Schwarzmaier Hansmartin: Seite 35
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"Uta von Schauenburg" in: Welf VI.

Wann die Absprache zwischen dem bayerischen Herzog Heinrich dem Schwarzen und König LOTHAR erfolgte, die durch das Verlöbnis von LOTHARS Tochter Gertrud mit Heinrich dem Stolzen bekräftigt wurde, ist nicht sicher. Vielleicht geschah es schon in Form einer Vorabsprache während der Mainzer Wahlverhandlungen, doch sicher noch zu Lebzeiten Heinrichs des Schwarzen, der am 13. Dezember 1126 in Ravensburg wenige Tage vor seiner Gemahlin Wulfhilde starb [Nach der Stammtafel der welfischen Genealogie sei Heinrich kurz vor seinem Tode als Mönch in das von ihm gestiftete Kloster Weingarten eingetreten.]. Die Lebensdaten seiner Kinder hat man wiederum errechnet: Heinrich der Stolze mag damals 20, Welf VI. elf Jahre alt gewesen sein, dazwischen lag die staufische Stammutter Judith. Die Vermählung Heinrichs mit der etwa zwölfjährigen Gertrud fand am 29. Mai 1127 auf dem Gunzenlee statt, und spätestens damals ist auch die welfische Hausordnung vollzogen worden. In sie ist Welf VI. einbezogen, dem die schwäbischen Güter der WELFEN zufielen, und man kann als sicher annehmen, dass für ihn spätestens damals eine standesgemäße und seine politische Position festlegende Eheverbindung in die Wege geleitet wurde. Sie war, so wird man vermuten dürfen, die Folge einer Absprache zwischen dem König, Pfalzgraf Gottfried und den WELFEN. Wurde Heinrich dem Stolzen als Schwiegersohn des Königs die Rolle des Kronprinzen und Königskandidaten zuerkannt, so sollte der jüngere Welf in Schwaben zum Gegenspieler der STAUFER werden; seine Machtbasis wurde aufgewertet durch das reichste Erbe, das in diesen Jahren zur Disposition stand, demjenigen Pfalzgraf Gottfrieds.