Lothar                                             König von Frankreich (954-986)
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Ende 941-2.3.986
Laon       Laon

Begraben: Saint-Remi zu Reims
 

Ältester Sohn des Königs Ludwig IV. von Frankreich und der Gerberga von Sachsen, Tochter von König HEINRICH I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 2127
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Lothar, König von Frankreich 954-986
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* 941, + 2. März 986
             Laon

Begraben: Reims, St-Remi

Sohn König Ludwigs IV. und der Gerberga

  oo 966 Emma, Tochter Kaiserin Adelheids (aus 1. Ehe mit König Lothar von Italien)

Lothars Königswahl (Reims, 12. November 954), von der Mutter mit ihren Geschwistern Hadwig, OTTO I. und Brunbetrieben, kam mit Zustimmung Hugos des Großen zustande, der dafür die Dukate Aquitanien und Burgund erhielt. Hugos Tod 956 eröffnete die bis 965 währende Phase vormundschaftlicher Regierung durch Angehörige der liudolfingischen Familie mit ihrem Höhepunkt auf dem Kölner Hoftag 965 (Verlobung Lothars mit Emma). Der Tod Bruns (965) und Gerbergas (969) ließen Lothars Selbständigkeit wachsen, deren Grundlage - trotz geringen Königsguts - ein 960 mit Hugo Capet gefundener Ausgleich und der Bund mit nordfranzösischen Adligen (Heribert III. von Vermandois und Arnulf I. von Flandern) wurde. Lothars auf karolingischer Tradition fußendes Selbstbewußtsein äußerte sich 967 in offener Kritik an der ottonischen Rompolitik. Nachdem Kaiser OTTO II. Lothars Bruder Karl zum niederlothringischen Herzog erhoben hatte, machte Lothar 978 Ansprüche auf das regnum Lotharii in einem Heerzug nach Aachen und Metz geltend, dem OTTO II. und seine Gattin nur mit Mühe entkamen. Die Stärke der karolingischen Monarchie erwies sich beim ottonischen Rachefeldzug 978 bis vor Paris: Mit Unterstützung des Adels, vor allem Hugo Capets, konnte Lothar OTTO II. zurückschlagen. Erst im Mai 980 wurde der Konflikt auf einem Herrschertreffen in Margut-sur-Chiers beigelegt. Seine lothringischen Ziele verfolgte Lothar nach OTTOS II. Tod 983 weiter und besetzte 984, im Bund mit der ostfränkischen Opposition, Verdun.
Hatte Lothar seine Nachfolge bereits am 8. Juni 979 in der Erhebung seines Sohnes Ludwig V. zum Mit-König in Compiegne gesichert, so scheiterte er 984 mit der Erhebung Ludwigszum aquitanischen Unterkönig. Obwohl Lothar weder direkte königliche Herrschaft im Süden noch politische Ansprüche auf Lothringen durchzusetzen vermochte, kann sein Königtum als bedeutsame Phase für die Konsolidierung der Monarchie, vor allem als Markstein im endgültigen Zerfall des karolingischen Großreiches wie für die Ausbildung französischen Sonderbewußtseins in Auseinandersetzung mit dem ottonischen Kaisertum gelten.

Quellen:
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Recueil des actes de Lothaire et de Louis V, rois de France, ed. L. Halphen-F. Lot, 1908 -

Literatur:
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F. Lot, Les derniers Carolingiens, 1891 - HEG I, 748 ff. - B. Schneidmüller, Karol. Tradition und frühes frz. Kgtm., 1979, 156ff. - K. F. Werner, Les origines, 1984, 481 ff. [dt. 1989] - C. Brühl, Dtl. - Frankreich. Die Geburt zweier Völker, 1990 -



Brandenburg Erich: Tafel 5 Seite 10
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"Die Nachkommen Karls des Großen."

VII. 51. LOTHAR, König der Westfranken 954
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* 941, + 986 2. III.

Gemahlinnen:
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a) 966 vor 28. III.
Emma, Tochter Königs Lothars von Italien (siehe VIII. 27.)
          + nach 988 XII.

b)
Konkubine

Anmerkungen: Seite 124
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VII. 51. Lothar
siehe Lot, Derniers Carol. 10, 54, 164. Emmas Todestag war der 2- XI. ib.231, Anm. 5 [VII 69]



Werner Karl Ferdinand: Seite 472
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"Die Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr 1000 (1.-8. Generation)"

VII. Generation
69
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Lothars Regierungsantritt bei Brandenburg irrig mit "956" angegeben, datiert 954 XI 12, vgl. Lot, Dern. Carol., 9.
Die beiden unehelichen Söhne Arnulf und Richard (siehe VIII. 79. und 80.) setzen eine oder zwei Konkubinen voraus. Die Verlobung Lothars mit Emma, der Stieftochter Kaiser OTTOS I., fand wohl auf dem glanzvollen Hoftag zu Köln 965 IV statt, vgl. Köpke-Dümmler 375, Lot, Dern. Carol. 49.
Das Ehedatum wird von Flodoard erwähnt. Brandenburg gibt nicht auf der Tafel, sondern nur in der Anm. B. VII. 51. den uns überlieferten Todestag der Königin: XI 2 (Lot; Dern. Carol 231, Anm. 5). Die Zeitgrenzen endlich für Emmas Geburt ergeben sich aus der Ehezeit ihrer Eltern, die Brandenburg nicht richtig verzeichnet hatte (siehe oben VII, 27).



Schwennicke Detlev: Tafel 6
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

LOTHAR
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* Ende 941, + Laon 2. III. 986

Begraben: Reims St-Remi

1. XI. 954 König der WESTFRANKEN

  oo Anfang 966
      EMMA VON ITALIEN (ARLES)
      * 948, + 12. X. ... (nach XII I 988)

Tochter von König Lothar und Adelheid von Burgund



Glocker Winfrid: Seite 283
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik."

IV. b. 14. LOTHAR
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* Ende 941, + 986 III 2

954 XI 12 König des westfränkischen Reiches

  a) NNw. (eventuell zwei)

  b) 966 Anfang
      Emma, Tochter König Lothars von Italien und der Adelheid von Hoch-Burgund
      * 948/50, + nach 988 XII am XI 2

Der westfränkische König Lothar (III.) ist als Sohn Ludwigs IV. und dessen Gemahlin, der Königin Gerberga, bezeugt durch Widukind II c. 39, Seite 99, und beim Continuator Reginonis a. 965, Seite 175. Die jeweiligen Geburtszeiten für die Kinder aus dieser Ehe lassen sich, wie Werner VII. 69.-75. festgestellt hat, nach den zuverlässigen Angaben in den Annalen Flodoards bestimmen; für Lothar vgl. Flodoard a. 941 (am Ende), Seite 82. Die weiteren Belege für die Filiation Lothars sind bei Lauer, Louis IV. Seite 72 Anm. 2, und Lot, Derniers Seite 10, Anm. 1, zusammengestellt. Der Todestag König Lothars ist in den zwei Briefen Gerberts Nr. 73 und 74 genannt; vgl. dazu die Anm. 1 zu Brief Nr. 71 und die Anm. 5 zu Nr. 74 in der Gerbert-Ausgabe Weigles. Das Jahr nennen die Annales Laubienses a. 986, SS IV 17. Zum Todestag der Erhebung Lothars zum König im westfränkischen Reich vgl. Lot, Derniers Seite 9.
Die beiden unehelichen Söhne König Lothars, Arnulf und Richard, setzen eine oder zwei Konkubinen voraus. Nach Flodoard Seite 158 wurde die Hochzeit Lothars mit Emma, der Tochter der Kaiserin Adelheid aus deren erster Ehe, im Jahre 966 begangen. Schon Köpke-Dümmler Seite 375 und Lot, Derniers Seite 49, vermutern, daß die Ehe zwischen König Lothar und Emma auf dem Kölner Hoftag im Juni 965 vereinbart wurde. Die gegebene Geburstzeit Emmas ergibt sich aus der Ehezeit ihrer Eltern; die Belege für den Todestag der Königin Emma sind von Lot, Derniers Seite 231 Anm. 5, zusammengestellt.



Thiele, Andreas: Tafel 42
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

LOTHAR (II.)
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* 942, + 986

Seit 952 Mitregent, folgte er seinem Vater unter einem ottonischen Familienrat bestehend aus Mutter, Tante und Onkel (Erzbischof Brun von Köln) ohne Schwierigkeiten auf dem Throne. Lothar konnte gegenüber seinem Kronadel nur noch eine formale Hoheit wahren; er besaß nur kraft seiner königlichen Salbung und des Geblütes noch eine gewisse Autorität, aber keine reelle königliche Gewalt mehr. Er stand besonders gegen die Normandie, Aquitanien, Flandern und die ROBERTINER. Hauptstütze seines Königtums waren die stammesgleichen Grafen von Vermandois, die ihm 973 seine kraftvolle Politik um Lothringen ermöglichten. Er konnte Aachen besetzen, mußte aber im Frieden von Magur-sur-Chiers auf Lothringen verzichten. Allerdings mußte er Hugo von Franzien das Herzogtum Aquitanien zugestehen, der sich jedoch trotz königlicher Unterstützung nicht durchsetzen konnte. Den deutschen Thronstreit 983 nutzte er aus, unterstützte Heinrich den Zänker von Bayern und besetzte 985 Verdun. Obwohl Lothar ein fähiger Herrscher war, blieb seine Position bis zu seinem Tode recht labil.

  oo 966
      EMMA VON ARLES
                 + nach 989

Tochter des Königs Lothar von Italien, Stieftochter OTTOS DES GROSSEN



18.3.966
   oo Emma von Italien, Tochter des Königs Lothar
        948-2.11.988
 
 
 
 

Kinder:

  Ludwig V.
  966/67-21.5.987

  Otto Domherr
  um 970-13.11. vor 986

Illegitim

  Arnulf Erzbischof von Reims
  967-5.3.1021

  Richard
        - nach 987
 
 
 
 

Literatur:
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Adalberts Fortsetzung des Regino. in: Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte Band VIII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1977 Seite 224,226 - Adelheid Kaiserin und Heilige 931 bis 999 Info Verlag Karlsruhe 1999 - Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000, Seite 119,139, 141-144 - Althoff Gerd: Otto III. Primus Verlag Darmstadt 1997, Seite 40,59,61,92 - Alvermann, Andrea: Geschichte der Grafschaften, Ländereien & der Stadt Saint Pol. Übersetzung aus dem Mittelfranzösischen Kapitel 7 - Barth Rüdiger E.: Der Herzog in Lotharingien im 10. Jahrhundert. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990, Seite 146 Anm. 66 und 69,147,153,158,161 - Beumann, Helmut: Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite 84,98,116,127,130-132 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 5 Seite 10,124 - Brühl Carlrichard: Die Geburt zweier Völker. Deutsche und Franzosen Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln - Deutsche Geschichte Band 1 Von den Anfängen bis zur Ausbildung des Feudalismus Mitte des 11. Jahrhunderts. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1982, Seite 406 - Eberhard Winfried: Westmitteleuropa Ostmitteleuropa. Vergleiche und Beziehungen. Festschrift für Ferdinand Seibt zum 65. Geburtstag. R. Oldenbourg Verlag München 1992, Seite 84-86 - Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000, Seite 23-25,27,33,46,48 - Ehlers Joachim/Müller Heribert/ Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996, Seite 47,53,55,61-70,72,75,78,84 - Eickhoff Ekkehard: Theophanu und der König. Otto III. und seine Welt. Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 50,52,55,103, 110,117,174,242,285,294,297-310,312,315,319,417 - Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C. H. 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Hahnsche Buchhandlung Hannover 2001 - OTTO DER GROSSE. Magdeburg und Europa. Essays. Verlag Philipp von Zabern Mainz 2001 - OTTO DER GROSSE. Magdeburg und Europa. Katalog. Verlag Philipp von Zabern Mainz 2001 - OTTO DER GROSSE. Magdeburg und Europa. Kurzführer. Verlag Philipp von Zabern Mainz 2001 - Riche Pierre: Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1991, Seite 300,308-311,322 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992, Seite 209,211-218, 220-222,227 - Schneidmüller Bernd/Weinfurter Stefan: Otto III. Heinrich II. Eine Wende? Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997, Seite 47 A. 90,293 - Schneidmüller Bernd/Weinfurter Stefan (Hrsg.): Ottonische Neuanfänge. Symposium zur Ausstellung "Otto der Große, Magdeburg und Europa" Verlag Philipp von Zabern Mainz 2001 Seite 25,195,203, 285 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990, Seite 135,141,148,150 - Schwager, Helmut: Graf Heribert II. von Soissons. Verlag Michael Lassleben Kallmünz/Opf. 1994, Seite 51,210 Anm.805, 214, 220 Anm. 848,233,324 Anm. 1181 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 6 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 42 - Uhlirz, Karl: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Otto II. und Otto III. 1. und 2. Band. Verlag Duncker & Humblot Berlin 1967 - Werner Karl Ferdinand: Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1995, Seite 499,512,517,519,522-525 - Widukind von Corvey: Die Sachsengeschichte. Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stutggart 1981, Seite 53,71,155 - Wies, Ernst W.: Otto der Große, Bechtle Esslingen 1989, Seite 193,238,284,286 - Zimmermann, Harald: Otto der Große, Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1976 -