Die Jahre 1114-1118.
1114 [1113]. Krieg zwischen König
Heinrich und den Fürsten Sachsens, bei welchem Wikbert
und Pfalzgraf Sigifrid seine Gnade verlieren; diesem entflohen werden
sie von Hager in einem Dorfe überfallen, Wikbert gefangen und dem
Könige übersandt, Sigifrid aber verwundet, und an dieser
Wunde stirbt er bald hernach. Die Barbaren, welche Liutizen
heißen, haben auf Anrathen des Markgrafen Ruodolf wegen des Hasses,
den er gegen Milo hegte, vielen Schaden dem Vaterlande gethan. Herr
Hildebold, ein des Andenkens aller Guten würdiger Abt von Magadaburg,
starb und ihm folgte im selbigen Jahre Hugo. Werner, der Abt von Rosveld
starb.
1115 [1114]. Der Kaiser Heinrich verbündete sich mit dem König der Angeln, indem er seine Tochter Mathilde zur Gemahlin nahm und zu Mainz prachtvoll die Hochzeit feierte. Erzbischof Friderich von Köln entfremdete sich dem Kaiser und ebenso auch viele andere Fürsten. Graf Rodolf gab seinem Brudersohne Heinrich die Mark zurück, als die acht Jahre um waren.
1116 [1115]. In Sachsen war die Schlacht am Welfesholz
am 11. Februar, wo der Kaiser nach dem Verlust sehr vieler seiner Leute
besiegt entfloh. Erzbischof Adalbert von Mainz wird in seine frühere
Würde wieder eingesetzt. - Mathildis, eine sehr mächtige Frau
in Longabardien, starb. Graf Otto
von Ballenstede besiegte mit sechzig Deutschen zweitausend
achthundert Slaven, von denen daselbst tausend siebenhundert und mehr gefallen
sind, an einem Orte, der Kothine heißt, am 9. Februar.
1117 [1116]. Herzogin Gertrud starb, die Großmutter des Kaisers Lothar.
1118 [1117]. Es geschah ein Erdbeben, so daß viele
Gebäude einstürzten. Die Markgräfin Gertrud starb. Der Diakon
und Mönch Bernhard starb. Egeno der Aeltere von Konradesburg erzeugte
den älteren Burchard, Burchard der Aeltere den Egino, welcher den
Grafen Adalbert von Ballenstede getödtet hat, und er hatte zwei Töchter,
von denen eine Namens Gerburg den Folkmar von Domensleve heirathete, und
er erzeugte mit ihr den Alverich und Bernhard. Alverich wurde getödtet
und hinterließ als Erben seinen Bruder. Der Bruder Bernhard aber
übergab sein ganzes Erbgut dem heiligen Mauricius und dem heiligen
Nikolaus und wurde selbst Mönch.
Die Jahre 1119-1124.
1119 [1118]. Papst Paschalis starb und ihm folgte Gelasius. Diesen vertrieb Heinrich aus Rom und setzte an seine Stelle Gregor, der auch Burdinus heißt. Als Gelasius gestorben war, wurde Calistus, früher Bischof von Vienne, eingesetzt, von dem Heinrich mit seinem Papste gebannt wurde. Heinrich kehrt aus Italien zurück. - Bischof Bernhard von Havelberg starb und ihm folgte Hemmo. Graf Helprich von Plozeke und Graf Hermann, der Vogt der Magadaburger Kirche, starben. Der Priester Bernhard, ein Einsiedler vom Sankt Michaelsstein, starb in Christo.
1120 [1119]. Erzbischof Adelgoz von Magadaburg starb; ihm folgte Ruoker. Abt Hugo starb, für ihn wird Arnold erwählt.
[1120]. Bischof Hemo von Havelberg starb und ihm folgte Gumbert. Kuno von Wippera starb und Graf Thiederich der Aeltere von Ameneslove.
1121. Burdinus wird vom Papst Calistus gefangen und in ein Kloster Namens Cavea gesteckt; er selbst wird auf den römischen Stuhl geführt und von Allen ehrenvoll empfangen. Bruno der Abt von Hirsungen starb und für ihn wird Folkmar eingesetzt.
1122. Papst Calistus nahm den Kaiser Heinrich wieder in die kirchliche Gemeinschaft auf, der seit langer Zeit von seinen Vorgängern Paschalis und Gelasius gebannt war. Es wurde aber durch kanonische Autorität festgesetzt, daß fernerhin die königliche Gewalt sich nicht mehr anmaßen sollte, die Investitur mit geistlichen Würden zu ertheilen, sondern daß freie Wahl durch Klerus und Volk stattfinden solle und dann der Erwählte die Regalien durch das Scepter erhalten. Das wurde von beiden Seiten bestätigt, und so kam es zu Frieden und Eintracht zwischen beiden.
1123. Erzbischof Friderich von Bremen starb am 30. Januar; ihm folgte Adalbero. Auch starb der Bischof Reginhard von Halverstadt am 27. Februar; ihm folgte Otto. Der junge Markgraf Heinrich starb an Gift. Auch starb Graf Lodewich, nachdem er Mönch geworden, und Graf Otto von Ballenstede. Bischof Theoderich von Zeitz, Gräfin Adela starben. Die Propstei in Ballenstede wird in eine Abtei verwandelt, in der Johannes zum ersten Abte geweiht wird.
1124. Graf Friderich von Arnesberg stirbt. Eine
Sonnenfinsterniß geschah am 11. August um die sechste Stunde. Markgraf
Rudolf starb. Papst Calistus starb und ihm folgte Honorius.
Die Jahre 1125-1128.
1125. Kaiser Heinrich starb im 21. Jahre seiner Regierung, der 83. nach Augustus. Liutger, des Grafen Gebehard Sohn, Herzog von Sachsen, wurde zu Mainz zum König erwählt. Erzbischof Ruker von Magadaburg starb.
1126. König Lutger
feierte Ostern in Magadaburg und zog darauf mit Heeresmacht nach Böhmen,
aber gleich beim Einmarsch wurde er von dem Herzog dieses Volkes in einen
Hinterhalt gelockt. Da wurde eine Menge von Edelleuten aus der Umgebung
des Königs nebst vielen Andern getödtet. Auch Markgraf Adalbert
wird nebst vielen Anderen gefangen genommen; endlich aber macht der Herzog
Frieden mit dem Könige, indem der König ihm das ihm zugefügte
Unrecht verzieh, und so kehrt man heim. Auf Ruker folgt Norbert auf
dem Magadaburger Stuhl. Herzog Heinrich von Baiern
starb.
1127. König Liutger belagerte Nurenberg mit dem Herzog von Böhmen und konnte die Feste nicht bezwingen, die jedoch später übergeben ist. Graf Karl von Flandern wurde in einer Kirche von seinen Dienstmannen erschlagen. Graf Wilhelm von Poitou starb. Meinfrid der Slave von Brandeburg wurde erschlagen. Der Baiernherzog Heinrich führte des Königs Tochter Gertrud als Gattin heim. In demselben Jahre am 18. December hat Kuonrad, der Bruder des Schwabenherzogs Friderich, auf Anstiften einiger Fürsten unrechtmäßig sich den Königstitel beigelegt, weshalb er von den drei Erzbischöfen von Mainz, Salzburg und Magadaburg und ihren Suffraganen gebannt und von der ganzen Kirche mit dem Anathema belegt wurde.
1128. Der König feierte Ostern [22. April] in Mersburg
und Pfingsten [10. Juni] in Aachen. Konrad,
mit falschem Namen König, und sein Bruder Friderich wurden mit ihren
Mitschuldigen am Ostertage vom Herrn Papste Honorius und der heiligen
Kirche unter Auslöschung der Lichter verdammt und gebannt. Den König
Lothar aber segneten sie mit zum Himmel gestreckten Händen
und lobten ihn, indem sie ihm vom Herrn Leben und Heil, Frieden und Sieg
erflehten. Der Halverstädter Bischof Otto wird in Rom vom Papste
Honorius abgesetzt. Markgraf Heinrich, des Markgrafen Udo Sohn, starb.
Speier wird vom Könige eingeschlossen, weil der Schwabenherzog Friderich,
auf Empörung sinnend, es mit den Seinen vorher besetzt hatte.