Jüngerer Sohn des Königs
Aethelwulf von Wessex
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 409
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Alfred der Große, König der West-Sachsen und
Engländer
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* 848, + 26. Oktober 899
Wantage
Jüngster Sohn des Königs Aethelwulfs, des Königs der Westsachsen (838-858)
Nach der "Angelsächsischen Chronik" wurde er mit
fünf Jahren von Leo IV. in Rom 853 "zum Königtum geweiht",
was vielleicht darauf hinweist, daß er konsularische Insignien
erhielt, oder als ein nachträglicher Versuch verstanden werden muß,
den zukünftigen König einem Thronfolger aus karolingischem
Hause ähnlich zumachen. Zur Zeit seiner Thronbesteigung (871) war
Wessex schon das mächtigste der englischen Königreiche. Bis 880
mußte Alfred jedoch sein Reich
gegen ständige Wikingerangriffe verteidigen. Zu dieser Zeit fühlte
er noch keine Verantwortung für die seinem Herrschaftsbereich benachbarten
Gebiete, die durch Verträge der dänischen Besiedlung überlassen
wurden. Ein überraschender Angriff der Dänen 878 zwang Alfred,
Zuflucht in Athelney zu suchen. Er sammelte seine Truppen und errang bei
Edington einen entscheidenden Sieg. In der Folgezeit ließ sich sein
besiegter Gegner, der dänische König Guthrum,
taufen und zog sich nach Ostanglia zurück. Alfred
nutzte die folgende Periode relativer Ruhe (bis 892), um planmäßig
Befestigungswerke anzulegen. Außerdem scheint er jetzt Anspruch auf
Erweiterung seines englischen Herrschaftsbereiches erhoben zu haben: Aethelred,
Ealdorman von Mercien, wurde sein Schwiegersohn und Stellvertreter und
übernahm nach der Besetzung Londons durch Alfred
(886)
dort die Herrschaft. Alfreds Königtum
wurde von der Gesamtheit der Engländer anerkannt, die nicht im dänischen
Machtbereich lebten. In einem Vertrag mit Guthrum
(ca. 886) versuchte Alfred
als Führer
der ealles Angelcynnes witan ("Ratsherren" des ganzen englischen Volkes),
auch als Schirmherr der Engländer unter dänischer Herrschaft
aufzutreten. In diesem Vertrag wurden ferner die Grenzen seines Herrschaftsgebietes
und des Danelaw festgelegt. Der letzte Abschnitt seiner Regierung ist erneut
durch Wikingereinfälle gekennzeichnet. Alfreds
neu geschaffene Kriegsflotte, die die Küste gegen Überfälle
verteidigen sollte, erzielte dabei kaum Erfolge. Durch die burhs wurden
die Wikinger jedoch von Wessex abgehalten und von westsächsischen
und mercischen Heeren schließlich überwunden.
ALFRED "DER GROSSE"
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* 849, + 899
Unterkönig von Kent; folgte 871 seinem Bruder Aethelred I. in England; war 853-855 mit dem Vater in Rom; 871 Schlacht bei Ashdown und danch jahrelange verzweifelte Abwehrkämpfe gegen die Dänen-Normannen: verheerende Plünderungszüge in ganz England fanden statt; die anderen Königreiche wurden völlig verwüstet; 878 wurde die Schlacht bei Ethandum gewonnen; Alfred eroberte 885 London und sicherte in der Folgezeit das Land südwestlich der Linie Chester/ Manchester-London/Themsemündung; erhielt das Gebiet im Frieden von Wigmore 886 zugestanden und baute sein verwüstetes Königreich wieder auf; errichtete ringsum Burgen zur Sicherung gegen Wales, dessen Fürsten er zum Teil lehnspflichtig machte, auch gegen Mercia und Ostanglia, die beide immer mehr dänisch besiedelt wurden. Er vernichtete 895 eine große dänisch-normannische Flotte an der Themsemündung, womit vorerst die Dänengefahr beendet wurde. Alfred der Große legte die Basis einer Finanzverwaltung, förderte die Kirche, war dichterisch und gesetzgeberisch tätig und war darin von größter Bedeutung. Er regte die engglische Annalistik an und fixierte das englische Gewohnheitsrecht, übersetzte unter anderem Beda Venerabilis, Orosius und Boethius und stand ständig gegen Mercia und Northumbrien.
oo ALSWITHE
+ 904
Tochter des Ealdormann der Gainen Aethelred und einer
Prinzessin von Mercia
oo Alswithe, Tochter des Ealdorman der Gainen Aethelred
um 850-
904
Kinder:
Eduard I. der Ältere
869-17.7.924
Aethelfleda
ca 870-12.6.919
889
oo Aethelred König von Mercia
- 912
Aelfthryd
-7.6.929
884
oo Balduin II. Graf von Flandern
863-10.9.918
Aethelward
-16.10.922
Literatur:
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Alvermann,
Andrea: Geschichte der Grafschaften, Ländereien & der Stadt Saint
Pol. Übersetzung aus dem Mittelfranzösischen Kapitel 3 -
Ludat, Herbert: An Elbe und Oder um das Jahr 1000. Skizzen zur Politik
des Ottonenreiches und der slavischen Mächte in Mitteleuropa, Böhlau
Verlag Weimar Köln Wien 1995, Seite 14,2,59 - Thiele, Andreas:
Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte
Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 196 -