Sohn des Markgrafen
Heinrich I. von Friesland aus dem Hause der ÄLTEREN
BABENBERGER aus seiner 1. Ehe mit der Judith
von Friaul, Tochter von Markgraf
Eberhard
Heinrich II. fiel 902 in einer Schlacht gegen die KONRADINER, die von ARNULF VON KÄRNTEN unterstützten Feinde seines Hauses. Seine und seines Bruder Adalberts Güter wurden 903 auf einer Reichsversammlung zu Forchheim konfisziert und dem Bischof Rudolf von Würzburg übergeben.
Störmer Wilhelm:
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"Früher Adel"
Da die BABENBERGER dem Königtum ARNULFS fernblieben, ließ der König die in Hessen begüterten KONRADINER in den ostfälischen Verwaltungsbereich der BABENBERGER durch Schenkungen und Verteilung der Grafschaft im Volkfeld hineinwachsen ließ. Die Besetzung des Bistums Würzburg durch den jüngsten KONRADINER Rudolf 892 war der Höhepunkt der die KONRADINER bevorzugenden Politik Kaiser ARNULFS. Die BABENBERGER begannen denn auch ihre Fehde mit dem Bischof von Würzburg. Sie führte spätestens 902 zu großen Verwüstungen des Herrschaftsgebietes der Würzburger Domkirche durch die BABENBERGER Heinrich und Adalhard, worauf der KONRADINER-Bischof seine Brüder Eberhard und Gebhard 902 zu Hilfe rief. Die BABENBERGER sammelten sich in ihrer Burg Babenberg und brachen aus dieser im entscheidenden Augenblick hervor. In der Schlacht fiel je ein Vertreter beider Familien; der BABENBERGER Adalhard, der in Gefangenschaft geriet, wurde aber von dem KONRADINER Gebhard kurzerhand enthauptet. Jetzt mischte sich der König Ludwig das Kind ein, stellte sich auf die Seite der KONRADINER und richtete über die BABENBERGER, deren Güter - vermutlich Reichslehen - zumindest teilweise konfisziert wurden. Erst 906 erfahren wir wieder von der Fehde, als Adalbert sein Heer in die Wetterau gegen Konrad siegreich führte und beutebeladen nach Babenberg zurückkehrte. Auch hier mischte sich die Reichsgewalt wieder ein. Ludwig das Kind berief eine Reichsversammlung nach Tribur - er brauchte also die Hilfe und den Konsens der Großen - , um ihm einen politischen Prozess zu machen. Immerhin wurde dem BABENBERGER die Möglichkeit gegeben, sich zu rechtfertigen. Adalbert aber blieb aus, wahrscheinlich weil ihm die Situation zu gefährlich schien, vielleicht auch, weil er sich in einer "legalen Fehde" dünkte. Das bedeutete nun, dass ein Reichsheer gegen ihn aufgeboten wurde und die BABENBERGER-Burg Theres belagerte, in der sich Adalbert verschanzt hatte. Durch eine List, bei der sich auch der bayerische Markgraf Luitpold beteiligte, wurde er bewogen, die Burg zu öffnen und gnadeflehend in das Lager des Königs zu gehen, wo er gefangengenommen wurde. Nach einem neuen Prozess wurde auch er enthauptet. Die Fehde ist deshalb so wichtig, weil in sie der König - so ferne er nicht eine Marionette der Großen war - aktiv eingriff, nicht weil er die Partei der KONRADINER ergriff, sondern weil er einen politischen Prozess machte und den "Reichsgegner" - notgedrungen durch Beschluss der Großen - zu vernichten suchte. Die Reichsgewalt siegte hier also über die adelige Fehde. Regino von Prüm sagt über die Konfiskationen, dass die "facultates et possessiones" des BABENBERGERS Adalbert dem Fiskus übergeben und in Form königlicher Geschenke an die Großen, das heißt an die Gegner der BABENBERGER, verteilt worden seien.
Dümmler Ernst: Seite 109,115
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"Die Chronik des Abtes Regino von Prüm"
897
Um dieselbe Zeit entsteht zwischen dem Bischof
Rudolf
von Wirziburg und den Söhnen des Herzogs Heinrich,
Adalbert,
Adalhard
und
Heinrich, aus kleinen und
sehr geringfügigen Ursachen ein gewaltiger Hader der Zwietracht
und
ein Streit voll unversöhnlichen Hasses und wie aus einem ganz
geringen
Funken eine ungeheure Feuersbrunst erregt wird, so
vergrößert
er sich, von Tag zu Tag zunehmend, ins Unermeßliche. Und
während
die über den Adel ihres Blutes, über die zahlreiche Menge
ihrer
Verwandten, über die Größe ihrer irdischen Macht sich
über
Gebühr erheben, fallen sie sich in gegenseitigen Metzeleien an,
unzählige
gehen auf beiden Seiten durch das Schwert zu Grunde,
Verstümmelungen
an Händen und Füßen werden verübt; die ihnen
untertänigen
Landschaften werden durch Raub und Feuersbrunst von Grund ais
verwüstet.
902
Adalbert mit seinen Brüdern Adalhard und Heinrich
sammelte eine starke Mannschaft und brach aus der Feste, die Babenberg
[Babenberg (Bamberg)] geheißen wird, gegen die Brüder
Eberhard,
Gebehard und Ruodulf hervor, deren wir kurz zuvor gedachten, um ihnen
eine
Schlacht zu liefern. Jene halten seinen Angriff mannhaft aus,
durchbrechen
die Schlachtreihe mit dem Schwerte, strecken alle nieder, die ihnen
begegnen
und lassen nicht eher ab, als bis sie die Schar der Gegner gezwungen,
die
Flucht zu ergreifen; in diesem Strauße wurde Heinrich
erschlagen,
Adalhard gefangengenommen und nachmals auf Befehl Gebehards
enthauptet. Auch Eberhard fiel in dem Treffen von vielen Wunden
durchbohrt,
worauf er nach Beendigung des Kampfes unter den Leichen der
Erschlagenen
von den Seinigen aufgefunden und nach Hause geschafft wird; nach dem
Verlaufe
weniger Tage stirbt er gleichfalls.
Dümmler Ernst: Band II Seite
520,522
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"Geschichte des Ostfränkischen Reiches"
Von einer Beteiligung der Söhne des
abgesetzten Markgrafen
Poppo an dem Kampfe der beiden Familien miteinander, ist jedoch
nichts bekannt, als Gegner standen sich vielmehr nur die vier
konradinischen Brüder auf der einen, die drei
Söhne
des im Jahre 886 vor Paris gefallenen Heinrich,
Adalbert,
Adalhart und
Heinrich
auf
der anderen Seite gegenüber. Wir finden die letzteren sogar mit
Egino
verbündet, dem Sohne jenes Grafen Egino, der einst ein so
erbitterter
Feind ihres Oheims Poppo
gewesen war.
Schon unter der Regierung ARNOLFS,
in dessen Urkunden Adalbert oder seine Brüder nicht ein einziges
Mal
erwähnt werden, soll der Zwiespalt zwischen diesen und dem sehr
beschränkten,
nur durch Hofgunst erhobenen Bischof Rudolf von Wirzburg, Konrads
jüngerer
Bruder zum Ausbruche gekommen sein, doch führte ihre Entzweiung,
die
durch die Lage der Grafschaften der BABENBERGER
inmitten des Wirzburger Sprengels immer neue Nahrung
erhalten
mußte, damals noch zu keiner Störung des öffentlichen
Friedens,
oder zu einem Eingreifen der Reichsgewealt. Aus geringfügigen
Anlässen
entsprang diese Todfeindschaft: die wahre Ursache des Streites lag
darin,
daß so wie keine der beiden Familien der anderen an Adel des
Blutes
nachzustehen glaubte, auch keine der andern einen Vorrang an Macht
willig
einräumen wollte. Und allerdinga war es hohe Zeit, daß die BABENBERGER
gegen ihre Nebenbuhler zu den Waffen griffen, wofern sie
nicht
von ihnen, die in Gemeinschaft mit dem Erzbischof Hatto den jungen
König
ganz in ihrer Hand hatten, völlig überflügelt werden
wollten.
Die lange schon im Verborgenen glimmende
Zwietracht
schlug
im Jahre
902 in helle Flammen auf [Ob dies Jahr das richtige, möchte
man nach dem Zeugnisse des in der Zeitrechnung so ungenauen Regino noch
bezweifeln, da die Ann. Alamann. (Scr. I, 54) zum Jahr 900 melden:
Adalhart
et Heimrich frater
eius et Eberhardus bello occisi suunt, dagegen Ann. Hildesh. (Lamberti)
903 (Scr. III. 50): Eberhart et Adalhart atque
Heinric
occisi sunt; für das Jahr
902 scheint mir aber auch die nachher
anzuführende Urkunde
Ludwigs B.
1191 zu sprechen.]. Adalbert, im Bunde mit seinen Brüdern sammelte
ein stattliches Heer, mit dem er von seiner Burg Babenberg aus
gegen
die nicht minder gerüsteten Brüder Eberhard, Gebhard und
Rudolf
ins Feld rückte, um mit ihnen seine Kräfte zu messen. Diese
hielten
mannhaft stand, durchbrachen die feindlichen Reihen mit dem Schwerte
und
ruhten nach vielem Blutvergießen nicht eher, als bis sie die BABENBERGER
in die Flucht geschlagen. Der jüngste von ihnen, Heinrich,
wurde in dem harten Strauße erschlagen, Adalhard geriet in
Gefangenschaft,
aber auch Eberhard ward von den Seinigen auf dem Schlachtfelde von
vielen
Wunden durchbohrt aufgefunden und nach Hause geschafft, wo er
gleichfalls
nach wenigen Tagen starb. Zur Sühne wahrscheinlich für diesen
schmerzlichen Verlust fiel auf Gebhards Befehl das Haupt des gefangenen
Adalhard und
Adalbert blieb als Rächer dieses Frevels und seiner getöteten
Brüder übrig.
Literatur:
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Dümmler Ernst: Die Chronik des Abtes
Regino
von Prüm. Verlag der Dykschen Buchhandlung Leipzig Seite 109,115
- Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen
Reiches.
Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band II Seite 520,522 - Holtzmann
Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher
Taschenbuch
Verlag München 1971 Seite 40 -
Offergeld Thilo: Reges pueri. Das
Königtum
Minderjähriger im frühen Mittelalter. Hahnsche Buchhandlung
Hannover
2001 Seite 549,551,560,573,598,606 - Regino
Chronik. Quellen zur
karolingischen
Reichsgeschichte
Band VII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1969 Seite 304 - Schwennicke, Detlef: Europäische
Stammtafeln.
Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge
Band
III Teilband 1, Herzogs- und Grafenhäuser des Heiligen
Römischen
Reiches und andere europäische Fürstenhäuser, Verlag von
J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel 54 - Thiele,
Andreas: Erzählende
genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G.
Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 8 - Widukinds
Sachsengeschichte. in:
Ausgewählte
Quellen zur Deutschen Geschichte Band VIII Wissenschaftliche
Buchgesellschaft
Darmstadt 1977 Seite 50 -