GUINES
 

Lexikon des Mittelaters: Band IV Spalte 1785
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Guînes
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(Guines; lat. Ghisnae, Ghisnia), Stadt und ehem. Gft. in N-Frankreich (heute dép. Pas-de-Calais), zw. Calais und St-Omer. Das castrum G. gehörte im 9. Jh. der Abtei St-Bertin. Lambert v. Ardres erwähnt für 928 den Dänen Sigfridus als Begründer der Gft. Sicher belegt ist ein Gf. aber erst für 1065; Balduin I. (vor 1065-ca. 1083); ihm folgten: Manasses I. (ca. 1084-1137/40), Arnulf I. (1137/40-69), Balduin II. (1169-1206), Arnulf II. (1206-20/21), Balduin III. (1220/21-45/47) und Arnulf III. (1245/47-83). Im 11.-12. Jh. verschafften sich die Gf.en v. G. durch den Bau von castra (G., Tournehem, Audruicq, Sangatte, Ardres) Respekt bei ihren Vasallen und erweiterten ihren Herrschaftsbereich (Anfall von Brédenarde und - durch Heirat - Ardres, 1176/77). Im Zuge der Kriege Kg. Philipps II. August gegen Flandern mußten die Gf.en v. G. jedoch ihr altes Lehensband zu den Gf.en v. Flandern aufkündigen und auf die Gf.en v. Artois  übertragen (1237). Der hochverschuldete Gf. Arnulf III. verkaufte 1281 einen Teil seiner Gft., das Bailliage v. Tournehem, an den Gf.en von Artois, 1283 ein noch größeres Territorium an den Kg. EinTeil kam 1295 über Arnulfs Enkelin Jeanne an die Gf.en v. Eu zurück. 1347-1558 waren Calais und G. in engl. Hand.