Ältester Sohn des Grafen Balduin VIII. von Flandern-Hennegau
und der Margarethe von Flandern, Erbtochter von Graf Dietrich
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1368
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Balduin I., 1. lateinischer Kaiser von Konstantinopel;
------------- Graf von Flandern als
B. IX. und Hennegau als B VI.
* Juli 1171, + nach dem 20. Juli 1205
Sohn Balduins V. (VIII.) von Hennegau und Flandern
oo 1186 Maria, Tochter Heinrichs I., Grafen der Champagne
Balduin regierte seit dem Tod seiner Mutter (+ 15.11.1194) in Flandern und nach dem Tod seines Vaters (+ 17.12.1195) im Hennegau. Obwohl der französische König Philipp II. August einen Teil seines Erbes (Artois, Boulogne, Hesdin und anderes) besetzt hatte, unterhielt Balduin mit ihm anfangs nach außen hin gute Beziehungen (Militärabkommen Juni 1196). Bald danach suchte er jedoch gegen den französischen Expansionsdrang Anlehnung bei England und dem Imperium. Gestützt auf Verträge mit der englischen Regierung (Juni-Juli und September 1197), vermochte er das Gebiet von Tournai, Aire und Saint-Omer zurückzuerobern. Auf Betreiben von Papst Innocenz III. schlossen Philipp August und Balduin am 2. Juni 1200 den Vertrag von Peronne, der die Besitzverhältnisse im umstrittenen Grenzgebiet zwischen Flandern und der französischen Krondomäne im Sinne eines Kompromisses regelte. Im staufisch-welfischen Streit um die deutsche Königswürde (Doppelwahl von 1198) ergriff Balduin für den von England unterstützten Kandidaten, den WELFEN OTTO IV., Partei. - Balduins innere Politik war durch das Bestreben, die feudale Rechtsprechung zu regeln und die Verwaltung zu organisieren, geprägt; während der Hungersnot 1199 bekämpfte er Wucher und Preistreiberei. Balduin und seine Gattin zeichneten sich außerdem als Förderer der Dichtkunst aus. Am 14. April 1202 begab sich Balduin mit zahlreicher Gefolgschaft auf den 4. Kreuzzug. Er nahm an der Belagerung der christlichen Stadt Zadar (Zara) teil, welche die Kreuzfahrer unter dem Einfluss der Venezianer im November 1202 eroberten. Er beteiligte sich ebenfalls am Feldzug gegen das Byzantinische Reich, den die Kreuzfahrer zunächst nominell zugunsten des Thronprätendenten Alexios (IV.) Angelos unternahmen (erste Einnahme von Konstantinopel am 17. Juli 1203 und Erhebung des Alexios zum Kaiser). Nachdem Alexios IV. einem antilateinischen Aufstand zum Opfer gefallen war (+ 2. Februar 1204), schloss Balduin gemeinsam mit den übrigen Führern des Kreuzfahrerheeres ein Abkommen über die künftige Aufteilung des Byzantinischen Reiches. Nach der erneuten Einnahme von Konstantinopel (12. April 1204) und der nachfolgenden grausamen Plünderung der Stadt wurde Balduin - gegen seinen Konkurrenten Bonifaz von Montferrat - am 9. Mai 1204 von einem Zwölferausschuss aus 6 Venezianern und 6 Kreuzfahrern zum Kaiser gewählt und am 16. Mai in der Hagia Sophia gekrönt. Von seiner Residenz, dem Blachernenplatz, aus versuchte Balduin eine Neuordnung des Reiches, das nur zu einem Teil seiner direkten Herrschergewalt unterstand (weite Gebiete hatten sich die Venezianer sowie die übrigen Führer des Kreuzzuges, die in kurzer Zeit autonome feudale Fürstentümer errichteten, gesichert). Balduin geriet bald in Auseinandersetzungen mit dem bulgarischen Zaren Kalojan. Am 14. April 1205 unterlag Balduin dem bulgarisch-kumanischen Heer bei Adrianopel. Er geriet in bulgarische Gefangenschaft; sein weiteres Schicksal ist unbekannt.
Literatur:
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NBW I, 225-238 [W. Prevenier] – E. Gerland, Gesch. des
lat. Ksr.es v. Konstantinopel I, 1204-1226, 1905 – M. Erbstösser,
Die Kreuzzüge. Eine Kulturgesch., 1977 -
XIV. 513 b. BALDUIN VI. (IX.), Graf von Hennegau und
Flandern, Kaiser von Konstantinopel ------------------------------------------
* 1171, + 1205 11. VII.
Gemahlin: 1186 6. I. Marie, Tochter Heinrichs I. Graf
von Champagne (siehe XIV 80)
+ 1204 9. VIII.
BALDUIN IX. (I.)
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* 1171, + 1205 (in bulgarischer Haft)
Balduin folgte 1195 seinem Vater, behauptete gegen Holland die Hoheit über Seeland, ging auf die englische Seite über und siegte 1194 mit in der Schlacht bei Frateval. Er erkannte trotzdem 1200 die französische Hoheit an und bekam von Philipp II. August den nördlichen Teile von Artois zurück. Er wählte 1198 OTTO IV. VON BRAUNSCHWEIG mit gegen PHILIPP VON SCHWABEN und war 1202 einer der Führer des 4. Kreuzzuges und eroberte 1204 mit Konstantinopel. Er wurde nach der Eroberung von Konstantinopel am 16.5.1204 zum Lateinischen Kaiser gewählt. Seine Macht war gering und er versuchte auch nicht, mehr aus seinem Amt zu machen, als ihm die Venetianer und die Barone zugestanden. Er nahm sofort den Krieg gegen Bulgarien auf und wurde am 14. April 1205 bei Adrianopel von den Bulgaren unter Kolojan vernichtend geschlagen und starb in bulgarischer Gefangenschaft.
1186
oo Marie von Blois, Tochter des Grafen Heinrich
I. von Champagne
+ 1204
BALDUIN I. (IX.)
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* 1171, + 1205
Balduin I. folgte 1195 im gesamten Erbe der Eltern und war einer der militärischen Anführer des 4. Kreuzzuges, der 1203/04 von Venedig und Papst Innocenz III. initiierte wurde und wurde nach der Eroberung von Konstantinopel 1204 Kaiser. Er gründete das sogenannte "Lateinische Kaiserreich", in dem Venedig dominierte. Er war nur formal Herrscher; sein Reich - auch "Romanien" genannt - umfasste unmittelbar nur den engeren Raum um den Bosporus und Hellespont, Lesbos und Chios; dazu kamen die Vasallenfürstentümer auf der Peloponnes und die Herzogtümer Theben und Athen. Balduin I. geriet sofort schroff gegen die anderen Teilreiche zu Nikäa und Thessalonich und gegen Bulgarien. Er stellte formal die Kirchenunion her, doch wurde durch hemmungslosen Vandalismus die Kluft nur verstärkt und die Bevölkerung wurde nie gewonnen. Er verlor 1205 die Schlacht bei Adrianopel gegen die Bulgaren, wurde gefangen und starb in bulgarischer Haft.
1186
oo Marie de Blois, Tochter des Grafen Heinrich
I. von Blois-Champagne
+ 1204
Die Frage von Namur hat sich in der Folge ohne größere
Verwicklung gelöst. Graf Heinrich von der
Champagne ist im Frühjahr 1191 zum Kreuzzug aufgebrochen
und in Palästina geblieben, wo er durch die Heirat mit Isabella,
der Tochter König Amalrichs von Jerusalem,
im dortigen Königtum nachfolgte. Nach dem Tode des Grafen Heinrich
von Namur im Jahre 1196 wurde die Vereinigung mit dem Hennegau durchgeführt.
Schon vorher hatte übrigens Balduin V. eine neue Regelung getroffen,
als sein jüngerer Sohn Philipp die Tochter des Grafen von Nevers
geheiratet hatte. Für diese Gemahlin sollte nämlich als Heiratsgut
die Hälfte der Grafschaft Namur gegeben werden. Gislebert von Mons
hat uns das als Testament des alten Grafen von Namur überliefert.
Danach hatte der älteste Sohn Balduindie
Grafschaft Namur als unmittelbares Lehen vom Kaiser zu führen und
hatte sie an seinen Bruder Philipp weiterzuverleihen. Die ursprünglich
vorgeschriebene untrennbare Verbindung der Markgrafschaft Namur mit dem
Hennegau blieb also erhalten, der neue Graf Balduin
VI. vom Hennegau war auch Markgraf
von Namur, obwohl sein Bruder Philipp sich gelegentlich ebenfalls Markgraf
titulierte. Außerdem hat der Kaiser die Grafschaften Laroche, Durbuy
und Luxemburg vom Namurschen Erbe abgetrennt und dem Grafen Otto von Burgund
übertragen. Andererseits hat Graf Heinrichs Tochter Ermesinde in ihrem
Gemahl, dem Grafen Theobald von Bar, einen Verfechter ihrer Ansprüche
gefunden, der im Vertrag von Dinant am 26. Juli 1199 eine Teilung des Namurschen
Besitzes durchsetzen konnte, die die Markgrafschaft Namur zur Bedeutungslosigkeit
verurteilte.
In der Zwischenzeit war Balduins Gemahlin Margarethe
gestorben, so dass nun die Grafschaft Flandern an den Sohn dieser
Ehe,
Balduin, ging, und der alte Graf
Balduin V. sich nur noch Graf vom Hennegau und Markgraf von Namur nannte.
Nach der Entscheidung im Lütticher Bischofsstreit begann sich die
politische Situation weitgehend zu ändern. Es war ja schon vorher
zu einer Annäherung zwischen Herzog Heinrich und dem Grafen Balduin
und dessen gleichnamigem Sohn gekommen, die in ein Bündnis ausgelaufen
war. Bedingt war diese Annäherung wohl zum guten Teil durch die jetzt
aufgekommenen Spannungen zwischen Nieder-Lothringen einerseits, Geldern
und Limburg andererseits.
Nun kam es gleich nach den Friedensverhandlungen mit
dem Hennegau zu einem Krieg zwischen Herzog Heinrich einerseits und dem
Grafen von Geldern und dem Herzog von Limburg andererseits. Die Gründe
für die Auseinandersetzung sind nicht bekannt. Herzog Heinrich erhielt
auf sein Ersuchen hin die Unterstützung des älteren und des jüngeren
Balduin. Sobald er mit einem starken
Heere die Maas bei Maastricht überschritten hatte, unterwarfen sich
jedoch seine Gegner. Eine ganze Reihe Limburger Besitzungen ging jetzt
zu Lehen an Herzog Heinrich, darunter Arlon und Rolduc. Außerdem
trat der Limburger die wichtige Vogtei über St. Truiden ab. Er erhielt
sie zwar als Lehen von Heinrich zurück, durfte sie aber ohne dessen
vorherige Zustimmung an niemand weiterverleihen. Dadurch kam der Herzog
in seinen Plänen zum Ausbau Brabants ein gutes Stück voran.
Anschließend zeigte sich eine Linie der Neugestaltung in seiner Politik
gegenüber dem Kaiser. Er vereinigte sich im August 1195 mit dem Erzbischof
von Köln und den beiden Balduinen zu einem gemeinsamen Besuch an den
kaiserlichen Hof. Ein äußerer Anlass war dadurch gegeben, dass
der jüngere Balduin die Belehnung
mit Reichsflandern benötigte, hinter dieser Reise standen aber wohl
noch bedeutendere Absichten, über die wir nicht unterrichtet sind.
Auf solche Faktoren weist das militärische Bündnis, das in diesen
Tagen der jüngere
Balduin mit Herzog Heinrich abschloss.
Sie fanden den Kaiser bei Straßburg. Die Belehnung des jungen
Balduin wurde ohne weiteres erteilt. Indessen erkrankten alle
4 und mussten die Heimreise beschleunigen. Der alte Graf Balduin V.
hat sich nicht mehr erholt, er starb am 17. Dezember 1195 in Mons. Damit
wurden Flandern und Hennegau unter seinem Sohn wieder vereinigt.
Die Feindseligkeiten zwischen Frankreich und England
begannen schon im September 1198. Militärische Hilfe für England
leistete vor allem Graf Balduin IX. von Flandern.
Der niederlothringische Herzog hielt sich noch zurück. Für die
welfische
Partei in den Niederlanden war es nun ein großes Hindernis, dass
Bischof Albert von Lüttich zur staufischen
Seite hielt, deshalb bemühten sich Herzog Heinrich und der flämische
Graf, ihn für OTTO IV. zu gewinnen.
Das gelang ihnen offensichtlich soweit, dass sie ihn dieser politischen
Linie geneigt machten, doch blieb er im Ganzen noch vorsichtig. Als nämlich
Heinrich und Balduin die Stadt Lüttich
dazu brachten, OTTO IV. aufzunehmen,
griff der Bischof zu unfreundlichen Maßnahmen, durch die der König
schon bald wieder zum Verlassen der Stadt gezwungen wurde. Auf diese Entwicklung
hat wohl auch der Tod des englischen Königs
Richard eingewirkt, denn es schien, dass sein ihm nachfolgender
Bruder Johann die gesamte Politik ändern
werde, obwohl noch im Jahre 1198 Herzog Heinrich und eine Reihe anderer
niederländischer Großen ihr Bündnis mit König
Richard erneuert hatten. Indes wurde Johann dann doch durch
die weitere feindliche Haltung Frankreichs gezwungen, die bisherige politische
Linie gegenüber den deutschen Fürsten fortzusetzen. Ende Mai
1199 gingen der Herzog von Nieder-Lothringen und die Grafen von Boulogne
und Guines nach England, um dort für ihre von England abhängigen
Lehen die Huldigung zu leisten. Etwas später tat das der Graf von
Flandern gegenüber dem inzwischen auf das Festland gekommenen König.
Herzog Heinrich hat zusammen mit dem Erzbischof von Köln im Sommer
1199 an OTTO IV. aktive militärische
Unterstützung geleistet. Der Misserfolg dieser Aktion führte
zu einem Gegenzug PHILIPPS VON SCHWABEN
zum Niederrhein, den Herzog Heinrich im September auffangen konnte. Zu
diesem Zeitpunkt befand sich die Sache OTTOS IV.
allerdings
im Rückgang. Der englische König nahm Verhandlungen mit dem französischen
auf und schloss mit ihm einen Waffenstillstand, worauf Graf
Balduin von Flandern auf die französische Seite wechselte.
Demzufolge machten sich auch stärker wieder die lokalen Interessen
in den Niederlanden geltend. Die führende Rolle, die der Erzbischof
von Köln und neben ihm Herzog Heinrich innehielten, erregte die Unzufriedenheit
der Grafen von Loon, Geldern und Holland und des Bischofs von Utrecht,
die sich besonders vom Herzog bedroht erachteten. Diese Gegensätze
kamen nach dem Tode Bischof Alberts von Lüttich am 2. Februar 1200
zum Ausdruck, als über die Wahl des Nachfolgers Uneinigkeit aufkam,
die sich letzten Endes am Gegensatz zwischen WELFEN
und STAUFERN
nährte. So war die
Wahl des Propstes Hugo von Pierrepont am 3. März 1200 nicht einstimmig.
Wegen der Wichtigkeit des Vorgangs war OTTO IV.
nach Lüttich gekommen und erteilte ihm sofort die Regalien. Zu seiner
Unterstützung waren auch Herzog Heinrich und Graf
Balduin von Flandern bereit. Die Gegenseite, gestützt hauptsächlich
auf die Archidiakone, die auch die Träger der antikölnischen
Politik des verstorbenen Bischofs gewesen waren, appellierten nach Rom.
Nach dem Sieg der welfischen Seite kam indes in der Reichspolitik
die Idee eines Schiedsgerichtes zwischen den beiden Bewerbern um die Krone
auf. OTTO IV. benannte von seiner Seite
aus dazu neben dem Erzbischof von Köln, den Bischöfen von Münster,
Lüttich, Utrecht und Paderborn, dem Abt von Korvey und dem Grafen
von Flandern auch Herzog Heinrich von Nieder-Lothringen. Indes wurde dieses
Schiedsgericht von staufischer Seite
schließlich abgelehnt. Der Papst zeigte sich in dieser Zeit den speziellen
Plänen Herzog Heinrichs geneigt, indem er die Dispens wegen zu naher
Verwandtschaft für die vorgesehene Eheschließung zwischen dessen
Tochter und OTTO IV. erteilte. Die
welfische Seite erhielt jetzt wieder einen Auftrieb in den Niederlanden.
Im Gegenzuge bemühte sich der französische König, dort welfische
Anhänger für sich und die STAUFER
zu
gewinnen. So fanden Verhandlungen mit Herzog Heinrich und dem Grafen
Balduin von Flandern in Compiegne
statt. Herzog Heinrich ließ sich nicht gewinnen, aber der Gegensatz
zu Nieder-Lothringen brachte wohl um die Wende von 1200 zu 1201 den Bischof
von Utrecht und die Grafen von Holland, Geldern und Loon auf die staufische
Seite.
Ehlers Joachim: Seite 135,144
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"Die Kapetinger"
Ein solches Bündnis bahnte sich im Mai 1181 an, als
der Graf von Flandern die doppelte Eheverbindung zwischen den Häusern
FLANDERN-HENNEGAU und CHAMPAGNE aushandelte, wonach der junge
Graf
Heinrich von Troyes Jolanthe von Hennegau heiraten sollte, Nichte
des Grafen von Flandern und Schwester der französischen
Königin Elisabeth; im Gegenzug wurde ihr Bruder Balduin
mit Maria von Troyes verlobt, der Schwester
des Grafen Heinrich.
Der deutsche Thronstreit war ersichtlich ein Ableger
des angevinisch-kapetingischen Konflikts,
in dem Philipp II. fortan mit einer
angevinisch-welfischen
Koalition rechnen mußte, der sich Graf Balduin
IX. von Flandern schon angeschlosen hatte.
Erbe Michael: Seite 38
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"Belgien, Niederlande, Luxemburg. Geschichte des niederländischen
Raumes."
Sein Sohn Balduin IX. nahm am vierten Kreuzzug und der Eroberung von Konstantinopel teil und hatte 1204/05 den Thron des dort geschaffenen Lateinischen Kaiserreiches inne. Er hinterließ zwei Töchter, von denen die erste trotz zweier Ehen keine Nachkommen hinterließ. Die zweite, Margarethe von Konstantinopel (+ 1229), war gleichfalls zweimal verheiratet. Die erste Ehe mit Burkhardt von Avesnes aus hennegauischem Rittergeschlecht wurde annulliert, weil der Ehemann ursprünglich zum Priester bestimmt gewesen war und bereits die niederen Weihen erhalten hatte. Die zweite wurde mit Wilhelm von Dampierre, dem Spraoß eines Adelshauses aus der Champagne, geschlossen. Über die Erbansprüche der Kinder aus diesen Ehen fällte König Ludwig IX. von Frankreich 1246 einen Schiedsspruch: die DAMPIERRE erhielten Flandern, die AVESNES Henengau.
Leo Heinrich Dr.: Seite 78-87
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"Zwölf Bücher niederländischer Geschichten"
Seitdem Balduin V. (oder der Mutige) von Hennegau seinem
Sohne Balduin VI. (in Flandern
VIII.) nach dem Tode seiner Gemahlin in Flandern hatte huldigen
lassen, führte dieser auch allein die Regierung der Markgrafschaft,
und schloß nun mit Heinrich von Brabant zu Rupelmonde ewigen Frieden
und ein Schutz- und Trutzbündnis. Hierauf stellte Balduin von Hennegau
den jungen Markgrafen von Flandern in Straßburg dem Kaiser vor, und
ließ ihn mit den deutschen Lehen bei Flandern investieren, erkrankte
aber während der Hitze des Hochsommers. Der junge Balduin
traf Vorbereitungen zur Teilnahme an einem Krieg des Königs von Frankreich,
während sich der Vater zum Tode bereitete und seinem jüngeren
Sohne Philipp die Markgrafschaft Namur als hennegauisches
Afterlehen übertrug.
Nach dem Tode seines Vaters nahm Balduin
Besitz auch von Hennegau, und belehnte seinen Bruder Philipp mit
Namur. Im Februar 1196 zog er hierauf nach Huy, und erhielt die Belehnung
mit Hennegau von Bischof Albert. Immer noch konnten die Fläminger
den Verlust des Artois nicht verschmerzen, und da nun jene Streitigkeiten
aufgehört hatten, welche früher seinen Vater von allen Seiten
bedrohten und zum Nachgeben gegen Frankreich geneigt machten, da überdies
die Feindschaft Englands gegen Frankreich einen guten Anhalt bot, wandte
Balduin
seine
Waffen statt für Frankreich gegen England vielmehr gegen seinen Lehensherrn
, den König selbst, indem er an der Spitze eines streitgerüsteten
Heeres, das Artois zurückforderte, und, da es verweigert ward, den
Krieg begann. Von Gent zog er im Julius über Doornik und Cambray gegen
Douay, was er einnahm; von Arras, vor welcher Stadt er sich lagerte, zog
er wieder ab, als sich ein französisches Heer nahte; dies konnte in
der Richtung von Douay nicht vordringen, und ging also bei Aire über
den Leje, um W-Flandern zu verwüsten. Das flämische Heer zog
sich nun nach Ypern. Der König unterhandelte und führte endlich
sein Heer, ohne weitere Vorteile errungen zu haben, wieder zurück.
Um diese Zeit wurde Balduinauch in
die deutschen Reichsangelegenheiten verflochten, welche wir übergehen,
und nur bemerken, daß er sich für die welfische
Seite entschied, während die Limburger die weiblingische
hielten.
Es scheint, daß ihn diese Verhältnisse von weiteren Versuchen
gegen Frankreich abhielten. Erst im September 1198 finden wir ihn mit einem
neuen Angriff auf Artois beschäftigt. Diesmal nahm er Aire; St. Omer
mußte sich nach sechswöchiger Verteidigung ergeben: und nun
öffneten Lilliers, ohne Widerstand zu versuchen, die Tore. Dann ward
der Krieg in den Gegenden von Therouenne fortgeführt, bis der König
von Frankreich und Graf Balduin zu
Weihnachten des Jahres 1200 in Peronne zusammentrafen, und durch die Vermittlung
der Gräfin Maria [Daß sich
Balduin
fügte, hatte auch den Grund, daß sein Bruder Philipp von
Namur 1199 in der Nähe entweder von Lens oder von Leuze, nebst
12 Rittern durch die Franzossen gefangen worden, und dann vom König
von Frankreich, gegen Zusage großen Lösegeldes, freigegeben
worden war.] ein Friede dahin zustande kam, daß ein Teil des Artois
wieder für flämisches Lehen erklärt ward, nämlich St.
Omer, Aire, Guines, Ardres, Lilliers, Rochebourg, La Gorgnes, die Vogtei
von Bethune, die Burg von Mortagne usw. Hingegen alles Übrige, was
(von Flandern aus gerechnet) jenseits des neuen Grabens lag, blieb bei
Frankreich. Der Friede ward im Februar publiciert.
Um dieselbe Zeit hatte Balduin
das Kreuz genommen, und auch seine Gemahlin Maria
wollte an dem Zuge teil nahmen. Sein Bruder Heinrich
entschloß sich ebenfalls zu seiner Begleitung, nebst vielen von Adel
aus Flandern und Hennegau, namentlich auch Dietrich, ein natürlicher
Sohn des früher verstorbenen Grafen Philipp von Flandern. Vor seiner
Abreise bestätigte Balduin noch
die Stadtrechte von Geersbergen und von anderen Orten, und schaffte
im März einen für alle Weinbauern in Flandern drückenden
Mißbrauch ab.
Zur Verwaltung seiner Lande in seiner Abwesenheit ordnete
Balduin
eine Regentschaft, bestehend aus seinem Oheim (dem Bruder Balduins des
Mutigen) Wilhelm Herrn von Chateau Thierrey, aus seinem Bruder
Philipp von Namur und aus Herrn Bouchard d'Avesnes (dem Sohne
Jacques d'Avesnes). Die Sorge für seine Tochter Johanna
übertrug er der verwitweten Gräfin von Flandern Mathilde;
seine Gemahlin wollte ihm selbst folgen, sobald sie ein zweites Kindbett
überstanden hätte [Sie gebar ihm die zweite Tochter Margaretha.];
und nach allen diesen Anordnungen brach er gegen Pfingsten 1202 auf, um
nach Venedig zu ziehen. Die Geschichte des Kreuzzuges übergehen wir
hier. Es ist bekannt, daß derselbe sich durch eine Reihe eingreifender
anderweitiger Verhältnisse zu letzt gegen das griechische Reich kehrte,
und daß Balduin in Folge davon am Sonntag Misericordia nach Ostern
des Jahres 1204 zum lateinischen Kaiser des griechischen Reiches
erwählt und Sonntags darauf am 16. Mai gekrönt wurde. Er regierte
nur bis zum 14. April 1205, wo er in der Schlacht von den Bulgaren gefangen
wurde, in deren Gewahrsam er sein Leben endigte [Ibid. Seite 396 "Die Barone
erhielten die sichere Nachricht von dem Tode des Kaisers erst im Sommer
des Jahres 1206."].
Da die Kaiserin Maria,
die ihrem Gemahl Balduin voraus nach
Palästina geeilt war, inzwischen zu Accon gegen Ende Augusts 1203
gestorben
war, waren die Erbinnen Balduins in Flandern, seine beiden Töchter
Johanna und Margaretha,
vielfachen Gefahren ausgesetzt. Von Frankreich war am meisten zu fürchten;
dennoch hielt es Philipp von Namur im Einverständnis mit Mathilden
für die geratenste Maßregel, zum Schutz der Fräulein, sie
von Gent weg und an den französischen Hof unter Vormundschaft des
Königs zu bringen [Wenigstens faßte er die Sache so, obgleich
seine Heirat mit Marien, der Tochter
des Königs, und die Erlassung des noch rückständigen Lösegeldes
die Folge war. Allerdings hatte der König als oberster Lehensherr
einen Anspruch auf die vormundschaftliche Regierung.]. Fläminger nd
Hennegauer waren über diese Maßregel gleich sehr erbittert und
entzogen Philipp allen Anteil an der vormundschaftlichen Regentschaft,
welche nun Bourchard d'Avesnes allein weiter führte.
Mayer Hans Eberhard: Seite 174,180,182
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"Geschichte der Kreuzzüge"
Bald nach einigen französischen Großen gelobte
auch Graf Balduin von Flandern und Hennegau die
Kreuzfahrt, und viele Adlige N-Frankreichs folgten dem Beispiel ihrer Herren.
Die drei Grafen schickten sechs Gesandte nach Italien, die mit einer der
Seerepubliken einen Vertrag über den Transport des Heeres aushandeln
sollten. Die Verhandlungen sind ein Meilenstein in der Geschichte der Diplomatie,
den wir begegnen hier erstmals Generalbevollmächtigten mit völliger
Handlungsfreiheit. Die Gesandten waren es, die sich Venedig als Partner
aussuchten. Der Vertrag sah vor, dass Venedig den Schiffsraum und die Verpflegung
auf ein Jahr für 4.500 Ritter, 9.000 Knappen und 20.000 Fußsoldaten
stellen und sich überdies mit 50 Kriegsschiffen aktiv am Kreuzzug
beteiligten solle. Als Fahrpreis vereinbarte man 85.000 Mark Silber, zahlbar
in vier Raten. Die Heeresziffern beruhten auf Schätzungen der Gesandten
und erwiesen sich später als weit überhöht. In einem geheimen
Zusatzabkommen vereinbarte man Ägypten als Angriffsziel, doch kamen
die Parteien überein, die Kreuzfahrer zunächst in dem Glauben
zu lassen, es gehe ins Heilige Land.
Kaum waren die Gesandten mit dem Vertrag heimgekehrt,
als Theobald von der Champagne starb. Auf der Versammlung in Soissons (Juni
1201) wählten die Barone nunmehr den Markgrafen Bonifaz von Montferrat
zum Anführer, eine Stellung, die Theobald nicht gehabt hatte. Die
Wahl eines Italieners muss überraschen, wenn sie auch vom französischen
König gefördert worden war.
Der Reisetermin im April 1202 verstrich ungenutzt. Die
Burgunder und Provenzalen entschieden sich für das nähere Marseille
als Verschiffungshafen und schwächten dadurch das Hauptheer. Die Nordfranzosen
und ein kleines deutsches Kontingent unter dem elsässischen Zisterzienserabt
Martin von Paris zogen nach Venedig. Hier geriet das Heer bald in die peinlichste
Geldverlegenheit, weil nur etwa 11.000 Mann zusammengekommen waren, die
Venezianer aber den auf der Grundlage von 35.000 Mann kalkulierten Preis
nicht herabsetzten. Trotz aller Bemühungen musste man 34.000 Mark
schuldig bleiben. Da schlug der Doge ein Schuldenmoratorium vor, falls
die Kreuzfahrer bereit seien, die 1186 von Venedig abgefallene Stadt Zara
an der dalmatischen Küste vom König von Ungarn zurückzuerobern.
Nach der Eroberung Konstantinopels wurde das byzantinische
Reich gemäß den Bestimmungen des Vertrages vom März 1204
mit größter Kaltblütigkeit und Methodik zerlegt, die die
kühle Staatsraison der Venezianer erkennen lässt. Von der Beute
im Wert von etwa 900.000 Mark Silber gingen 500.000 an die Venezianer.
Dann trat das vorgesehene Wahlkonzil aus 6 Venezianern und 6 Franzosen
zusammen, um einen neuen Kaiser zu wählen. Der venezianischen Einheitsfront
gelang es mühelos, die Kandidatur des Bonifaz von Montferrat zu blockieren
und statt dessen den schwächeren Balduin
von Flandern (1204-1205) wählen zu lassen, der am 16. Mai
mit byzantinischem Gepränge, aber durchaus nach lateinischem Ritus
in der Hagia Sophia zum 1. Kaiser von Romania, dem lateinischen
Kaiserreich von Konstantinopel, gekrönt wurde und nach byzantinischem
Vorbild seine Urkunden mit roter Tinte unterschrieb. Dennoch besaß
er nur einen Schatten der Herrschaftsfülle seiner byzantinischen Vorgänger.
Der Vertrag von 1204 entmachtete ihn von vornherein dadurch, dass er von
der Verteilung der rund 600 Lehen und der hohen Ämter ausgeschlossen
wurde, sich also keine Hausmacht schaffen konnte. Die Verteilung erfolgte
durch eine paritätisch besetzte venezianisch-fränkische Kommission.
Vertragsgemäß erhielt der Kaiser den Blachernenpalast und den
Bukoleonpalast in Konstantinopel sowie ein Viertel des Reiches und zwar
Thrakien und das nordwestliche Kleinasien nebst den Inseln Lesbos, Chios
und Samos.
Man kannte im Kaiserreich vermutlich nur mündlich
tradiertes Gewohnsheitsrecht. Die Amtssprache war Latein, selten und nur
seit Balduin II. Französisch,
das aber von Anfang an die Umgangssprache des Hofes war.
Gleich beim ersten Zusammentreffen mit den Bulgaren verloren
die Lateiner 1205 die Schlacht bei Adrianopel. Der Kaiser geriet in Gefangenschaft
und blieb verschollen.
Norwich John Julius: Band III Seite 218-248
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"Byzanz"
Neben Doge Dandolo, der sich jetzt stolz "Herr eines Viertels
und eines halben Viertels des Römischen Reichs" nannte, gab Kaiser
Balduin eine beklagenswerte Figur ab. Da weitere drei Achtel
des Reichs als kaiserliche Lehen an die fränkische Ritterschaft verteilt
worden waren, blieb ihm gerade noch ein Viertel des Territoriums, über
das seine unmittelbaren Vorgänger geherrscht hatten. In der Hauptsache
handelte es sich um Thrakien - allerdings ohne die wichtige, an Venedig
gefallene Stadt Adrianopel - und den Nordwesten Kleinasiens sowie einige
Inseln in der Ägäis wie Lesbos, Samos und Chios. Doch selbst
dieses drastisch verkleinerte Patrimonium war umkämpft. Vor allem
Bonifaz
von Montferrat, der sich des Thrones allzu sicher gewesen und
wütend darüber war, dass man ihn übergangen hatte, schlug
die anatolischen Ländereien, die ihm angeboten wurden, zornig aus
und nahm sich statt dessen Thessalonike; er machte die Stadt zum Sitz eines
Königreichs, welches große Teile Makedoniens und Thessaliens
umfasste. Irgendwie gelang es ihm auch, die Oberherrschaft über die
kleinen fränkischen Herrscher zu gewinnen, die sich im Süden
aufgeschwungen hatten, namentlich über den Burgunder Otto de la Roche
in Böotien und Attika (dem sogenannten Herzogtum Athen) sowie den
Franzosen Wilhelm von Champlitte auf dem Peloponnes, auf den schon bald
das Haus VILLEHARDOUIN folgen sollte.
Es versteht sich beinahe von selbst, dass die neuen Herrscher
in den ehemaligen byzantinischen Gebieten durchweg verhasst waren. Ökonomisch
fanden keine großen Umwälzungen statt. Abgesehen davon, dass
die Steuern künftig an eine lateinische Grundbesitzerfamilie statt
eine griechische gezahlt wurden, gestaltete sich das provinzielle und ländliche
Leben beinahe so wie eh und je. Was Moral und Gesinnung betraf, hatte sich
das Klima jedoch vollkommen verändert. Die fränkischen Feudalherren
gebärdeten sich tyrannisch und arrogant, und sie machten aus ihrer
Verachtung für die Menschen, die sie nicht nur für unterworfen,
sondern auch für minderwertig hielten, keinen Hehl; außerdem
setzten sie als unbeugsame Bewahrer der römischen Kirche den lateinischen
Ritus überall durch, wo es eben möglich war. Die arme Landbevölkerung
konnte dagegen nichts ausrichten. Mürrisch, widerwillig und mit Bitterkeit
im Herzen schickte sie sich in das Unvermeidliche. Der Adel dagegen zeigte
sich längst nicht so unterwürfig. Viele griechische Adlige verließen
angewidert das Land ihrer Vorfahren und zogen in einen der Nachfolgestaaten
von Byzanz, wo der nationale Geist und der orthodoxe Glaube noch lebendig
waren.
Als Herrscher eines Reichs, das allgemein als byzantinisches
Exil galt, hatte Theodor I. Laskaris von Nikäa
Anfangsschwierigkeiten
zu meistern, die eine schwächere Persönlichkeit nicht bewältigt
hätte. Abgesehen von seinen Rivalen in Epiros und Trapezunt, von wo
David
Komnenos im Herbst 1204 mit besorgniserregender Schnelligkeit
westwärts eilte, schossen auf seinem eigenen Gebiet kleine griechische
Fürstentümer wie Pilze aus dem Boden: eines in Philadelphia,
ein weiteres im Mäandertal, ein drittes in der unbedeutenden kleinen
Stadt Sampson in der Nähe von Milet. Als dieses schlimme Jahr sich
dann dem Ende zuneigte, überquerte zudem ein von Balduin,
dessen Bruder Heinrich und Graf Ludwig
von Blois geführtes Frankenheer den Bosporus und durchstreifte Kleinasien.
Zwar hatte sich Theodor verpflichtet, außer der Verwaltung auch das
Heer wiederaufzubauen, doch war dieses zu dem Zeitpunkt noch völlig
unvorbereitet. Am 6. Dezember 1204 erlitt es bei Poimanenon (heute vermutlich
Eski Manyas), etwa 60 Kilometer südlich des Marmarameeres, denn auch
eine vernichtende Niederlage, und die Franken erhielten dadurch die Kontrolle
über die gesamte Küstenregion Bithyniens bis nach Brussa (Bursa).
Wären sie nur 100 Kilometer weiter bis Nikäa marschiert, hätten
sie Theodors Kaiserreich vielleicht
schon kurz nach seiner Entstehung vernichtet. Er hatte jedoch Glück,
denn sie mussten ihren Feldzug wegen einer bedrohlichen Balkankrise überstürzt
abbrechen.
Nun sollte Balduins
Arroganz sich rächen. Die griechischen Landbesitzerfamilien in Thrakien,
die vorerst bereit gewesen waren, die fränkische Oberherrschaft zu
akzeptieren, fühlten sich inzwischen als Menschen zweiter Klasse.
Sie rebellierten, konnten sich der Hilfe des Bulgaren-Zars
Kalojan versichern und boten ihm die Kaiserkrone für den
Fall an, dass er die Lateiner aus Konstantinopel vertreibe. Nichts konnte
Kalojan
gelegener
kommen. Zu Anfang des Jahres 1204 war er zwar von einem Gesandten Innozenz'
III. bereits zum König (jedoch nicht zum Kaiser) gekrönt worden
und hatte die römische Oberhoheit anerkannt, doch hatte dies seine
Besorgnis über die Ausweitung des lateinischen Machtbereichs auf die
gesamte Halbinsel nicht vermindert. Ihm lag ebensoviel daran wie der byzantinischen
Bevölkerung, das Land von der Kreuzfahrerpest zu befreien. Zu Beginn
des Jahres 1205 marschierten die Zarentruppen los; am 14. April vernichteten
sie das fränkische Heer vor Adrianopel. Ludwig von Blois kam um, Balduin
geriet
in Gefangenschaft; er starb kurze Zeit später, ohne die Freiheit wiedererlangt
zu haben. So war schon ein Jahr nach dem Fall Konstantinopels die lateinische
Macht wieder gebrochen. In Kleinasien blieb einzig die Kleinstadt Pegae
(Karabiga) an der Südküste des Marmarameers in fränkischer
Hand.
6.11.1186
oo Marie von Blois-Champagne, Tochter des
Grafen Heinrich I.
ca. 1174-29.8.1204
Acco
Kinder:
Johanna
1188 oder 1200-5.12.1244
Margarete I. die Schwarze
1202- 10.2.1280
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Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
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Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte
Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
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Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft
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