Vermutlich 2. Sohn des Pfalzgrafen
Wigerich von Lothringen und der Kunigunde,
Enkelin von König Ludwigs II. dem Stammler
Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 951
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Friedrich I., Herzog von Ober-Lothringen 959-978
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+ 18. Mai 978
Sohn der KAROLINGERIN
Kunigunde
Brüder Adalbero I. Bischof von Metz, Gauzlin, Bischof
von Verdun, Siegfried, Graf von Luxemburg
Friedrich I. heiratete
(nach Verlöbnis 951) 954 Beatrix,
die Tochter von Hugo, Graf der Francia
und Schwester von Hugo Capet; durch
diese Heirat erhielt er die lothringischen Güter der Königsabtei
St-Denis, zu denen auch die Abtei St-Mihiel gehörte. An der Grenze
von Francia und Imperium errichtete er die Burg Fains (dep. Meuse,
arr. Bar-le-Duc), die er jedoch wieder schleifen lassen mußte; durch
einen Besitztausch mit dem Bischof von Toul erwarb er anschließend
Bar (Barrum Ducis, Bar-le-Duc), wo er eine Burg als wichtigen Ansatzpunkt
seiner Territorialherrschaft errichtete. 959 erlangte er von Brun,
dem Erzbischof von Köln und zugleich dux von Lotharingien, die Übertragung
der herzoglichen Gewalt in Ober-Lothringen. Friedrich
I. förderte die monastische Reform
in Moyenmoutier und St-Die.
Er hinterließ 2 Kinder:
Dietrich I., Herzog
Adalbero II., Bischof von Metz.
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Friedrich I. wurde
954 Miterbe seines Stiefbruders Otto, war eine treue OTTONEN-Stütze
und wurde 959 durch Erzbischof Brun von Köln als Unterherzog und als
zeitweiliger Stellvertreter eingesetzt, so dass dieser oberlothringische
Graf eine ähnliche Stellung wie Hermann Billung in Sachsen innegehabt
hatte. Er wurde hauptsächlich damit beauftragt, dieses Gebiet gegen
die Aufständischen zu sichern. Im gleichen Jahr 959 führte Friedrich
an Stelle von Brun ein Heer gegen die Aufständischen in Nieder-Lothringen.
Friedrich
besaß nicht nur im südlichen Teil Lothringens eine
starke Machtposition, die hauptsächlich aus mehreren Grafschaften
und Klosterbesitzungen bestand, sondern er war auch der Neffe Bruns und
OTTOS I. Friedrichs
Stellung
blieb auch nach dem Tode Bruns beschränkt, da
König
OTTO I. jetzt eine Art Oberherrschaft ausübte. Er baute
die Festung Bar gegen Frankreich auf, verfocht strikt die Reichsinteressen,
stand ständig gegen Große und Bischöfe Lothringens, die
die herzogliche Gewalt einzuengen versuchten, eine typische Konstellation
der Herzöge für viele Jahrhunderte.
Trillmich Werner:
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"
Bruno von Köln betraute im Jahre 959 Friedrich von Bar, den Gemahl seiner kapetingischen Nichte Beatrix, als Markherzog mit dem Kommando am Oberlauf der Maas. Sein Aufgabenbereich umfaßte das Erzbistum Trier. Bedeutende Grundherrschaften und Kirchenlehen besaß er in den Diözesen Toul und Metz, an der oberen Ornain, Maas und Mosel, um Pont-a-Mousson, Chateau Salins und Soulosse. In der Umgebung der weit gegen die Champagne vorgeschobenen Burg Bar, die über starke Befestigungen verfügte, erwarb er mit dem Heiratsgut seiner Frau Ländereien westlich der Grenze.
Barth Rüdiger E.: Seite 133-148
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"Der Herzog von Lotharingien im 10. Jahrhundert"
Laut Flodoard ernannte den um 920 geborenen Ober-Lotharinger
Grafen Friedrich 959 zu seinem - zumindest
militärischen - Stellvertreter.
Graf Friedrich
war der Sohn des
Pfalzgrafen Wigerich und der Gräfin
Kunegonde und gehörte der großen ARDENNER-Sippe
an. Er war Graf von Bar, Chaumontois, Charpeigne, Soulossois, im pagus
Ordenenis in Ober-Lothringen, von seinem Bruder Adalbero
I., Bischof von Metz, ernannter Stadtgraf in Metz, Stiefbruder
Ottos von Verdun, verehelicht mit der Tochter Herzogs
Hugo von Franzien, durch dessen Gemahlin Hadwig
Verwandter OTTOS I. und Bruns.
Zu seinen Pfründen zählten die Klöster S. Mihiel an der
Maas, St. Die, Moyen Moutier an der Meurthe und andere. Friedrich
war die einzig verbliebene, über eigenständige, binnenlotharische
Machtkomplexe - teilweise allerdings nur indirekt - verfügende Führungspersönlichkeit
in Lotharingien, nachdem Reginar III. 958 von Brun
verbannt worden war. Die beträchtliche Anzahl geistlicher Würdenträger
oder weltlicher, hochrangiger Mitglieder des südlotharingischen Adels,
die in Privaturkunden auftreten oder Friedrich
bei Rechtsfindungen assistieren, legen ein weiteres Zeugnis ab für
die Führungsstellung, die Friedrich
bekleidete.
Friedrich, als Sprecher der in Oberlotharingien über
reiche Machtquellen verfügenden ARDENNER
Sippe, die für lange Zeit die späteren Führungsträger
Oberlotharingiens stellen sollte, war geographisch-strategisch prädestiniert
für Grenzsicherungsaufgaben im Süden Lotharingiens. Die Friedrich
in den Diplomen der Reichskanzlei gewährten Titel scheinen eine solche
begrenzte Aufgabenstellung zu bekräftigen. Zu Lebzeiten OTTOS
I. erscheint Friedrich ein
einziges Mal in einer Juni 960 datierten Königsurkunde als dux. Schon
939 tritt Friedrich in 2 Privaturkunden mit dem Kurztitel dux auf.
In einem Privileg für die Mönche der Abtei Moyen-Moutier aus
dem Jahre 942 nennt sich Friedrich dux Lotharingiae, also zu einer Zeit,
als Otto von Verdun vom König eingesetzter Lotharingien-Beauftragter
war. In 2 Privaturkunden der Jahre 950 und 957 trägt Friedrich
den Kurztitel dux, wiederum Unterstreichung seines Führungsranges,
wiederum vielleicht Andeutung einer Differenzierung vom Norden, wiederum
keine Teilungsabsicht. In einer Urkunde ebenfalls für das Kloster,
nun aus dem angeblichen Teilungsjahr 959, weist sich Friedrich
den
Titel Ego Fridericus gratia Dei et electione Francorum dux zu. Friedrichs
I. Selbstverständnis einer
Direktverbindung an Gott wie auch electione Francorum scheinen überdies
zum Ausdruck zu bringen wollen, dass Brun den lotharingischen Raum machtpolitisch
zu durchdringen nicht in der Lage war. In einer Urkunde für das Kloster
Glodesinde vom 1. September 962 zeichnet Friedrich als dux. Wiederum kein
Bezug auf eine Teilung. In einer vom 8. September 962 datierten Urkunde
für die Abtei S. Mihiel erscheint der Ober-Lotharinger wieder gesamtlotharingisch
als Ego Fridericus Dei miserante gratia dux Lothariensium et senior
monarchorum Sancti Michaelis. In einer Urkunde des Jahres 966 für
das Kloster Bouxier-aux-Dames läßt Friedrich
sich erneut gesamtlothringisch Fridericus divina comitante gratia Lothariensium
dux nennen. Unter den Zeugen erscheint er mit Friderici
ducis, und zwar erstaunlicherweise vor Bischof Wigfrid, 3 Grafen
und 12 anderen Zeugen. Dass Friedrich
vor Bischof Wigfried figuriert, spricht für die Echtheit
dieser Urkunde.
Wir haben nun drei gesamtlothringisch formulierte Urkunden
Friedrichs
untersucht,
die auf dukaler Ebene dem Herzog Friedrich
die gratia Dei zuordnen. Ohne notwendigerweise vom deutschen Herrscher
formell zum Herzog erhoben zu sein, liegt es durchaus im Bereich des politisch
Möglichen, dass die Friedrich
dank
seiner grenzstrategischen Raumlage zufallende grenzsichernde Aufgabe ihn
faktisch zum dux machten. Allerdings, die - gemäß Ruotger -
königgleichen Aufgaben Bruns in dessen Eigenschaft als Bruder des
Herrschers erlauben auch die Schlußfolgerung, dass Friedrich
mittelbar vom König autorisierter dux war, ohne genauere Definition
eines bestimmten herzoglichen Funktionsraums.
Wir stellen resümierend fest, dass 962, 963 und
966 noch gesamtlotharingisch beurkundet wird, ohne irgendwelchen Teilungshinweis.
Auch im Zusammenhang mit der Errichtung der Burg Barrum-Ducis
(Bar-le-Duc), südwärts von Verdun, finden wir Friedrich
gesamtlotharingisch
als Dux Lotharingiae. Zur Entschädigung für diesen Burgenbau,
über den sich der Bischof von Toul beklagt hatte, überträgt
diesem dux Fredericus
die
Abteien S. Die und Moyen-Moutier. In Verbindung mit der Schenkung einiger
bei Toul gelegenen Besitzungen an die Kirche von St. Mihiel im Jahr 971
erscheint Friedrich mit den Lotharingien
umfassenden, ethnisch zuordnenden Titel duce Lothariensium Friderico.
Auch die Standorte herrschaftlichen Eingreifens Friedrichs
sprechen
gegen eine Teilung der Gewalten oder gegen eine vom König initiierte
raum- und herrschaftspolitische Aufteilung Lotharingiens. Zum Jahr 959
berichtet Flodoard von einem durch Brun angeordneten Eingreifen
Friedrichs
gegen Graf Immo, dessen Machtbereich in der Gegend von Maastricht
lag. Zum Jahr 960 schildert derselbe Chronist, dass in Anwesenheit Friedrichs,
Lothariensium duce, die zu der Reimser Kirchenprovinz gehörige Feste
Mezieres dem Reimser Erzbischof zurückgegeben wird. Unabhängig
davon, dass ein militärisches Eingreifen Friedrichs
in N-Lotharingien wenig verständlich erscheint, weil seine Machtquellen
im Süden und Immos Potential bei Maastricht, also im Norden, lagen,
sprechen auch diese Mitteilungen Flodoards zu den Jahren 959 und 960 gegen
eine inzwischen erfolgte Zweiteilung Lotharingiens, umso mehr als von Gottfried
auch in diesem Teil der Annalen Flodoards keine Rede ist.
Fassen wir kurz zusammen, was wir bisher für den
Ober-Lotharinger Friedrich
I. haben feststellen können:
Das erste und einzige Diplom OTTOS
I., das Friedrich
mit dem Kruztitel dux ausweist, ist von Juni 960 datiert. Die
Privaturkunden formuliren teils gesamtlotharingisch, teils ohne jeglichen
geographisch-politischen Hinweis. Also ebenfalls kein Trennungsindiz. Mit
einer - im übrigen unzuverlässigen - Ausnahme enthalten auch
die erzählenden Quellen für unsere Berichtsepoche keinen Text,
der auf eine Teilung Lotharingiens 959 oder um 959 deuten könnte.
Das gleiche gilt für die außenmilitärischen und außenpolitischen
Missionen, deren Berichte sowohl den Ober-Lothringer
Friedrich
wie auch Gottfried vollends übergehen.
Mohr Walter: Band I Seite 35,41,49
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"Geschichte des Herzogtums Lothringen"
In Lothringen zeigten sich jetzt Ansätze zu einer
neuen Entwicklung, indem einige Große in besonderem Sinne in den
Vordergrund traten. Dazu gehörte Graf Friedrich,
der Bruder des Bischofs
Adalbero von Metz, der in Verbindung zu Herzog
Hugo von Francien stand, er hatte sich mit dessen Tochter verlobt.
Er baute auf westfränkischem Gebiet eigenmächtig eine Burg, von
der aus er Raubzüge unternahm. Von der Haltung während des Liudolfingischen
Aufstandes wissen wir nichts.
Ob noch mehr hinter dem Aufstand des Grafen Immo zu suchen
ist, lassen die Quellen nicht erkennen, jedoch ist es einigermaßen
auffallend, dass nach der Niederwerfung der Bewegung Bruno
den Grafen Friedrich, der seit seiner
Heirat mit Beatrix,
der Tochter Hugos von Francien, in den zeitgenössischen Berichten
nicht mehr aufgetaucht war, vice sua den Lothringern voransetzte. Friedrich
war
zu diesem Zeitpunkt offensichtlich Graf von Bar und Metz.
Es bleibt immerhin fraglich, wie letzten Endes das vice
sua Brunos, mit dem der Chronist Flodoard die Stellung Friedrichs
charakterisiert,
zu verstehen ist. Man kann es so auslegen, dass Bruno ihn lediglich als
seinen Stellvertreter ernannt hat. Im übrigen scheint es nicht bedeutungslos,
dass man Friedrich
nicht
als Intervenienten in königlichen Urkunden findet.
Eine Möglichkeit zur Klärung dieser Frage ergibt
sich vielleicht daraus, dass Herzog Friedrich
von Ober-Lothringen in dieser Zeit gestorben ist. Wir besitzen
keine Angaben über sein Todesdatum. Sein letztes, sicher bezeugtes
Auftreten liegt im Mai 977 bei der Anwesenheit des Kaisers in Diedenhofen.
Man hat zwar angenommen, bei der gleichen Gelegenheit sei Karl
zum Herzog von Nieder-Lothringen ernannt worden, doch ist das reine Spekulation,
die durch nichts bewiesen werden kann. Der Zeitpunkt für Karls
Ernennung wird uns durch den zu Beginn des 11. Jahrhunderts
schreibenden Sigebert von Gembloux gegeben. Es bleibt danach die Möglichkeit,
dass nach dem Tode Herzog Friedrichs
Karl zum Herzog ernannt wurde, um in
Lothringen die herzoglichen Aufgaben durchzuführen, weil Friedrichs
Sohn
Dietrich
noch minderjährig war. Zwar hat dessen Mutter Beatrix
die Vormundschaft übernommen, aber in ihrer politischen Tätigkeit
läßt sie sich erst seit Juni 983 feststellen, als sie in einer
in Verona ausgestellt Urkunde OTTOS II. mit
dem Titel dux
Beatrix erscheint. Da diese Urkunde außerhalb der Kanzlei
verfaßt wurde, drückt sich darin wohl die Absicht Beatrix
zur
Aufrechterhaltung der Nachfolge ihres Hauses in Lothringen aus, vielleicht
sogar mit einer Wendung gegen Karl von Nieder-Lothringen.
954
oo Beatrix von Franzien, Tochter des Herzogs Hugo
der Große
938-23.9. nach 987
Kinder:
Heinrich
955- 972/78
Dietrich I. Herzog von Ober-Lothringen
965-11.4.1026
Adalbero II. Bischof von Metz (984-1005)
958-14.12.1005
Gottfried
-
Tochter
-
oo Berchthold I. Graf in Bayern und Pfalzgraf
-
Literatur:
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Barth Rüdiger E.: Der Herzog in Lothringen
im 10. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990, Seite 27,79,80,84,86,89,112,
123,131,132,133,134,135,136,137,139,140,141,142,143-146,148,150,152-155,157,158,159-161,164,166,167,173,174-178,194-197
- Beumann, Helmut: Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin
Köln, Seite 85,116,128 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen
Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998
- Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke
Verlag 1991, Band I Seite 185,199,479/Band III Seite 503 - Eickhoff,
Ekkehard, Theophanu und der König, Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite
304,306 - Hlawitschka, Eduard: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen.
Genealogische Studien zur Geschichte Lothringens und des Reiches im 9.,10.
und 11. Jahrhundert, Saarbrücken 1969, Seite 20-22,58,63,70,84,107,110-112,139
- Mohr Walter: Geschichte des Herzogtums Lothringen. Geschichte
des Herzogtums Groß-Lothringen (900-1048) Verlag "Die Mitte" Saarbrücken
1974 Band I Seite 35,41,49 - Trillmich Werner: Kaiser Konrad II.
und seine Zeit. Europa Union Verlag Bonn 1991 - Werner Karl Ferdinand:
Die Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr 1000 (1.-8. Generation)
Band IV in: Braunfels Wolfgang: Karl der Große Lebenswerk und Nachleben.
Verlag L. Schwann Düsseldorf - Wies, Ernst W.: Otto der Große,
Bechtle Esslingen 1989, Seite 196,243 –