SCHAUNBERG; ADELSGESCHLECHT, GRAFSCHAFT
Lexikon des Mittelalters:
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Schaunberg Adelsgeschlecht, Grafschaft
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Die bayerischen Herren von Julbach
(am Inn) verlegten um 1150 ihren Sitz in das Eferdinger Becken, wo sie
um die Burgen Schaunberg und Stauf (OG. Hartkirchen,
Ober-Österreich) einen Herrschaftskomplex aufbauten, der durch
weitverzweigte Heiratspolitik über Ober- und
Nieder-Österreich, Steiermark und Kärnten hinaus ausgeweitet
wurde.
Obwohl sie die österreichische Landeshoheit seit der 2.
Hälfte des 12. Jahrhunderts anerkannten, strebten sie bald
nach Selbständigkeit ihres seit ca. 1300 als Grafschaft
bezeichneten Kernlandes zwischen Donau und Traun. Die Spannungen dieses
vornehmsten österreichischen Adels-Geschlechtes, das Erzbischof Friedrich V. von Salzburg (1489-1494) stellte
und 1559 im Mannesstamm erlosch, mit den habsburgischen
Landesfürsten führten 1380/81 zur Schaunberger Fehde, nach
der die Grafen bis in das 16. Jahrhundert eine Sonderstellung in
dem sich ausformenden Land ob der Enns behaupteten.
S. Haider
Literatur:
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Hist. Stätten Österr. I, 108
O. Hageneder, Die Gft. S., Mitt. des Oberösterr.
Landesarchivs 5, 1957, 189-264
Kat. Die S.er in Oberösterreich, 1978
G. Marckhgott, Zur Datierung des gefälschten S.er
Reichslehenbriefes v. 1331, Mitt. des Oberösterr. Landesarchivs
13, 1981, 343-348
S. Haider, Gesch. Oberösterreichs, 1987, 68f., 84-88, 112
[Lit.].