BABONEN
 

EUROPÄISCHE STAMMTAFELN NEUE FOLGE BAND XVI Tafel 79
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1322
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Babonen
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Auch PABONEN genannt, bedeutendes altbayerisches Adels-Geschlecht im Donauraum um Regensburg, seit dem endenden 10. Jahrhundert faßbar. Ihre Herkunft ist weitgehend ungeklärt.
Kaiser
OTTO II. übertrug vor 985 das kurz vorher geschaffene Amt des Burggrafen von Regensburg dem Grafen Papo, der die Grafschaft im westlichen Donaugau innehatte. Diese Grafschaft sowie die Regensburger Burggrafschaft blieb den BABONEN bis zu ihrem Aussterben 1196. Sie hatten mit letzterer eines der wichtigsten Reichsämter in Bayern erblich inne und waren damit führende Amtsträger im Kerngebiet Bayerns, und zwar in einer Zeit starken königlichen Einflusses. Der Aufstieg in engem Kontakt mit den LIUDOLFINGERN wird indirekt sichtbar; Verwandtschaft mit ihnen ist nicht ausgeschlossen (vgl. die frühen Personennamen der BABONEN: Liudolf, Heinrich, Otto). Die stetige Übernahme der Burggrafschaft läßt auch für die SALIER- und STAUFER-Zeit kontinuierliche Parteinahme für das Königtum erschließen. Früh dringen die BABONEN in den Bayerischen Wald vor, wo sie den Stammsitz Stefling am Regen errichten (= spätere Landgrafschaft). Wann sie die Herrschaft im Raum Riedenburg/Altmühl gewannen, wo ihre zweite bedeutende Burg lag, ist nicht bekannt.
Der erste BABONE, der sich nach Riedenburg nennt, ist 1112 Otto, Mitstifter des Schotten-Klosters St. Jakob zu Regensburg. Er gründet 1143 auch das Zisterzienser-Kloster Walderbach am Regen als Haus-Kloster der BABONEN. Seine Söhne teilten das Erbe und schufen zwei Linien:
a) burggräfliche Linie,
b) landgräfliche Linie, die die Grafschaftsrechte im Gebiet des Regens und die Vogtei über das Kloster Prüll bei Regensburg innehatte.
Die burggräfliche Linie erhielt neben den Rechten in Regensburg die Vogtei über die Regensburger Klöster St. Emmeram und Prüfening, ferner die gräfllichen Rechte an der Donau um Regensburg und an der unteren Altmühl (Riedenburg). Dort gründeten 1155 die Grafen Heinrich und Otto von Riedenburg das Kloster Altmühlmünster. Beide Linien starben in den letzten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts aus und wurden weitgehend von den WITTELSBACHERN beerbt.
W. Störmer

Quellen und Literatur:
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M. Mayer, Gesch. der Burggf.en v. Regensburg [Diss. München 1883]
M. Mayer, Reg. zur Gesch. der Burggf.en v. Regensburg, Verh. des Hist. Vereins von Oberpfalz und Regensburg 43, 1889
F. Tyroller, Genealogie des altbayer. Adels im HochMA (W. Wegener, Genealog. Taf. zur mitteleurop. Gesch., 1962-69), 165ff.
P. Schmid, Regensburg, Stadt der Kg.e und der bayer. Hzg.e im MA, 1977.

Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 571
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PABONEN, Burggrafen von Regensburg
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Der erste Urkundlich erwähnte Burggraf von Regensburg, Vertreter des Königs in der Stadt, war Pabo I. ( 6.3.1001 oder 1002), mit richterlicher, administrativer und militärischer Befugnis ausgestattet.
Bis zum Ende des 12. Jahrhunderts nahmen diese Stelle Mitglieder seiner Sippe ein.
Erst allmählich setzte sich der Bischof als zweiter Stadtherr durch.

Literatur:
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P.M. Mayer, Gesch. d. Burggrafen v. Regensburg, 1883; F. Janner, Gesch. d. Bischöfe v. Regensburg 1, 1883.


Nach Babo, einem Nachkommen der BABENBERGER, benannte bayerische Adels-Familie, die über einen längeren Zeitraum als Burggrafen von Regensburg fungierte und 1196 als Landgrafen von Stefling ausstarb.

Prinz Friedrich:
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"Bayerns Adel im Hochmittelalter"

Im Raum Regensburg und besonders nördlich davon finden wir die BABONEN, Burggrafen von Regensburg, Landgrafen von Stefling, Grafen von Sinzing, Regenstauf, Rohrbach und Riedenburg; bei ihrem Aussterben 1196 erbten die WITTELSBACHER Burg und Herrschaft Regenstauf und Stefling. Die BABONEN hatten als Nachfolger der LUITPOLDINGER mit der Grafschaft im westlichen Donaugau zugleich die Burggrafschaft in Regensburg inne. Um 1143, nach dem Tode des Burggrafen Otto I., der die Zisterze Walderbach gegründet hatte, teilten sich die beiden Söhne die Herrschaft. Der ältere, Heinrich III. ( 1174), erhielt das Burggrafenamt, die Vogtei über St. Emmeran und Prüfening sowie die Grafenrechte im Donauknie und an der unteren Altmühl und war mit Bertha, der Tochter des BABENBERGERS Leopold III., vermählt. Sein Bruder Otto II. ( ca. 1175), Graf im Gebiet des unteren Regen mit dem Titel eines Landgrafen von Stefling und Vogtes über Regensburg-Prühl, hatte Adelheid, die Tochter des wittelsbachischen Pfalzgrafen Otto IV., zur Gattin; sie begründete die 1196 verwirklichten Erbansprüche des Herzogs. Die Kinder aus dieser Ehe besaßen als Landgrafen von Stefling noch die Grafschaft um Kufstein und Kitzbühel als bischöflich-regensburgische Lehen.

Mitterauer Michael: Seite 186
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"Karolingische Markgrafen im Südosten"

Aus den Besitzverhältnissen um Persenbeug hat K. Lechner gezeigt, dass hier die Burggrafen von Regensburg große Gebiete besaßen, die im 9. Jahrhundert den WILHELMINERN gehört haben dürften. Auch an der Perschling finden sich die Burggrafen als Besitznachfolger der WILHELMINER. Das älteste gesicherte Glied ihrer Stammreihe ist ein Papo. Der Name kehrt auch später wieder. Klebel hat daher an eine Herkunft von Engilschalks I. ältestem Sohn gedacht, der auch Pabo hieß. Eine solche Ableitung hat viel für sich. Auch der Name Ruodperht beim Sohn des ersten Burggrafen könnte auf diese Weise erklärt werden. An eine Abstammung der Regensburger Burggrafen von den WILHELMINERN im Mannesstamm ist jedoch kaum zu glauben.