KLOSTER
ELCHINGEN
Das Kloster Elchingen ist ein ehemaliges Kloster der
Benediktiner in Oberelchingen in
der Diözese
Augsburg. Von 1921 bis 2009 war es von Oblaten der Makellosen Jungfrau
Maria
besiedelt.
Das der Heiligen Maria sowie St. Peter und Paul geweihte Kloster der Benediktiner wurde vermutlich durch die Grafen von Dillingen am Anfang des 12. Jahrhunderts, jedenfalls vor 1120 gegründet. Der traditionell als Klostergründer genannte Markgraf Konrad von Meißen ist nicht belegbar. Die Brände von 1395, 1430 und 1469 zerstörten die originalen Urkunden.
Am 24. September 1150 tauschte das Kloster St. Blasien Güter zu Aralingen und Siggingen (gemeint sind Kirchdorf AG, Nussbaumen AG und Baden AG), mit Besitzungen des Klosters St. Blasien im Gebiet bei Elchingen: Ochsenbrunnen, Balheim, Diepertshofen und Libiu. Gefertigt wurde die Urkunde in Nawen, Langenau im Beisein König KONRADS III. als Vogt des Klosters Elchingen.
Das Kloster war ab 1485 reichsunmittelbar, der Abt als Reichsprälat im Reichstag des Heiligen Römischen Reichs vertreten. Dennoch hatte die freie Reichsstadt Ulm ein Aufsichtsrecht über das Kloster und die Gerichtsbarkeit in den zum Kloster gehörenden Dörfern. Als Ulm zum protestantischen Glauben übertrat, ließ es das Kloster und seine Besitzungen aber unbehelligt.
Verwüstungen waren sowohl im Schmalkaldischen Krieg von 1546, im Markgrafenkrieg von 1552 als auch im Dreißigjährigen Krieg zu beklagen. Seit 1644 gibt es Wallfahrten zu der im linken Seitenflügel der Klosterkirche stehenden Gnadenmutter Maria von den sieben Schmerzen.
Die Klosterkirche wurde 1142 errichtet als 60 Meter lange, dreischiffige romanische Basilika. Bei einem Brand im Jahr 1773 wurde der östliche Teil der Klosterkirche ein Raub der Flammen, der Turm stürzte ein. Der Wiederaufbau der Kirche 1773 bis 1784 unter Abt Robert I. Koch fiel in die Zeit, als sich der Baustil änderte. So ist der Chor im Stil des Rokoko, das Langhaus dagegen frühklassizistisch ausgestaltet. Der Baumeister war Joseph Dossenberger, Johann Michael Fischer gestaltete die Altäre und die Skulpturen, Januarius Zick malte das Altarbild und die Deckenfresken.
Die Doppeltürme konnten nicht mehr vollendet werden, da das Kloster 1802 im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde und zu Bayern kam. Bis 1840 wurde fast die gesamte Klosteranlage abgebrochen. Außer der Kirche stehen heute nur noch die Klostermauer und das Westtor (Martinstor).
1921 ließen sich auf dem Gelände Oblaten der
Makellosen Jungfrau Maria nieder. Wegen Nachwuchsmangels wurde das
Kloster 2006 an die polnische Oblatenprovinz übergeben.