Partenheimer Lutz: Seite 36,70,86,93-98,103-107,109,114,117-119,125,127,129,142-144,146, ****************         156,161,167,177,179-182
"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt."

In den Aufzeichnungen des Heinrichs von Antwerpen heißt es nun, daß Fürst Pribislaw-Heinrich den Markgrafen zu seinem Nachfolger bestimmt und Albrechts erstem Sohn Otto, den er aus der Taufe hob, die Zauche übereignet habe. Dieses Patengeschenk setzten die Historiker bisher meist in den Zeitraum zwischen 1127 und 1130, wobei man mehr an den Anfang der Spanne dachte. Viel später als 1127 dürfte die Geburt - und damit die Taufe - Ottos aber auch nicht erfolgt sein, weil Albrechts ältester Sohn bereits am 13. August 1138 erstmals urkundlich erscheint.
Am 13. August 1138 erscheint erstmals Albrechts ältester Sohn, der nachmalige Markgraf Otto I. von Brandenburg, in einer zu Nürnberg ausgefertigten Königsurkunde, in der sein ebenfalls erwähnter Vater zugleich zum zweiten Mal als Herzog von Sachsen bezeichnet wird. KONRAD III. war also von Quedlinburg aus wieder nach Süden gezogen, offenbar in Begleitung des jungen ASKANIERS.
Hingegen könnte Otto von Heinemenn mit der Annahme recht haben, daß der König im Mai 1142 auf dem Reichstag zu Frankfurt dem gestürzten Herzog insofern eine gewisse Genugtuung gewährte, indem dessen ältester Sohn Otto als Nachfolger anerkannt wurde.
Im November 1144 befand sich Albrecht mit seinem Sohn Otto beim Monarchen in Merseburg. In den letzten Tagen des Jahres 1144 weilten Albrecht der Bär und sein Sohn Otto im Kreise vieler Fürsten mit KONRAD III. in Magdeburg. Die beiden ASKANIER erscheinen dort in zwei Diplomen des deutschen Souveräns. Erstmals führt Albrechts ältester Sohn hier in einer der beiden Königsurkunden den Markgrafentitel, und zwar neben dem Vater.
Allerdings gelang es Albrecht dem Bären und seinem Sohn Otto, sich inmitten des neu enstehenden erzbischöflich-magdeburgischen Güterkomplexes eine wichtige Bastion zu schaffen. Voraussetzung hierfür war der Plan zur Errichtung des Klosters Jerichow. Albrechtder Bär und sein Sohn Otto übernahmen die Vogtei des neuen Klosters und konnten damit eine wichtige Stellung innerhalb der nun erzstiftisch-mageburgischen bzw. bischöflich-havelbergischen Güter im Elbe-Havel-Winkel besetzen.
Für den 11. April dieses Jahres (1145) läßt sich Albrecht der Bär nachweisen. In Begleitung seines Sohnes Otto nahm er an einer Synode teil, die Bischof Rudolf in Halberstadt abhielt.
Als der König Ende August 1145 nach Sachsen zurückehrte, fanden sich Albrecht und Otto am Hofe zu Corvey ein.
Für Albrecht, der mit seinen Söhnen Otto und Herman auf dem Frankfurter Reichstag im März 1147 nachweisbar ist, war die Entscheidung zum Wendenkreuzzug sicher von großer Wichtigkeit. Danach finden wir Albrecht und Otto am 16. April 1147 als Teilnehmer einer Synode in Magdeburg, wo sie eine Urkunde des Erzbischofs über die Vogtei des Klosters Gottesgnaden bezeugen.
Am 29. Mai 1147 war Albrecht der Bär in Begleitung seiner beiden ältesten Söhne wahrscheinlich wieder in Magdeburg. Damals schenkte Graf Otto von Hillersleben dem Kloster zu Ammensleben Güter in diesem Ort und im benachbarten Vahldorf, was der alte und der junge Markgraf billigten, bestätigten und zusammen mit Hermann bezeugten. Die ASKANIER werden dann am 1./2. Juli 1147 in Gernersleben gewesen sein, wo eine allgemeine Beratung fast aller sächsischen Bischöfe und Fürsten stattgefunden haben soll.
Ende 1147 ist zumindest Albrechts Sohn Otto nach Osten aufgebrochen, da er am 6. Januar 1148 in Kruschwitz (südlich von Bromberg) an einem Treffen zwischen Erzbischof Friedrich von Magdeburg und anderen sächsischen Fürsten mit dem Polen-Herzögen Boleslaw IV. und Mieszko III. teilnahm. Deren Schwester Judith wurde dem jungen ASKANIER bei dieser Gelegenheit zur Gemahlin bestimmt.
Am 15. Januar 1149 finden wir Albrecht den Bären in Begleitung der beiden ältesten Söhne Otto und Hermann in Magdeburg.
1144 war der ASKANIER mit seinem Sohn Otto im Mai auf dem Bamberger Reichstag. Im November dieses Jahres war Albrecht mit seinem ältesten Sohn in Merseburg beim König, mit dem sich beide außerdem Ende Dezember 1144 in Magdeburg aufhielten, wo Otto erstmals auch als Markgraf tituliert wird. Am 11. April 1145 finden wir den alten und den jungen Markgrafen in Halberstadt beim dortigen Bischof, mit dem sie auch am 18. Juni in Seehausen (westlich von Magdeburg) zusammen waren. Ende August 1145 lassen sich Albrecht und Otto beim König in Corvey an der Weser nachweisen. An dem großen Frankfurter Reichstag im März 1147 nahm der ASKANIER, begleitet von seinen Söhnen Otto und Hermann teil. Auf der Synode des Erzbischofs weilten Albrecht und Otto am 16. April des Jahres in Magdeburg. An dem Treffen am 6. Januar 1148 mit den Polen-Herzögen in Kruschwitz bei Bromberg nahm Otto teil, vermutlich auch der Vater. Am 15. Januar 1149 waren Albrecht, Otto und Hermann in Magdeburg beim Erzbischof.
In der Zeit von Ende 1149 bis zum 18. Oktober 1151 fallen vier Termine, die der ASKANIER bzw. sein ältester Sohn in Angelegenheiten ihres Vasallen, des Grafen Otto von Hillersleben, wahrnahmen. Der letzte nachweisbare Aufenthaltsort Albrechts des Bären innerhalb des Jahres 1151 ist Altenburg, wo der ASKANIER mit den Söhnen Otto und Hermann am 13. November den Herrscher traf.
Am 28. Juni 1152 werden die ASKANIER in zwei Urkunden genannt, die Bischof Ulrich von Halberstadt dort zugunsten des Klosters Hillersleben aufsetzen ließ. Die Quellen können aber nicht als sicherer Hinweis dafür gewertet werden, daß sich der Markgraf mit seinen Söhnen Otto und Hermann unter dem Datum beim betreffenden Kirchenfürsten an dessen Sitz aufhielt.
Am 1. August 1154 nahm Markgraf Albrecht mit den Söhnen Otto und Hermann an der Beisetzung seines Vasallen, des Grafen Otto von Hillersleben, teil.
Inzwischen war in Leitzkau der Klosterneubau auf dem Berg mit Unterstützung Albrechts des Bären vorangekommen. Anfang September 1155 fand im Beisein des Markgrafen, seiner Gemahlin Sophia sowie der sechs Söhne Otto, Hermann, Siegfried, Heinrich, Adalbert und Dietrich die Weihe statt.
In Abwesenheit der Eltern tauchen dreimal Söhne des Markgrafen in den Quellen auf. Zunächst entdecken wir Otto und Adalbert am 19. Mai 1158 bei Erzbischof Wichmann von Magdeburg.
Als Vogt - diesmal des Liebfrauenstifts zu Magdeburg - weilte der ASKANIER auch am 13. September 1159 in Elbeu (nördlich der Stadt). Dammals übernahm Albrecht mit dem Sohn Otto Grundbesitz beim Dorf Mose (nördlich von Wolmirstedt), den der WETTINER Graf Dedo von Groitzsch dem Konvent verkauft hatte.
Albrecht den Bären finden wir mit dem ältesten Sohn Otto dann wieder in zwei wohl zwischen Juni und September 1159 ausgestellten Urkunden, die wichtige Hinweise für die beginnende planmäßige Besiedlung der ostelbischen Slawenlandstriche bieten.
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Da Otto, der älteste Sohn des Markgrafen und Sophias, wahrscheinlich zwischen 1123 und 1125 getauft wurde, muß die Verbindung damals schon bestanden haben.
1161 finden wir Albrecht den Bären dann noch am 20. November in Magdeburg, wo er mit seinem Sohn Otto ein Diplom des Erzbischofs für das Kloster Neuwerk bei Halle bezeugte.
Am 31. Januar 1163 finden wir den ASKANIER wieder in der Heimat, wo er mit seinem Sohn Otto in Magdeburg bei Erzbischof Wichmann weilte.
Die nächste Quelle zur Geschichte der ASKANIER ist eine im Original mit gut erhaltenem Siegel auf uns gekommene Urkunde von Albrechts Sohn Otto. Damit übergibt er am 2. Juni 1164 das östlich von Rathenow gelegene Dorf Damme dem 1161 gegründeten Brandenburger Domkapitel. Dabei erwähnt Otto das damals ergangene Privileg Kaiser FRIEDRICHS I. für das Bistum. Damme war Albrechts Sohn, der sich in dem Diplom als "Brandenburgischer Markgraf" bezeichnet, von seinem Getreuen Rudolf von Jerichow aufgelassen worden.
Die in der Urkunde von 1166 genannte Schenkung der Marienkirche auf dem Harlungerberg durch Markgraf Otto dürfte wohl anläßlich des Umzugs des Domkapitels erfolgt sein. Zur Vergabe von nichtallodialem Besitz an die Brandenburger Kirche waren die ASKANIER durch BARBAROSSAS Bestätigung für das Bistum von 1161 ermächtigt. Darauf hatte sich Otto drei Jahre danach bereits berufen. Immer mehr tritt der junge Fürst in dieser Zeit als der eigentliche Regent der neuen Mark Brandenburg in Erscheinung.
Wir erblicken Albrecht den Bären - begleitet von seinen beiden ältesten Söhnen Otto und Hermann - dann wieder auf dem Bamberger Reichstag, der im Juni 1169 stattfand.
Zuletzt erblicken wir Albrecht den Bären in Havelberg, wo er am 16. August 1170 im Kreise seiner Söhne an der Weihe des Domes durch den Magdeburger Metropoliten Wichmann teilnahm, dem bei der auf Kosten der ASKANIER stattfindenden Feier die Bischöfe Walo von Havelberg, Wilmar von Brandenburg, Gerung von Meißen und Evermond von Ratzeburg assisitierten. Darüber berichtet eine Urkunde, die Albrechts ältester Sohn als Brandenburgischer Markgraf in Havelberg ausstellte. Darin erklärt Otto, daß er reich mit väterlichem Erbe ausgestattet worden sei. Dies heißt wohl, daß ihm Albrecht der Bär nicht bloß bereits Teile der askanischen Besitzungen, sondern offenbar auch schon die Mark offoziell übertragen hatte. Dann verkündet Otto, daß er mit seinem Vater das von den Kaisern dotierte, später aber von den Heiden zerstörte Bistum Havelberg unter dessen Bischöfen Anselm (1129-1155) und Walo (ab 1155) wieder aufgerichtet habe. Außerdem schenkt Otto der Havelberger Kirche zur Beschaffung von Kerzen und zum Erhalt der Dächer jährlich 50 Schillinge.