In den Aufzeichnungen des Heinrichs von Antwerpen heißt
es nun, daß Fürst Pribislaw-Heinrich
den Markgrafen zu seinem Nachfolger bestimmt und Albrechts erstem
Sohn Otto, den er aus der Taufe hob, die Zauche übereignet
habe. Dieses Patengeschenk setzten die Historiker bisher meist in den Zeitraum
zwischen 1127 und 1130, wobei man mehr an den Anfang der Spanne dachte.
Viel später als 1127 dürfte die Geburt - und damit die Taufe
- Ottos aber auch nicht erfolgt sein, weil Albrechts ältester
Sohn bereits am 13. August 1138 erstmals urkundlich erscheint.
Am 13. August 1138 erscheint erstmals Albrechts
ältester Sohn, der nachmalige Markgraf Otto I. von Brandenburg,
in einer zu Nürnberg ausgefertigten Königsurkunde, in der sein
ebenfalls erwähnter Vater zugleich zum zweiten Mal als Herzog von
Sachsen bezeichnet wird. KONRAD III.
war also von Quedlinburg aus wieder nach Süden gezogen, offenbar in
Begleitung des jungen ASKANIERS.
Hingegen könnte Otto von Heinemenn mit der Annahme
recht haben, daß der König im Mai 1142 auf dem Reichstag zu
Frankfurt dem gestürzten Herzog insofern eine gewisse Genugtuung gewährte,
indem dessen ältester Sohn Otto als Nachfolger anerkannt wurde.
Im November 1144 befand sich Albrecht mit seinem
Sohn Otto beim Monarchen in Merseburg. In den letzten Tagen des
Jahres 1144 weilten Albrecht der Bär und sein Sohn Otto
im Kreise vieler Fürsten mit KONRAD III.
in
Magdeburg. Die beiden ASKANIER erscheinen dort in zwei Diplomen
des deutschen Souveräns. Erstmals führt Albrechts ältester
Sohn hier in einer der beiden Königsurkunden den Markgrafentitel,
und zwar neben dem Vater.
Allerdings gelang es Albrecht dem Bären und
seinem Sohn Otto, sich inmitten des neu enstehenden erzbischöflich-magdeburgischen
Güterkomplexes eine wichtige Bastion zu schaffen. Voraussetzung hierfür
war der Plan zur Errichtung des Klosters Jerichow. Albrechtder
Bär und sein Sohn Otto übernahmen die Vogtei
des neuen Klosters und konnten damit eine wichtige Stellung innerhalb der
nun erzstiftisch-mageburgischen bzw. bischöflich-havelbergischen Güter
im Elbe-Havel-Winkel besetzen.
Für den 11. April dieses Jahres (1145) läßt
sich Albrecht der Bär nachweisen. In Begleitung seines Sohnes
Otto
nahm er an einer Synode teil, die Bischof Rudolf in Halberstadt abhielt.
Als der König Ende August 1145 nach Sachsen zurückehrte,
fanden sich Albrecht und Otto am Hofe zu Corvey ein.
Für Albrecht, der mit seinen Söhnen
Otto und Herman auf dem Frankfurter Reichstag im März 1147
nachweisbar ist, war die Entscheidung zum Wendenkreuzzug sicher von großer
Wichtigkeit. Danach finden wir Albrecht und Otto am 16. April
1147 als Teilnehmer einer Synode in Magdeburg, wo sie eine Urkunde des
Erzbischofs über die Vogtei des Klosters Gottesgnaden bezeugen.
Am 29. Mai 1147 war Albrecht der Bär in Begleitung
seiner beiden ältesten Söhne wahrscheinlich wieder in Magdeburg.
Damals schenkte Graf Otto von Hillersleben dem Kloster zu Ammensleben Güter
in diesem Ort und im benachbarten Vahldorf, was der alte und der junge
Markgraf billigten, bestätigten und zusammen mit Hermann bezeugten.
Die ASKANIER werden dann am 1./2. Juli 1147 in Gernersleben gewesen
sein, wo eine allgemeine Beratung fast aller sächsischen Bischöfe
und Fürsten stattgefunden haben soll.
Ende 1147 ist zumindest Albrechts Sohn Otto
nach Osten aufgebrochen, da er am 6. Januar 1148 in Kruschwitz (südlich
von Bromberg) an einem Treffen zwischen Erzbischof Friedrich von Magdeburg
und anderen sächsischen Fürsten mit dem Polen-Herzögen
Boleslaw IV. und Mieszko III. teilnahm.
Deren Schwester Judith wurde dem jungen
ASKANIER
bei dieser Gelegenheit zur Gemahlin bestimmt.
Am 15. Januar 1149 finden wir Albrecht den Bären
in Begleitung der beiden ältesten Söhne Otto und Hermann
in Magdeburg.
1144 war der ASKANIER mit seinem Sohn Otto
im Mai auf dem Bamberger Reichstag. Im November dieses Jahres war Albrecht
mit seinem ältesten Sohn in Merseburg beim König, mit dem sich
beide außerdem Ende Dezember 1144 in Magdeburg aufhielten, wo Otto
erstmals
auch als Markgraf tituliert wird. Am 11. April 1145 finden wir den
alten und den jungen Markgrafen in Halberstadt beim dortigen Bischof, mit
dem sie auch am 18. Juni in Seehausen (westlich von Magdeburg) zusammen
waren. Ende August 1145 lassen sich Albrecht und Otto beim
König in Corvey an der Weser nachweisen. An dem großen Frankfurter
Reichstag im März 1147 nahm der ASKANIER, begleitet von seinen
Söhnen Otto und Hermann teil. Auf der Synode des Erzbischofs
weilten Albrecht und Otto am 16. April des Jahres in Magdeburg.
An dem Treffen am 6. Januar 1148 mit den Polen-Herzögen in Kruschwitz
bei Bromberg nahm Otto teil, vermutlich auch der Vater. Am 15. Januar
1149 waren Albrecht, Otto und Hermann in Magdeburg
beim Erzbischof.
In der Zeit von Ende 1149 bis zum 18. Oktober 1151 fallen
vier Termine, die der ASKANIER bzw. sein ältester Sohn in Angelegenheiten
ihres Vasallen, des Grafen Otto von Hillersleben, wahrnahmen. Der letzte
nachweisbare Aufenthaltsort Albrechts des Bären innerhalb des
Jahres 1151 ist Altenburg, wo der ASKANIER mit den Söhnen Otto
und Hermann am 13. November den Herrscher traf.
Am 28. Juni 1152 werden die ASKANIER in zwei Urkunden
genannt, die Bischof Ulrich von Halberstadt dort zugunsten des Klosters
Hillersleben aufsetzen ließ. Die Quellen können aber nicht als
sicherer Hinweis dafür gewertet werden, daß sich der Markgraf
mit seinen Söhnen Otto und Hermann unter dem Datum beim
betreffenden Kirchenfürsten an dessen Sitz aufhielt.
Am 1. August 1154 nahm Markgraf Albrecht mit den
Söhnen Otto und Hermann an der Beisetzung seines Vasallen,
des Grafen Otto von Hillersleben, teil.
Inzwischen war in Leitzkau der Klosterneubau auf dem
Berg mit Unterstützung Albrechts des Bären vorangekommen.
Anfang September 1155 fand im Beisein des Markgrafen, seiner Gemahlin Sophia
sowie der sechs Söhne Otto, Hermann, Siegfried,
Heinrich,
Adalbert
und Dietrich die Weihe statt.
In Abwesenheit der Eltern tauchen dreimal Söhne
des Markgrafen in den Quellen auf. Zunächst entdecken wir Otto
und Adalbert am 19. Mai 1158 bei Erzbischof Wichmann von Magdeburg.
Als Vogt - diesmal des Liebfrauenstifts zu Magdeburg
- weilte der ASKANIER auch am 13. September 1159 in Elbeu (nördlich
der Stadt). Dammals übernahm Albrecht mit dem Sohn Otto
Grundbesitz beim Dorf Mose (nördlich von Wolmirstedt), den der WETTINER
Graf Dedo von Groitzsch dem Konvent verkauft hatte.
Albrecht den Bären finden wir mit dem ältesten
Sohn Otto dann wieder in zwei wohl zwischen Juni und September 1159
ausgestellten Urkunden, die wichtige Hinweise für die beginnende planmäßige
Besiedlung der ostelbischen Slawenlandstriche bieten.
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Da Otto, der älteste Sohn des Markgrafen
und Sophias, wahrscheinlich zwischen 1123 und 1125 getauft wurde,
muß die Verbindung damals schon bestanden haben.
1161 finden wir Albrecht den Bären dann noch
am 20. November in Magdeburg, wo er mit seinem Sohn Otto ein Diplom
des Erzbischofs für das Kloster Neuwerk bei Halle bezeugte.
Am 31. Januar 1163 finden wir den ASKANIER wieder
in der Heimat, wo er mit seinem Sohn Otto in Magdeburg bei Erzbischof
Wichmann weilte.
Die nächste Quelle zur Geschichte der ASKANIER
ist eine im Original mit gut erhaltenem Siegel auf uns gekommene Urkunde
von Albrechts Sohn Otto. Damit übergibt er am 2. Juni
1164 das östlich von Rathenow gelegene Dorf Damme dem 1161 gegründeten
Brandenburger Domkapitel. Dabei erwähnt Otto das damals ergangene
Privileg Kaiser FRIEDRICHS I. für
das Bistum. Damme war Albrechts Sohn, der sich in dem Diplom als
"Brandenburgischer
Markgraf" bezeichnet, von seinem Getreuen Rudolf von Jerichow aufgelassen
worden.
Die in der Urkunde von 1166 genannte Schenkung der Marienkirche
auf dem Harlungerberg durch Markgraf Otto dürfte wohl anläßlich
des Umzugs des Domkapitels erfolgt sein. Zur Vergabe von nichtallodialem
Besitz an die Brandenburger Kirche waren die ASKANIER durch BARBAROSSAS
Bestätigung
für das Bistum von 1161 ermächtigt. Darauf hatte sich Otto
drei Jahre danach bereits berufen. Immer mehr tritt der junge Fürst
in dieser Zeit als der eigentliche Regent der neuen Mark Brandenburg
in Erscheinung.
Wir erblicken Albrecht den Bären - begleitet
von seinen beiden ältesten Söhnen Otto und Hermann
- dann wieder auf dem Bamberger Reichstag, der im Juni 1169 stattfand.
Zuletzt erblicken wir Albrecht den Bären
in Havelberg, wo er am 16. August 1170 im Kreise seiner Söhne an der
Weihe des Domes durch den Magdeburger Metropoliten Wichmann teilnahm, dem
bei der auf Kosten der ASKANIER stattfindenden Feier die Bischöfe
Walo von Havelberg, Wilmar von Brandenburg, Gerung von Meißen und
Evermond von Ratzeburg assisitierten. Darüber berichtet eine Urkunde,
die Albrechts ältester Sohn als Brandenburgischer Markgraf
in Havelberg ausstellte. Darin erklärt Otto, daß er reich
mit väterlichem Erbe ausgestattet worden sei. Dies heißt wohl,
daß ihm Albrecht der Bär nicht bloß bereits Teile
der askanischen Besitzungen, sondern offenbar auch schon die Mark
offoziell übertragen hatte. Dann verkündet Otto, daß
er mit seinem Vater das von den Kaisern dotierte, später aber von
den Heiden zerstörte Bistum Havelberg unter dessen Bischöfen
Anselm (1129-1155) und Walo (ab 1155) wieder aufgerichtet habe. Außerdem
schenkt Otto der Havelberger Kirche zur Beschaffung von Kerzen und
zum Erhalt der Dächer jährlich 50 Schillinge.