BALM, VON

Historisches Lexikon der Schweiz:
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Balm, von
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Freiherren-Geschlecht, Inhaber der gleichnamigen Herrschaft Balm und benannt nach der Grottenburg Balm im Solothurner Jura, die es im 12. Jahrhundert bewohnte. Um die Mitte des 12. Jahrhunderts verlegten die von BALM ihr Herrschaftszentrum nach Altbüron, vermutlich nachdem sie das Erbe der ausgestorbenen Freiherren von Altbüron übernommen hatten; ob durch Erbgang oder Kauf, ist nicht auszumachen. Neben zahlreichen Gütern im Rot- und Wiggertal gehörten dazu auch die Herrschaft Altishofen und die niedere Gerichtsbarkeit in Altbüron.
1218 sind von BALM im Gefolge Hartmanns des Älteren von Kyburg, ab Mitte des 13. Jahrhunderts als habsburgische Gefolgsleute zu finden. Verwandtschaftliche Beziehungen bestanden zu den Freiherren von Langenstein, von Kempten, von Tengen und von Grünenberg, möglicherweise auch zu den Freiherren von Wädenswil, von Hasenburg und zu den Rittern von Hünenberg. Die von BALM förderten das Kloster St. Urban in dessen Gründungszeit.
1274/75 waren sie Mitbegründer des Klosters Ebersecken, das zu ihrer Begräbnisstätte wurde.
Als erste Vertreter des Geschlechts erscheinen um 1200 Burkhard und Heinrich I. Besser fassbar wird die dritte Generation ab Mitte des 13. Jahrhunderts mit den Gebrüdern Heinrich II., Rudolf I. und Ulrich (wahrscheinlich Söhne Heinrichs I.).
1308 war Rudolf II. (eventuell Sohn Rudolfs I.), der alle Herrschaftsrechte in seiner Hand vereinigt hatte, an der Ermordung König ALBRECHTS I. beteiligt, was ein Jahr später zur Verhängung der Reichsacht und zur Konfiskation aller Rechte und Güter führte. Rudolf II. entkam der Blutrache und soll, als letzter bekannter Vertreter des Geschlechts, bis 1312 in einem Basler Kloster gelebt haben.


Quellen
UB SO 1, (mit Stammtaf.)
Literatur
– H. Sigrist, «Die Grottenburg B. und ihre einstigen Herren», in Jurabl. 17, 1955, 166-170
– K.H. Flatt, «Die Herren von B.», in Jurabl. 33, 1971, 53-61
– A. Bickel, Willisau, 2 Bde., 1982

Autorin/Autor: Franziska Hälg-Steffen