Heimarich
Graf im Saalgau
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†
836
Sohn des ROBERTINERS
Graf Heimrich im Saalgau (†
812) und der Hadaburg; Bruder
des
Grafen
Poppo I. im Grabfeldgau
Schwennicke, Detlef: Tafel 54
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"Europäische
Stammtafeln.
Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge
Band
III Teilband 1, Herzogs- und Grafenhäuser des Heiligen
Römischen
Reiches und andere europäische Fürstenhäuser"
HEIMERICH
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† 836
Graf
Eckhardt Karl August:
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"Genealogische Funde zur
allgemeinen
Geschichte."
In der KAROLINGER-Zeit
ist dagegen der Name Heinricus,
auch in seiner
ältern Form Haimricus, ausgesprochen selten. Beispielsweise
kommen
in den Diplomen KARLS
DES GROSSEN nur zwei, höchstens drei
Träger des Namens vor. Der bedeutendste von ihnen ist der
Hainricus comes,
der in einer zu Diedenhofen, höchstwahrscheinlich
782 ausgestellten Urkunde als Beisitzer des Königsgerichts genannt
wird [12 D KdG 148.]. Er ist
unbestrittenermaßen identisch mit dem Rheingaugrafen, der 772 als
Widersacher des Abtes Gundeland von
Lorsch erscheint: homo
aliquis nomine Heimericus und
der sich von Gundeland entgegenhalten
lassen mußte: quod avia
ipsius Heimerici nomine Williswinda vel genitor suus Cancer das Kloster
Lorsch germano suo [das heißt Gundelands] domino
Ruodganguo archiepiscopo
tradidisset vel confirmasset.
Auch in einem weiteren, zwischen Mai 772
und Januar 773 zu setzenden Diplom wird erwähnt, daß dominnus
Ruothgangus archiepiscopus
das Kloster per traditionem Williswinde et Cancrini erhalten habe [13 D KdG 65
und 72.]. Aus dem Chronicon Laureshamense wissen
wir, daß dies im Jahre 764 geschah und daß Williswinda die
Witwe des Grafen Rupert [im Rheingau und Wormsgau, Stammvater der
RUPERTINER und CAPETINGER] war. Das hat
freilich - so wenig wie der
feminine Genitiv Williswindae
und ihre ausdrückliche Bezeichnung
als 'Großmutter' (avia Heimerici)
- zu verhindern vermocht,
daß sie im Register zu Band I der Diplomata Carolinorum als
'Vater'
(!) des Erzbischofs Chrodegang von
Metz (!) [14 Über
ihn vgl. Hauck, Kirchengeschichte Deutschlands I (3/41904) Seite 528f.,
lI (3/4 1912) Seite 54 ff. und 64 ff.]
verzeichnet steht [15 D KdG Seite 523 unter Mettis; vgl. auch Seite 505 unter
Cancor, Seite 540 unter Williswinda.],
eine
genealogische Groteske.
Williswindas Enkel Graf Heinrich
ist von 772-782 urkundlich bezeugt und
im Jahre 785 gestorben.
Folglich kann sich nicht auf ihn beziehen, wenn
die fränkischen Reichsannalen zum Jahre 810 vermelden, daß
König Abulaz von Spanien [= El
Hakem Emir von Corduba] zur
Besiegelung des Friedens Haimricum comitem olim a
Sarracenis captum freigelassen habe [16 D KdG
Seite 523 unter Mettis; vgl. auch Seite 505 unter Cancor, Seite 540
unter Williswinda.]. Dieser zweite
Graf des Namens wird mit dem am 8. März 812 zu Aachen als
Beisitzer des Königsgerichts genannten Hamricus comes [17 D KdG 216.] identisch sein.
Unsicher bleibt, ob wir es mit einem dieser beiden Grafen oder mit
einem dritten gleichnamigen Vasallen KARLS DES GROSSEN zu tun
haben, wenn KARL
am 28. Juli 782 Besitz in
pago Uuedrebense in loco qui dicitur
Hoinge, das heißt in Rungen in der Wetterau (zwischen
Gießen
und Nidda), sicut Haimericus per
nostrum beneficium ibidem tenuit, an Hersfeld vergabt [18 D KdG 144;
Weirich, UB der Reichsabtei Hersfeld I (1936) Seite 30 Nr.17.].
Ob einer der Genannten der
Großvater des hier speziell
interessierenden Markgrafen Heinrich
(† 886) und somit der
Ur-Ur-Großvater König
HEINRICHS I. war,
wird sich kaum
klären lassen. Der RUPERTINER
Heinrich, über dessen
Nachkommen nichts bekannt ist [19
Prinz Isenburg, a.a.O. II. Die
außerdeutschen Staaten (Neudruck 1960 von ²1953) Tafel 13.], dürfte höchstens als mütterlicher
Großvater des Markgrafen,
keinesfalls jedoch als Vater seines
Vaters Poppo und Stammvater
der POPPONEN in Frage kommen, da bei ihnen
keiner der übrigen im rupertinischen
Geschlecht
gebräuchlichen Vornamen wiederkehrt.
Friese Alfred: Seite
79
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"Studien zur
Herrschaftsgeschichte
des fränkischen Adels. Der mainländisch-thüringische
Raum
vom 7. bis 11. Jahrhundert."
Die Einweisung des Bonifatius-Klosters in diesen Fiskalbesitz bezeugte Fastolf, eine Verwandter (Bruder?) Königin Fas-trada (Vater: Ra-dolt; Variationen seines und des
Namens der Herzogin Theo-trada
mit der Silbe Fas-), gemeinsam
mit den Grafen Heimo (= Heimerich) und Nithard [203 Stengel
83; Heimo ist Graf im Lahngebiet (Codex
Lauresham. nr. 3705b mit unsicherem Datum). - Über einen Radolf (comes
im Grabfeld, 838)
Dronke: Codex nr. 512; über Theotard
und Fastburg
ebd. nr.224.]. Unter den testes auch die weiteren Angehörigen der Thuring-Sippe Lantfrid und Odalman [204 Zu
diesen Namen Stengel 64,69,87,161 ff.]. Fastolf signierte außerdem die
Schenkung der Schwestern Hadaburg
und Houca in und um Hammelburg
777/79 [205 ebd. 142.], wo auch noch andere
Besitzübertragungen der beiden Schwestern (in immunitate
Hamalunburg) und in der benachbarten villa Thiofbach (Diebach)
beurkundet sind [206 Dronke: Codex 287 und 344. Unter ihren Manzipien ist eine Williswind (Name der Gründerin von Lorsch).]. Möglicherweise ist der später nicht mehr
genannte Fastolf ihr Vater.
Hadaburg war vermählt mit
dem königlichen fidelis Heimerich
(comes),
der Lehnsbesitz in pago Uuedrebense
in loco qui dicitur Hoinge (Rungen in der Wetterau) hatte [207 D Karol
I 144 = UB Hersfeld I nr. 17. 208 Stengel 353.].
Dort schenkte das Ehepaar (zwischen 750-802) an Fulda: Heimerich
et uxor eius Hadaburch tradiderunt
bona sua in Wetereiba cum omni substantia [208 Stengel
353.]. Hadaburg
tradiert außerdem Besitz in Gössenheim an der Wern an
Echternach (782) [209 Wampach I, 2 nr. 87, vgl. ebd. 1, 1 Seite 401.]. Unsicher ist - trotz der Seltenheit des Namens Heimerich/Heinrich im 8.
Jahrhundert [210 E. Schröder: Namenkunde, 1938 Seite 76: Nur zwei,
höchstens drei Namensträger sind bekannt. Einer von ihnen ist
der
Stammvater der POPPONEN, ein anderer der 785 gestorbene Rheingaugraf
Hainric, der 782 (?) in einer Urkunde des Königsgerichts
Diedenhofen
erscheint (D Karol 1148), aber schon 772 als Sohn des Grafen Cancor
Eigentumsrechte an der Stiftung seines Vaters, Lorsch, geltend
macht,
allerdings vergeblich (D Karol 1 65 und 72).] -,
ob ihr Gemahl Heimerich jener
in den Reichsannalen genannte comes Haimeric
... olim a Sarracensis captus
... ist, den der Emir von Cordova,
El Hakim,
im Jahre 810 zur Sicherung des Friedens mit dem Kaiser freigelassen hat
[211
Annalen regni Francorum ad a. 810 (ed. F. Kurze) S. 133.] und der als Beisitzer
des Königsgerichts in Aachen
im Jahre 812 auftritt [212D Karol I 216.]. Der Gemahl der ostfränkischen Hadaburg,
ein Mitglied der RUPERTINER/ROBERTINER-Familie und
vielleicht ein Sohn des Grafen Heimo
(siehe oben) [213 W. Metz: Babenberger und Rupertiner S.301 f.], ist jedenfalls der Stammvater
der im Grabfeld und Thüringen im 9. Jahrhundert so
mächtigen POPPONEN [214 W.
Schlesinger: Landesherrschaft S. 60 und 161 f. - Zu
den Kurzformen Bob/Pop und Folcmar für Roprecht/Robert A. Bach:
Namenkunde I, 1 Seite 102.] (Pop/Bob: Kurzform von Robert/Rupert), die erst durch diese
Ehe im ostfränkischen Raum verwurzeln. Ein Amtsvorgänger seines Enkels,
des Poppo marchio
Sorabici limitis, dux Thuringorum
[215
marchio: Dob 1282 (8911 12); dux: Armales Fuldenses (ed. F. Kurze)
Seite 95 ad a. 880 und cont. Ratisbon. ebd. Seite 122.], heißt bezeichnenderweise Ratu(o)If [216 Annales Fuldenses ad a. 874 Seite 81.],
während Poppos Bruder den
Namen Heinrich trägt. Er
ist marchio Francorum, dux
Austrasiorum und princeps
militiae Ludwigs
des Jüngeren, der 886 im Kampf gegen die Normannen vor
Paris fiel [21 7W. Metz: Babenberger und Rupertiner S. 295 ff. - Die
Einweisung Fuldas in den Hammelburger Besitz bezeugt auch der
königliche Vasall Guntram (comes) (Stengel
83), den M. Mitterauer:
Markgrafen Seite 206 ff. als Mitglied der ROBERTINER-Familie
erwiesen hat;
Glöckner: Lorsch und Lothringen S. 306.].
oo N.N.
†
Kinder:
Ratolf Herzog von Thüringen
† um 873
Literatur:
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Die Reichsannalen mit Zusätzen aus den
sogenannten
Einhardsannalen. Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band V
Wissenschaftliche
Buchgesellschaft Darmstadt 1974 Seite 90 -
Eckhardt Karl August: Genealogische
Funde zur
allgemeinen
Geschichte. Deutschrechtlicher Instituts-Verlag Witzenhausen 1963 Seite
8-22 - Friese Alfred: Studien zur
Herrschaftsgeschichte
des fränkischen Adels. Der mainländisch-thüringische
Raum
vom 7. bis 11. Jahrhundert. Klett-Cotta Stuttgart 1979 Seite 79 - Metz,
Wolfgang: Babenberger und Rupertiner in
Ostfranken. Jahrbuch für fränkische
Landesforschung 18) 1958, Seite 301 - Schwennicke,
Detlef: Europäische
Stammtafeln.
Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge
Band
III Teilband 1, Herzogs- und Grafenhäuser des Heiligen
Römischen
Reiches und andere europäische Fürstenhäuser, Verlag von
J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel 54 - Wenskus Reinhard: Sächsischer
Stammesadel
und fränkischer Reichsadel. Vandenhoeck & Ruprecht
Göttingen
1976 Seite 248-300 -