Konrad I.                                      Herzog von Bayern (1049-1053)
------------                                     Graf von Zütphen
um 1020-5.12.1055

Begraben: St. Mariengraden, Köln
 

Einziger den Vater überlebender Sohn des Grafen Liudolf von Zütphen aus dem Hause der EZZONEN und der Mathilde von Zütphen, Erbtochter von Graf Otto I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 1342
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Konrad (Kuno) I., Herzog von Bayern 1049-1053
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     + 1055

Begraben: 1063 St. Mariengraden, Köln

Eltern: Ludolf, Pfalzgraf von Lothringen und Mathilde von Zutphen

Wurde am 2. Februar 1049 von Kaiser HEINRICH III. unter Umgehung des Wahlrechts der einheimischen Großen zum Herzog von Bayern erhoben. Konrad I. gehört in die Reihe der durchwegs nur wenige Jahre herrschenden stammesfremden Herzöge, die die salischen Kaiser bis ins letzte Drittel des 11. Jh. im 'Kronland' Bayern einsetzten, um es verstärkt an das Königtum zu binden. Doch versuchte Konrad, durch die gegen den Willen HEINRICHS III. eingegangene Ehe mit Judith von Schweinfurt weiter im bayerischen Raum Fuß zu fassen. Seine Einsetzung erfolgte im Rahmen der salischen Ostpolitik. Dementsprechend nahm er an den Ungarnkriegen 1050/51 teil. Doch geriet er rasch in Gegensatz zu HEINRICH III., als dieser das Herzogtum seinem 1050 geborenen Sohn HEINRICH übertragen wollte. Die Spannungen wurden durch das feindliche Verhältnis des Herzogs zu Bischof Gebhard III. von Regensburg, dem Onkel HEINRICHS III., verschärft. Als Konrad I. die bischöfliche Burg Parkstein überfallen hatte, wurde er seines Amtes 1053 enthoben und kam kurz später sogar in die Reichsacht. Daher zettelte er 1055, gestützt auf einzelne einheimische Kräfte, vor allem mit Hilfe der Ungarn, eine Verschwörung gegen den in Italien weilenden Kaiser an, um selber auf den Thron zu gelangen. Der Aufstand brach nach seinem raschen Tod zusammen.

Literatur:
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ADB XVI, 571f. - NDB XII, 501f. - Spindler I, 1981, 317f. [K. Reindel] - E. Kimpen, Ezzonen und Hezeliniden in der rhein. Pfgft., MIÖG Ergbd. XII, 1933, 11 - Ders., Zur Genealogie der bayer. Hzg.e von 908-1070, JbffL 13, 1953, 81 - Bayer. Biogr., hg. K. Bosl, 1983, 440 [R. Reiser].



Boslís Bayerische Biographie: Seite 440
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KONRAD (KUNO), bayer. Herzog
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     + 1055

Begraben: 1063 St. Mariengraden, Köln

Vater:
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Ludolf, Pfalzgraf von Lothringen (+ 1033)

Mutter:
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Mathilde von Zütphen

  oo Judith von Schweinfurt

Herzog in Bayern von 1049-1053.
Nach Ungarnkämpfen Zwist mit dem Kaiser.
Fehde mit dem Regensburger Bischof Gebhard III.
Nach Überfall auf die bischöfliche Burg Parkstein in der Oberpfalz
1053 auf dem Reichstag zu Merseburg Entsetzung von seinem Herzogtum und Reichsacht.
1055 Verschwörung gegen den in Italien weilenden Herrscher.

Literatur:
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NDB 12; W. Gisebrecht, Gesch. d. dt. Kaiserzeit 2, 1875.



Thiele, Andreas: Tafel 24
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

KONRAD I.
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    + 1055

Konrad I. folgte dem Vater in allen Ämtern und Titeln und wurde 1049 Herzog von Bayern. Er befehdete die Erzbischöfe von Köln und in Bayern den Bischof Gebhard von Regensburg, den Stiefbruder von Kaiser KONRAD II. Nach einem Überfall auf die Burg Parkstein in der Oberpfalz wurde er 1053 auf dem Reichstag von Merseburg abgesetzt und geächtet, woraufhin er zu den Ungarn floh. Er stand in der Folgezeit im Bunde mit Ungarn und WELFEN gegen Kaiser HEINRICH III. und erstrebte wohl als OTTONEN-Nachkomme die Kaiserkrone. Er starb im ungarischen Exil.

  oo JUDITH VON SCHWEINFURT

Tochter des Herzogs Otto III. von Schwaben



Spindler Max: Band I Seite 317
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"Handbuch der Bayerischen Geschichte"

Zudem war nach dem Tode Heinrichs VII. von Lützelburg im Jahre 1047 das bayerische Herzogtum zwei Jahre lang vakant, bis es 1049 an Konrad von Zütphen verliehen wurde. Mehrere bayerische Große, insbesondere Gebhard von Regensburg, begannen daraufhin auf eigene Faust einen Grenzkrieg gegen Ungarn, der erst im Juni 1050 auf einem Hoftag in Nürnberg durch den Kaiser legalisiert wurde. Im Jahre 1051 unternahm dann HEINRICH III. einen allerdings wenig erfolgreichen Feldzug, 1052 belagerte er Preßburg, gab auf Bitten Papst Leos IX., der auf einen Hilferuf König Andreas' persönlich vor Preßburg erschien, die Belagerung jedoch auf. Schließlich verknüpfte sich der Kampf mit Ungarn, wie in den Zeiten der LUITPOLDINGER, noch mit einer innerbayerischen Fehde. Herzog Konrad war im Jahre 1053 vornehmlich auf Betreiben des Bischofs Gebhard von Regensburg abgesetzt worden; jetzt begab er sich zu König Andreas und begann mit ungarischer Hilfe den Kampf um Kärnten, wo Konrad viele Anhänger hatte und sich bis zu seinem Tode Ende 1055 behaupten konnte.
Der wahre Grund für das schroffe Vorgehen des Kaisers gegen Konrad war wohl der, dass das bayerische Herzogtum seinem 1050 geborenen Sohn HEINRICH verleihen wollte.

Steinbach Franz: Seite 861
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"Die Ezzonen"

Den nächstberechtigten Erben der Pfalzgrafschaft, Konrad genanntKuno, den Sohn Ludolfs, des ältesten Sohnes Ezzos, hat der Kaiser 1049 zum Herzog von Bayern ernannt. Er setzte sich nicht durch, wurde vom Kaiser abgesetzt, floh zu Verwandten in Ungarn und soll nach dem phantastischen Bericht der Mönche von Brauweiler den Sturz des Kaisers geplant haben, um selber die Krone zu gewinnen. Wahrscheinlich ist, dass er Erbansprüche auf die Pfalzgrafschaft erhoben hat. Er ist in der Verbannung gestorben.

Lechner Karl: Seite 78
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"Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976 - 1246"

Die Einfälle der Ungarn in die karantanische Mark und in die Ostmark wurden besonders gefährlich, da sich der bayerische Herzog Konrad (Chuno) gegen den Kaiser erhob. Ihm, einem Sproß des rheinischen Pfalzgrafenhauses, war im Jahre 1049 das Herzogtum Bayern von Kaiser HEINRICH III. übertragen worden. Aber schon im Jahre 1053 wurde er wegen schwerer Friedensverletzung, im besonderen auch in einer Fehde mit Bischof Gebhard von Regensburg und infolge seiner Verbindung mit König Andreas von Ungarn - er war ein Vetter der Frau Belas, des Bruders und Mitregenten von König Andreas, - und agierte von dort gegen das Reich. Es gelang ihm auch eine Reihe von bayerischen Hochadeligen zur Empörung und zu offenem Aufstand gegen Kaiser HEINRICH zu bringen, der 1055 wieder in Italien weilte. Aber der Aufstand gegen den Kaiser brach zusammen. Konrad floh neuerlich nach Ungarn, desgleichen Graf Poto. Noch im Jahr 1055 starben Herzog Konrad und Herzog Welf.

Schaab Meinrad: Seite 26
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"Geschichte der Kurpfalz."

Liudolf starb aber bereits vor dem Vater und hinterließ nur einen Sohn, Konrad. Dieser hatte 10491-053 das bayerische Herzogtum inne fiel aber als Haupt eiens für Kaiser HEINRICH III. nicht ungefährlichen Aufstandes noch vor der entscheidenden Auseinandersetzung der Pest zum Opfer. Es war das letzte und deutlichste Mal, daß aus dem EZZONEN-Haus eine Thronkandidatur angemeldet wurde.
 
 
 
 

  oo 1. Judith von Schweinfurt, Tochter des Herzogs Otto III. von Schwaben
   x      um 1040-   1104
 
 
 
 

Literatur:
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Boshof Egon: Die Salier. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1987 Seite 149,167,171 - Bosl, Karl: Bosls Bayerische Biographie, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1983  Seite 440 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 258,266,486,506,514, 518,531-533,537,541,573/Band II Seite 6,124/Band III Seite 309,313,315,318 - Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Band 1- Band 6, Mundus Verlag 2000 - Kimpen, Emil: Ezzonen und Hezeliniden in der rheinischen Pfalzgrafschaft, in: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung, XII. Ergänzungsband, Innsbruck 1933 Seite 1-91 - Lechner, Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976 - 1246, Böhlau Verlag Köln 1985 Seite 78 - Lerche, Ludwig Alfred: Die politische Bedeutung der Eheverbindungen in den bayerischen Herzogshäusern von Arnulf bis Heinrich den Löwen (980-1180) Langensalza 1915 (Sammlung wissenschaftlicher Arbeiten; Heft 43) Seite 42-46 - Lewald Ursula: Die Ezzonen. Das Schicksal eines rheinischen Fürstengeschlechtes. In: Rheinische Vierteljahresblätter 43, 1979, Seite 140 - Schaab Meinrad: Geschichte der Kurpfalz. Verlag W. Kohlhammer 1988 Seite 26 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 197,200 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen Geschichte Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München Band I Seite 317 - Steinbach, Franz: Die Ezzonen. Ein Versuch territorialpolitischen Zusammenschlusses der französischen Rheinlande, in "Das erste Jahrtausend " Düsseldorf 1964 Seite 861 - Steindorff, Ernst: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich III. 1. und 2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963 - Störmer Wilhelm: "Bayern und der bayerische Herzog im 11. Jahrhundert" in "Die Salier und das Reich" Band I Seite 531-533,541 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 24 -