In der Schlacht an der Leitha besiegten am
15. Juni 1246
die Österreicher die in Österreich eingefallenen Ungarn unter
König
Bela IV.
Dienst Heide:
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"Die Schlacht an der Leitha 1246"
Als man Mitte 1241 einen Einfall als
unmittelbar bevorstehend
erkannte, sandte man einen Hilferuf an Herzog Friedrich von
Österreich.
Dieser zog mit einer kleinen Schar nach Pest, bewies seine
persönliche
Tapferkeit gegenüber einer mongolischen Streifschar, war auch
nicht
ganz unbeteiligt an dem Aufruhr, der den Selbstmord des mit den Ungarn
verbündeten Kumanen-Königs Kuthen
zur Folge hatte - man hatte ihn fälschlich des Verrats
verdächtigt
-, und kehrte, als er die Aussichtslosigkeit der Lage erkannt hatte,
wieder
nach Österreich zurück. Bereits im April kam es zum
Zusammenstoß
mit den Mongolen und zu der vernichtenden Niederlage des ungarischen
Heeres
in der Ebene von Mohi am Fluss Sajo.
Nach den Angaben Rogers sei König
Bela zunächst nach Österreich geflohen -
allerdings
nicht ganz freiwillig, denn Herzog Friedrich habe den
Widerstrebenden
mit Mühe überredet, sein Land zu betreten. Sogleich soll Friedrich
den König gezwungen haben, ihm eine große Geldsumme
zurückzuerstatten.
Vermutlich handelte es sich um eine Zahlung im Zusammenhang mit dem
oben
erwähnten Frieden von 1235, für die nun Bela
dem
BABENBERGER einen Teil des Kronschatzes sowie drei an dessen
Land anstoßende
Komitate verpfänden musste. Schon vor der Schlacht von Mohi
nämlich
hatte die Königin, die den Kronschatz mit sich führte, in
Begleitung
von drei geistlichen Würdenträgern in Österreich
Aufenthalt
genommen. Bei diesen Angaben dürfte es sich um die entstellte
Darstellung
eines Vertrages handeln, demzufolge sich Herzog Friedrich vermutlich
nicht nur zu keinem Angriff auf Ungarn, sondern auch zu einer wirksamen
Unterstützung gegen die Mongolen verpflichtet hatte. Wieweit und
wie
lange es tatsächlich zur Besetzung der Komitatsburgen Wieselburg,
Ödenburg und Eisenburg beziehungsweise zur Nutznießung der
Einkünfte
gekommen ist, bleibt ungewiss.
Nach dem unerwarteten Abzug der Mongolen aus
Ungarn im
April 1242 kehrte
Bela IV. sogleich
zurück, versuchte Ödenburg wieder in seinen Besitz zu bringen
und veranlasste einen gleichzeitigen Einfall des Gespans von Pressburg
über die March bis in die Gegend von Wien. Da trat ihm Friedrich
an der Leitha entgegen und es kam kampflos zu einem Friedensschluss,
der
vermutlich am Status quo wenig änderte.
Herzog Friedrich, der Ende Jänner 1246
den
böhmischen Verbündeten des Ungarn-Königs siegreich bei
Staatz
abgewehrt und dabei den Sohn des Herzogs Bernhard von Kärnten,
Ulrich,
mit einer großen Zahl von Edlen (der Wiener Bürger Jans
Enikel
berichtet in seinem "Fürstenbuch" von 200 Rittern mit 1.000 Mann
Gefolge)
gefangengenommen hatte, wandte sich bald wieder nach Süden. Am 1.
März war er in der Burg Himberg im Südosten von Wien. Diese
Burg,
einer seiner bevorzugten Aufenthaltsorte, war erst drei Jahre zuvor
vollständig
in seinen Besitz übergegangen. Der Herzog hatte ihre Befestigungen
ausbauen lassen; es war ihr, zusammen mit der benachbarten Burg Rauhenwart,
wohl eine bedeutende strategische Funktion gerade im Hinblick auf
Ungarn
zugedacht gewesen.
Spätestens Anfang Juni musste Herzog
Friedrich
wohl genauerer Nachrichten über den aus dem Süden
heranrückenden
Ungarn-König erhalten und seine Vorkehrungen getroffen haben. Das
ungarische Heer wurde vermutlich vom Landrichter
Roland Ratot angeführt;
ein ansehnliches Kontingent stellte der Schwiegersohn des Königs,
Fürst Rastislaw von Kiew (und
Halicz). Ob auch die im Abendland sehr gefürchteten
Kumanen mitgezogen
sind, wie vielfach zu lesen steht, ist recht zweifelhaft.
Es wird allgemein angenommen, König
Bela
habe 1246 seinen Einfall von der Ödenburger Gegend
aus unternommen. Sechs Tage vor dem Kampf hatte sich Herzog
Friedrich an
der Piesting, die die Grenze zwischen Österreich und der
Steiermark
bildete, verschanzt, etwa vier Kilometer westlich von Pottendorf, wenn
wir
annehmen, dass sich das Flussbett der Piesting in den letzten 700
Jahren
nicht allzu sehr verändert hat.
Über den Hergang der Leitha-Schlacht sind wir
schlecht
unterrichtet. Der Bericht Jans Enikels, durch den wir bis ins kleinste
über die Vorgänge bei Staatz informiert sind, bricht mit der
Schilderung der Heerschau am Morgen des Kampftages ab. Immerhin
enthalten
die wenigen Verse zwei interessante Nachrichten, die, wie der kritische
Vergleich mit anderen Quellen zeigt, beide etwas ungenau sind. Enikel
gibt
als Datum der Schlacht den St. Johannis-Tag (24. Juni) an, der vielfach
als Sonnwendtag gefeiert wurde. Ferner berichtet er, dass der Herzog
sein
Heer in Wiener Neustadt gesammelt habe. Wir werden noch darauf
zurückkommen.
Die einzige Schilderung des Kampfes durch einen
Augenzeugen
- als solcher hat er aller Wahrscheinlichkeit nach zu gelten - ist die
des Ulrich von Liechtenstein in seinem "Frauendienst", doch ist sein
Bericht
an vielen Stellen lückenhaft und unklar, besonders was die
Chronologie
der Ereignisse betrifft; auch wird man dichterische Freiheiten und
Verwendung
von Schlachtentopik in Rechnung stellen müssen.
Ulrich erzählt nun, dass sich Herzog
Friedrich
mit einem wohlgerüsteten Heer zum Schutze seines Landes verschanzt
habe. König
Bela von Ungarn habe
zum Krieg gerüstet und sei mit seinen Scharen am Morgen des St.
Veits-Tages
(15. Juni), einem Freitag, zum Streit an der Leitha gezogen, Er,
Ulrich,
hätte gerne das gegenseitige Aufeinandertreffen geschildert, auch,
wie man die Leitha überschritten habe, und die Namen von
Erschlagenen
genannt, doch dies alles würde seinen Zuhörern nicht mehr neu
sein, da es bereits dichterisch dargestellt worden sei. Er gehe nur auf
den Tod des Herzogs näher ein: Die Reußen (wohl die Leute
des
Fürsten von Halicz) hätten den Kampf begonnen, auf der
Gegenseite
hätten die Leute des Heinrich
von Liechtenstein mit der Fahne die
Spitze gebildet. Zwischen diese beiden ersten feindlichen Treffen sei
nun Herzog
Friedrich geritten, habe die Seinen durch eine Rede angefeuert, in
der ihnen im Falle des Sieges reichen Lohn versprochen habe. Noch ehe
er
das letzte Wort gesprochen habe, seien die Reußen in seinem
Rücken
losgestürmt; diesem ersten Ansturm sei er zum Opfer gefallen. Doch
in demselben Augenblick habe das allgemeine Kampfgetümmel
eingesetzt,
keiner habe das traurige Schicksal des Herzogs geahnt. Nach wechselndem
Kriegsglück sei es dem LIECHTENSTEINER
gelungen, die Reußen
in die Flucht zu schlagen.