RUPPIN


Lexikon des Mittelalters:
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Ruppin
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Land in Brandenburg.
Äußere Grenzen, Landesverfassung, Siedlung und Verkehrsnetz entstanden im wesentlichen. während des 13. und 14. Jahrhunderts. unter der Herrschaft der mit den ASKANIERN verschwägerten Grafen von Arnstein-Lindow-Ruppin (=Lindau Anhalt), die hier seit etwa 1214 Fuß gefaßt hatten (Dynasten-Burg Altruppin, 4 km nördlich von Neuruppin). Das Gebiet zwischen Temnitz (später Dosse) und oberer Havel ist von West nach Ost und von Süd nach Nord besiedelt worden, wobei Siedler aus dem ducatus Transalbinus (Magdeburg), dem nördlichen Harzvorland und in geringerer Zahl vom Niederrhein angesetzt worden sind. Eine rudimentäre Landesstruktur hatte sich bereits in spätslavischer Zeit herausgebildet.
Gebhard von Arnstein ( 1256) und dessen Nachkommen errichteten und erweiterten Burgen, gründeten Städte (Neuruppin, Altruppin, Rheinsberg, Wildberg) und fundierten die Klöster in Neuruppin und Lindow. Sie drangen im Norden bis in die Waldgebiete bei Fürstenberg, Mirow und Wittstock vor.
Nach 1319 wurden die Lande Wusterhausen und Gransee als brandenburgische Lehen inkorporiert. Um 1330 war die Herrschaft in ihren späteren Grenzen soweit konsolidiert, daß die als reichsunmittelbar anerkannten Landesherren die mecklenburg.-brandenburgischen Differenzen und Ambitionen in diesem Raum wiederholt zu neutralisieren vermochten. Die Lage zwischen den größeren Territorien erleichterte es den Grafen, die unabhängige Sonderstellung des Landes Ruppin (im obersächsischen Reichskreis) zu bewahren, zumal sie als erster Stand hinter den Markgrafen vielfältig mit der brandenburgischen Politik der Markgrafen aus den Häusern WITTELSBACH, LUXEMBURG und (HOHEN) ZOLLERN verbunden waren. 1524, nach dem Aussterben des Grafen-Hauses, wurde Ruppin von Kurfürst Joachim I. eingezogen.
G. Heinrich

Bibliographien:
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H. -J. Schreckenbach, Bibliogr. zur Gesch. der Mark Brandenburg, T. 2, 1971, Nr. 7515-7589

Q. und Literatur:
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(Novus) Codex diplomaticus Brandenburgensis, ed. A.F. Riedel, R.A, Bd. IV
G. Heinrich, Die Gf.en v. Arnstein, 1961
L. Enders, R. (= Hist. Ortslex. v. Brandenburg, T. 2, 1970).