BABONEN
Name eines hochadeligen bayerischen
Geschlechtes, das vom 10. bis 12.
Jahrhundert den Raum von Regensburg beherrschte. Der Stammvater Babo kam mit dem LIUDOLFINGER Otto,
Herzog von Schwaben, nach
Bayern, als dieser 976 an Stelle Heinrichs
des Zänkers Herzog des Landes wurde. Neben der
königlichen
Burggrafschaft zu Regensburg umfaßte Babos Machtbereich den
westlichen Donaugau. Er starb 1001/02 und
lebte im Gedenken der Nachwelt auch fort als Vater von 30 Kindern.
Sein
Sohn Ruprecht († um 1035)
heiratete eine Tochter des mächtigen Heinrich von Schweinfurt und
erwarb dadurch seiner Nachkommenschaft die Grafschaft um die untere
Altmühl.
Seine Söhne Heinrich
I. († um 1085) und Otto,
Bischof von Regensburg
(1061–1089), waren
zuverlässige Stützen König
HEINRICHS
IV. im Investiturstreit.
Von Heinrichs I. Söhnen
fand Heinrich II. 1101
auf Kreuzfahrt
seinen Untergang, Otto I. (†
1143) gründete das Zisterzienser-Kloster Walderbach am
Regen.
Durch
Ottos I. Söhne Heinrich III. († 1174) und Otto II. († um 1175) entstanden zwei
kurzlebige Linien, die der Burggrafen
von Regensburg und die der Landgrafen
von Stefling/Regen. Erstere
erlosch mit Heinrichs III.
Söhnen Friedrich I. (†
1181), Heinrich IV. († in Italien 1185)
und Otto IV. († 1183/84).
Unter einem von ihnen ist jener Burggraf
von Regensburg zu verstehen, der auch mit seinem Wappen in der
Weingartener Liederhandschrift als Minnesänger fortlebt.
Die
landgräfliche Linie endigte mit Ottos II. Enkel Otto VI., der 1196 in Ungarn
auf
einer Gesandtschaftsreise starb. Die Hinterlassenschaft des
Gesamthauses brachte durch die Gunst Kaiser
HEINRICHS VI. der
Bayern-Herzog Ludwig I. an sich.
Literatur
M.
Mayer, Geschichte
d. Burggrafen v.
Regensburg, 1883; S. Riezler, Gesch. Baierns I, 21927, S. 581 ff.;
F. Tyroller, in: Hdb. d. bayer. Hochadels (ungedr.).
Autor
Franz
Tyroller
Empfohlene Zitierweise ↑
Tyroller, Franz, „Babonen.“, in: Neue Deutsche Biographie 1
(1953),
S. 481 f. [Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd13802409X.html