsgeistlichkeit über zwei Güter zu "Lidehusen", heute Bremen-Neustadt, sowie zu Bockhorn [11 DK II. 175. Bockhorn Gemeinde Blumenthal im Regierungsbezirk Stade Kreis Osterholz.]. Während ersteres unzweifelhaft eine Schenkung des Erzbischofs Libentius war, entstammte Bockhorn dem Besitzstande der Gräfin Emma. Denn im Nekrolog des Bremer Domkapitels heißt es: "III. nonas decembris obiit Emma, quae dedit fratribus curiam Bochorne ..." [13 Hamburger Urkundenbuch I 66; May 192 Seite 47, dort weitere Nachweise.]. Und einer Schenkung derselben Gräfin soll die Bremer Bürgerschaft ihre Gemeindeweide verdanken [14 Bremisches Urkundenbuch I 48 und Seite 54 N 2; May 543 Seite 141/42.].
In wie geringem Umfange die billungischen Besitztitel zwischen Weser und Elbe damit erfaßt sind, wird aus zwei weiteren Nachrichten ersichtlich. Zu den Jahren 1029 und 1032 berichtet Adam, da Bernhard II. und dessen Bruder Thietmar auf Anregung der Gräfin Emma der Bremer Kirche "multa bona" tradiert hätten [3 Adam II, 67 (65).], deren Umfang und Lage sich unserer Kenntnis entziehen.
 
 
 
 

  oo Liudger Billung
       um 950-26.2.1101
 
 
 
 

Kinder:

  1 Tochter unbekannten Namens
 

  Immed Bischof von Paderborn (1051-1076)
  um 1000/05-3.2.1076
 
 
 
 

Literatur:
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Adam von Bremen: Hamburgische Kirchengeschichte Buch II Kapitel 80 Seite 138 - Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 425 G 172 - Althoff Gerd: Die Billunger in der Salierzeit. in: Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 320,326 - Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 129,210 - Bork Ruth: Die Billunger. Mit Beiträgen zur Geschichte des deutsch-wendischen Grenzraumes im 10. und 11. Jahrhundert. Dissertation Greifswald 1951 Seite 107-109 - Bresslau, Harry: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II. Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1879 Band II Seite 362-364 - Freytag, Hans-Joachim: Die Herrschaft der Billunger in Sachsen, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1951 Seite 65 - Johanek, Peter: Die Erzbischöfe von Hamburg-Bremen und ihre Kirche im Reich der Salierzeit, in: Die Salier und das Reich, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992 Band II Seite 93 - Krüger, Sabine: Studien zur Sächsischen Grafschaftsverfassung im 9. Jahrhundert, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1950 Veröffentlichung der Historischen Kommission für Hannover Seite 90 - Riemer Dieter: Grafen und Herren im Erzstift Bremen im Spiegel der Geschichte Lehes. W. Mauke Söhne Hamburg 1995 Seite 83 - Schölkopf Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens 22. Göttingen 1957 Seite 128 - Trillmich Werner: Kaiser Konrad II. und seine Zeit. Europa Union Verlag Bonn 1991 Seite 382 - Wolfram Herwig: Kaiser Konrad II. Kaiser dreier Reiche. Verlag C.H. Beck München 2000 Seite 211,358  -