REGENSBURG BURGGRAFEN
Lexikon des Mittelalters:
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B. Burggrafen
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Die Vertreter des am Regensburger Raum sehr interessierten
Königtums waren die Burggrafen. Die Burggrafen von Regensburg sind
die ersten nachweisbaren Inhaber dieses Amtes in Deutschland. Es wurde
von Kaiser OTTO I. geschaffen, der nach der
Niederwerfung des Liudolfschen Aufstandes 953/954 (Liudolf) die Position des
Königtums in diesem Zentralraum durch einen neuen
Funktionsträger wirkungsvoller zur Geltung bringen wollte. Die
Burggrafschaft war eines der wichtigsten Reichslehen in Bayern. Ihr
Inhaber war militärischer Kommandant der Festung Regensburg, hatte
aber darüber hinaus alle gräflichen Rechte innerhalb der
Stadt sowie in ihrem unmittelbaren Umland in Händen. Denn mit der
Burggrafschaft war in Personalunion immer das Amt des Grafen im
westlichen Donaugau verbunden, in dem Regensburg zwar lag, in den es
aber bis zur Jahrtausendwende nicht integriert war.
Der erste Burggraf von Regensburg,
Burchard, gehörte in
den Umkreis der LUITPOLDINGER
und war zugleich Markgraf der Ostmark. Als Beteiligter am Aufstand Herzog Heinrichs II. (des Zänkers)
wurde er 976 aller seiner Ämter enthoben.
Nun ging die Burggrafschaft an die BABONEN über, in deren
Händen sie sich auf dem Erbweg verfestigte. Sie konnten ihre
Position durch die Übernahme von mehreren Kirchenvogteien und
einen gezielten Landesausbau im Vorderen Bayerischen Wald so sehr
stärken, daß 1143 ihr Territorium durch die Abtrennung der
Landgrafschaft Stefling geteilt werden konnte.
Als Hauskloster gründete Burggraf
Otto I. die
Zisterze Walderbach, wo auch das Familienbegräbnis eingerichtet
wurde. Eine weitere Machtausdehnung erfolgte in westlicher Richtung an
der unteren Altmühl, als FRIEDRICH
BARBAROSSA mit Hilfe der Burggrafschaft eine erdrückende
Klammer um das nach Autonomie strebende Regensburg zu legen begann.
Einzelne Burggrafen sind als Minnesänger hervorgetreten (Burggraf
von Regensburg). Nach dem Aussterben der beiden Linien der BABONEN um 1185 bzw. 1196
kamen Burg- und Landgrafschaft auf unterschiedlichen Wegen an die WITTELSBACHER, die dadurch
entscheidende Ansatzpunkte in Regensburg erhielten. Vor allem ging nun
das Schultheißengericht an sie über. Freilich hat die
Bürgerschaft im Verlaufe des Spät-Mittelalters die
herzoglichen Gerichtsrechte schrittweise in ihre Verfügung
gebracht.
Quellen:
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