Weller Tobias: Seite
378-380
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"Die Heiratspolitik des
deutschen
Hochadels im 12. Jahrhundert."
Seine Tochter Richardis
gab Heinrich Jasomirgott dem
Landgrafen Heinrich von Stefling in
die Ehe [335 Vgl. Mayer, Burggrafen 44ff. Die Herkunft der
Richardis geht aus dem in
Anm. 343 angeführten Quellenzitat ans
dem
Walderbacher Fundationsbericht hervor.].
Derselbe war ein Sohn des bereits erwähnten Otto
II. von Stefling († 1175/85) und
einer Tochter des bayerischen
Pfalzgrafen Otto
III. von Wittelsbach († 1156) [336
Zu Otto II. von Stefling
siehe
oben
Seite 364. Sein Todesjahr gibt
Mayer, Burggrafen 45, mit „um 1185" an; Tyroller, Genealogie,
Tafel 11, No.13, 168, setzt es zu ca. 1175.]. Richardis
heiratete also in dieselbe
Familie ein wie ihre Tante Bertha
eine Generation zuvor, denn deren
Gemahl, der Regensburger
Burggraf Heinrich III., war ein
Onkel
von Richardis' Gatten
Heinrich
von Stefling. Der Zeitpunkt ihrer Vermählung ist aus den
Quellen nicht näher zu ermitteln.
Um die Mitte der 1180-er Jahre konnte
Landgraf Heinrich den Besitz seines
Hauses mehren, als nach dem
Aussterben des burggräflichen
Zweiges der Familie der
größte Teil seiner Allode an die Steflinger Linie fiel. Fortan wurde Heinrich zuweilen auch nach
Riedenburg zubenannt [337 Vgl.
Mayer, Burggrafen 43ff.; Schmid, Burggrafschaft
Regensburg 18. Zur Benennung nach Riedenburg siehe auch Anm. 339.]. Um dieselbe Zeit taucht Heinricus
Comes provincialis gemeinsam
mit Richardis in einer
Reichersberger Traditionsnotiz auf [338
Vgl. Mon. Reichersb. I,
No.136, MB 3,
483. Die
vorgenommene Datierung folgt Tyroller, Genealogie, Tafel 11, No 21,
169; Mayer, Regesten, No.181, setzt die Notiz zu ca. 1160.]. Letztmals bezeugt ist er anläßlich
seiner
Teilnahme an einer um 1190 anzusetzenden bayerischen Adelsversammlung
in Reichenhall [339 Die
Quelle bezeichnet ihn bei dieser Gelegenheit als
Hainricus
Lantgravius de Rittenburch (vgl. Mon. canon. Chiemsee, MB
2, No 221, 357). Die Datierung der Versammlung folgt Tyroller,
Genealogie, Tafel 11, No.21, 169. Nach Mayer, Burggrafen 46, soll Heinrich von Stefling bereits
um
1185 gestorben sein (ebenso Ders.,
Regesten, No. 186.)]. Seinen
Todestag
verzeichnet das Regensburger Niedermünster zum 1. Mai [340 Vgl. Necr. monast. inf.
Ratisb.,
MGH Necr. 3, 278: Heinricus
lantgarvius.].
Richardis indes
überlebte
nicht nur ihren Gemahl Heinrich,
sondern auch ihren Sohn Otto,
der in das väterliche Erbe eingetreten war, aber bereits 1196 auf
einer Gesandtschaftsreise nach Ungarn starb [341
Vgl.
Cont. Reichersb. zu 1196, MGH SS 17, 524:
Mortus est etiam eodem anno Otto
lancravius comes in terra
Ungarorum, cum in quadam legatione fungeretur. Siehe auch Mayer,
Regcsten, No 201.]. Nach seinem
Tod
übertrug sie dem Kloster St.Emmeram eine Zensuale mitsamt ihrer
Nachkommenschaft [342 Vgl. Trad. Regensburg, No.1007, 524: [..] quod
domna Richkardis mater Ottonis
lantgrauii post mortem ipsuus
Ottonis quandam feminam nomine
Mahthilt omni posteritate sua
ad altare s. Emmerammi [..] ad
censum V denarioirum delengait.].
Hernach kehrte Richardis
wieder in ihre österreichische
Heimat zurück,
zumindest teilt
dies der im 14. Jahrhundert entstandene Fundationsbericht der Zisterze
Walderbach mit [343 Vgl. den Auszug aus dem Fundationsbericht von
Walderbach in
BUB 4/2, No.960, 13f. hier 13): Richardis autem comitissa,
descendens ad fratrem suum
Leupoldum, ducem Austrie,
obiit sibi sepultagere in Sancta Cruce.
Zur Datierung der Quelle siehe Mayer, Burggrafen 3f.]. Offenbar brachte sie aus der Hinterlassenschaft
ihres
verstorbenen Gemahls verschiedene Besitztitel mit, denn im Jahre 1197
schenkte ihr Neffe Herzog Friedrich
von Österreich († 1198)
auf ihre Bitten hin dem
Kloster Walderbach diverse Güter in Gottsdorf, Metzling und
Hundsheim [344 Die Schenkungs-Urkunde ist nur fragmentarisch in
einer
deutschen Übersetzung aus dem 15. Jahrhundert überliefert
(vgl.
BUB 1, No.99, 133f.,
hier 134). Siehe auch
Lechner, Babenberger 192f.]. Wohl
bald danach
starb Richardis an einem
24. oder 25. Februar und
wurde in
der Abtei Heiligenkreuz beigesetzt [345 Das Seckauer Nekrolog verzeichnet den Tod der
Reichgardis lantgravia
zum 25. Feb. (Necr.
Seccov.,
MGH Necr. 2, 407),
die Vorauer Überlieferung hingegen zum 24. Feb. (Frag. Necr. Vorov.,
MGH Necr.2, 436: Rickardis
lantgrauia). Das Todesjahr ist nicht sicher
zu ermitteln, aber wohl noch vor
1200
anzusetzen; vgl. Lechner,
Babenberger 370, Anm. 6. Zum Begräbnisort vgl. Anm. 343.]. In der Klosterneuburger Nekrologüberlieferung
figuriert sie als Rihkardis
com de Waltherstorf [346 Vgl.
Necr.
Claustroneob., MGH Necr.5, 16.];
womöglich
handelt es sich bei Waltersdorf um ihr Heiratsgut [347
Vgl. BUB
4/2, No360, 13f., hier 14.].