PLAIN, GRAFEN VON
 

EUROPÄISCHE STAMMTAFELN NEUE FOLGE BAND XVI Tafel 47
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Seite 2195
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Plain (bei Großgmain, Salzburg) Grafen von, Grafschaft
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Das Erbe der »WILHELME und LIUTOLDE«, der Grafen im südlichen (oberen) Salzburggau, erwarb durch Heirat Graf Werigand, wohl identisch mit dem gleichnamigen Verwandten der hl. Hemma (Gurk). Er errichtete um 1100 die Burg Plain nahe dem Salzzentrum Reichenhall, nach der er sich seit 1108 nannte.
Die Grafen von Plain nahmen durch ihre Ministerialen umfangreiche Gerichtsrechte nördlich von Reichenhall im Salzburggau (Gerichte Staufenegg, Plain und Raschenberg) und im östlichen Chiemgau wahr und verwalteten südlich von Salzburg die Grafschaft im Kuchltal mit dem Gerichtsort Grafengaden (St. Leonhard) und dem um 1185 begonnenen Salzbergbau am Dürrnberg bei Hallein. Sie waren seit dem 12. Jahrhunndert vom Bayern-Herzog, ab 1228 vom Erzbischof von Salzburg mit der Grafschaft im Unterpinzgau belehnt, fungierten als Vögte der Klöster Frauenchiemsee (Chiemsee), Michaelbeuern, zeitweise auch von St. Peter in Salzburg und gründeten 1123/29 mit Erzbischof Konrad I. das Augustinerchorherrenstift Höglwörth.
Seit 1188 nannten sie sich nach den großen Besitzungen im nördlichen Nieder-Österreich, vielleicht einem Erbe nach den Grafen von Peilstein, Grafen von Plain und Hardegg. Nach dem Tod Graf Liutolds IV. 1249 zog der erwählte Erzbischof Philipp von Salzburg die Grafschaft im Unter-Pinzgau und alle Lehen »inner Gebirg« ein; die übrigen Besitzungen, mit denen er die Grafen Otto und Konrad belehnte, erhielt er von diesen sofort wieder als Pfand. Nach dem Tod der Brüder († 1260 bei Staatz) fiel der Großteil der Gerichtsrechte mit der »Grafschaft Plain« an das Erzbistum Salzburg, die Vogtei über Michaelbeuern und ein Teil der Eigengüter an die Edlen von Schaunberg.
H. Dopsch

Literatur:
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C. Thaller, Die Gf.en v. P. und Hardeck (Genealog. Hb. zur bair.-österr. Gesch., 1931), 66ff., Taf. VI
H. Dopsch, Die Stifterfamilie des Kl. Gurk und ihre Verwandtschaft, Carinthia I 162, 1972, 95-123
J. Gründler, Die Herkunft der Gf.en v. P., Unsere Heimat 57, 1986, 219-237 [Lit.]
H. Reindel-Schedl, Laufen an der Salzach (HAB T. Altbayern, H. 55, 1989), 225-258.


GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 115
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Die Grafen von Plain, bei denen der Leitname Liutold ist, waren Grafen im oberen Salzburggau [vgl. z. B. 14 zu c 1130, c 1135, 1136 5/4; 25 zu (1220)], in demselben Gebiet, das, nachdem es noch 940 in der Hand des geschlechtsfremden Grafen Reginbert gewesen war (DD 1, 118 f n 32), 963 von einem Grafen Willihalm beherrscht wurde, der damals einen Sohn Liutold hatte (2,4). Der genealogische und besitzgeschichtliche Zusammenhang springt ins Auge. Aber das Wie ist dunkel, da die Quellen zu spärlich fließen. Alle Nachrichten von der Grafschaft hören um 976 auf; das besagt aber natürlich nicht, dass es später dort keine Grafen mehr gegeben habe. Der 963 als Sohn des Grafen Wilhelm genannte Liutold ist das letzte erkennbare Stammesglied vor dem Beginn des 12. Jahrhunderts. Das Bemühen, einen solchen klaffenden Abgrund zu überbrücken, erscheint so gut wie aussichtslos. - Zunächst wäre zu versuchen, ob nicht irgendwo eine Nachricht zu gewinnen ist, die über den Grafen Werigand (13), den sicheren Stammvater der PLAINER, wenigstens einen Schritt in die Vergangenheit zurückführt. Tatsächlich bringt das Salzburger Domnekrolog einen am 24/5 gestorbenen Grafen Liutold ohne Herkunftsbezeichnung, dessen Name in der Wende von 11. zum 12. Jh. eingetragen wurde (12). Dies könnte der Vater oder wegen des aus dem gewohnten Rahmen herausfallenden Namens besser ein Bruder des Grafen Werigand gewesen sein; sein Tod dürfte c 1090 erfolgt sein.

Prinz Friedrich:
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"Bayerns Adel im Hochmittelalter"

Die Grafen von Plain und Hardeck (an der Thaya), Peilstein, Tengling und Lebenau waren im Bereich und als Lehnsträger des Erzbistums Salzburg und der BABENBERGER groß geworden. Da die PLAINER im 12. Jahrhundert überall dort Grafschaftsrechte ausüben, wo im 10./11. Jahrhundert die sogenannten Grafen von Raschenberg-Reichenhall zu finden sind und in beiden Familien der Leitname Luitpold auftaucht, ist Verwandtschaft anzunehmen. Zentren ihrer Herrschaft waren Plain bei Reichenhall nordwestlich des Unterberges und Mittersill in Pinzgau; ihre bayerischen Besitzungen erstreckten sich vornehmlich westlich und nördlich von Salzburg.

Sie waren Nachkommen der WILHELMINER.