Weller Tobias: Seite
700-701
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"Die Heiratspolitik des
deutschen
Hochadels im 12. Jahrhundert."
Aufgrund des umfangreichen
Besitzuwachses der ANDECHSER
Grafen im östlichen Franken wird sie meist für eine Tochter
des in Ober-Franken und im Nordgau reich begüterten Otto von Schweinfurt († 1057) gehalten, der 1048 zum Herzog
von Schwaben erhoben worden war [14 Vgl.
Stein, Schweinfurt 387ff.; Trotter, Andechs, No. 23, 20; Hartmann,
Andechs-Meranier 4f.; Borgolte, Stiftergedenken, Anhang 261, Anm. 12;
Schütz, Andechs-Meranier 13; Europäische Stammtafeln NF 1/1
(1998), Tafel 86 B; Kraus, Andechs 230. Zu Herzog Otto vgl. den Artikel von
Alois Schmid: Schweinfurt, II. Grafen, in: LMA 7 (1995) 1641f.].
Über sie soll nach ihres Vaters söhnelosem Tod der SCHWEINFURTER Besitz an Graf Arnold gekommen sein,
insbesondere Streugut im Werngau und Besitzungen um Kulmbach und das
spätere Bayreuth [15 Vgl.
Guttenberg, Territorienbildung 127; Bosl, Europäischer Adel 24;
Schütz, Familie 48; Derselbe, Andechs-Meranier 4.]. Nach Ansicht
der landesgeschichtlichen Forschung stellen die SCHWEINFURTER Erbgüter die
Basis dar, auf der sich im Laufe des 12. Jahrhunderts die
Herrschaftsbildung der ANDECHSER
in Ober-Franken vollzogen haben soll, die bald eine dem altbayerischen
Besitz der Familie gleichrangige Bedeutung erhielt [16 Hierzu vgl. neuerdings
Schneidmüller, Andechs-Meranier 61, der darauf hinweist, daß
der Auf- und Ausbau der Herrschaftsstellung der ANDECHSER in Alt-Bayern und in
Ober-Franken als paralleler Prozeß verlief.].