BREGENZ GRAFEN VON
 

EUROPÄISCHE STAMMTAFELN NEUE FOLGE BAND XII Tafel 25
 

Lexikon des Mittelalters: Band II Spalte 599
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Bregenz
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I. Die spätantike Stadt:
An der großen West-Ost-Verbindung von Straßburg-Basel nach Kempten-Passau und der Straße nach Chur-Como-Mailand gelegen, bildete Brigantium (später Brigantia) seit der Eroberung des Voralpenlandes unter Augustus eine wichtige Straßen- und Handelsstation, die sich auf eine kelt. Siedlung zurückführen läßt. Umfangreiche Wohnviertel, Markthallen, Tempel und Thermen beweisen einen materiellen Wohlstand in der Kaiserzeit, der erst durch den Alamanneneinfall um 260 unterbrochen wurde.
Seit Kaiser Diokletian (284-305) zur Provinz Raetia I gehörig, war Bregenz ein Standort der römischen Bodenseeflotte und in das gegen die Alamannen errichtete System von Grenzbefestigungen eingebunden (Kämpfe Constantius' II. 355 gegen die Lentienser, Beschreibung des lacus Brigantinus Amm. 15, 4, 2-6).
Im 5. Jahrhundert wurde Bregenz geplündert und zerstört; um 610 gründete Columban innerhalb des alten Römerkastells ein Kloster, das jedoch nach seinem Weggang bald wieder verfiel.
J. Gruber

Literatur:
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Hist. Stätten Österr. II, 406f.
Hoops2 III, 428f.
Kl. Pauly I, 945
RE III, 846
A. Holder, Alt-celt. Sprachschatz I, 1925, 538f.
O. Feger, Gesch. des Bodenseeraumes I, 1956.

II. Die Grafen von Bregenz:
Bregenz, dessen Castrum noch 802 erwähnt wird, war im Hoch-Mittelalter wie Buchhorn und Winterthur ein alter Sitz des Grafen-Geschlechtes der sogenannten UDALRICHINGER in der Bodensee-Landschaft. Als Sohn eines Grafen Ulrich ist Bischof Gebhard II. von Konstanz in Bregenz geboren.
Mit dem 1043 erwähnten Uodalricus Prigantinus beginnt nach einer Erbteilung die nach Bregenz sich nennende Grafen-Familie. Sie trieb unter anderem die Erschließung des Bregenzer Waldes voran und nahm dabei eine Klostergründung zunächst in Andelsbuch und dann am Bodensee, in Mehrerau, vor.
Der jüngere Udalrich kämpfte als Gemahl der Bertha von Rheinfelden im Investiturstreit auf päpstlicher Seite, während der letzte Bregenzer Graf, Rudolf, als Gefolgsmann der frühen staufischen Herrscher hervortritt.
Die Erben des reichen Bregenzer Besitzes waren Rudolfs Neffe, Graf Rudolf von Pfullendorf, und Rudolfs Schwieger-Sohn, Pfalzgraf Hugo von Tübingen, von dessen jüngerem Sohn Hugo, der Bregenz erhielt, die Grafen von Montfort und von Werdenberg ihren Ausgang nahmen.
Der Ort Bregenz erhielt 1200 Stadtrecht und 1330 von Kaiser LUDWIG DEM BAYERN eine Markturkunde. Im 13.-14. Jahrhundert erfolgte die Ausdehnung des städtischen Siedlungsraumes von der Oberstadt zum Bodenseehafen (Stede).
K. Schmid

Quellen:
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Die Chronik des Kl. Petershausen (MGH SS 20, 621-683; ed. O. Feger, Schwäb. Chroniken der Stauferzeit 3, 1956)
A. Helbok, Reg. v. Vorarlberg und Liechtenstein bis zum Jahre 1260, 1920/25 [dort Exkurs: Zur Gesch. der Gf.en aus den Häusern Udalrich, Pfullendorf und Tübingen, 109-139]

Literatur:
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K. Schmid, Gf. Rudolf v. Pfullendorf und Ks. Friedrich I. (Forsch. zur oberrhein. Landesgesch. 1, 1954), 23ff., 136ff.
B. Bilgeri, Gesch. Vorarlbergs 1, 19712, 94ff.