ACHALM
(Adelsgeschlecht)
Die Grafen von Achalm oder auch ACHALMER waren eine Adels-Familie schwäbischer Grafen, die im 11. Jahrhundert von ihrem Stammsitz auf der Burg Achalm bei Reutlingen (Baden-Württemberg) wirkten.
Ihr Name und Titel leitet sich vom Berg Achalm ab. Sie waren stammesverwandt mit den Grafen von Urach und werden übergreifend auch als zusammenhängendes Geschlecht der Achalm-Uracher bezeichnet.
Während die Linie der ACHALMER schon 1098 nach nur zwei Generationen erlosch, mündete eine Uracher Linie ins Fürsten-Haus FÜRSTENBERG.
Geschichte:
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In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts erschienen zwei
Brüder im Swiggerstal (das heutige Ermstal), Egino I. von Dettingen und
Rudolf von Achalm, deren
Herkunft urkundlich nicht belegt ist. Beide
hatten Besitz im Schwäbischen, im Zürichgau und Thurgau.
Der ältere Bruder Egino,
ein Unterstützer der salischen
Kaiser, begann um
1040 die Burg Achalm zu erbauen, die nach seinem
Tod von dem jüngeren Rudolf
vollendet wurde.
Durch die Heirat Rudolfs mit Adelheid von Wülflingen, einer Tochter des Grafen Liutold von Mömpelgard und Schwester des Erzbischofs Hunfried von Ravenna, erweiterte sich der Achalmer Herrschaftsbereich um Besitz bei Montbéliard. Rudolf und Adelheid hatten zehn Kinder.
Die beiden Erben Rudolfs - Kuno und Liutold - verwalteten ihren Besitz als Grafen von Achalm gemeinsam. Später (1086) benannte sich Kuno "von Wülflingen" nach der Burgruine Alt-Wülflingen die seine Mutter in die Familie brachte, auf der er auch saß und am 16. Oktober 1092 starb. Er hielt 1055/56 im Auftrag von Kaiser HEINRICH III. (HRR) den Regensburger Bischof Gebhard III. von Zähringen auf seiner Burg gefangen.
Luitold blieb kinderlos und Kuno hatte keine legitimen Nachkommen und beide stifteten mit einem großen Teil ihres Besitzes das Kloster Zwiefalten, in dem Liutold zuletzt als Mönch lebte und dann am 18. August 1098 verstarb, nachdem er 1092 der Welt gichtkrank wie er war den Rücken kehrte. Beide wurden im Kloster Zwiefalten begraben.
Andere Besitzungen, darunter auch die Burg Achalm, fielen durch den Bempflinger Vertrag an den Neffen Werner IV. von Grüningen, der jedoch auch ohne Erben starb.
Nach dem Verschwinden der ACHALMER gingen Burg und
Grafschaft Achalm
in den Besitz von Herrschern aus dem Hause
der ZÄHRINGER
(vermutlich), GAMMERTINGER
und NEUFFEN-SULMETINGER,
wobei unter letzteren ein Ur-Enkel des Egino I. von Dettingen war:
Berthold I. von
Weissenhorn-Neuffen, 1170/82 Graf von Achalm.
Stammliste:
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- Egino I.
von Dettingen, der Ältere († um
1050), Graf
von Achalm und Urach, begann um 1040 die Burg Achalm zu erbauen
Seine Nachkommen waren die Grafen von Urach - Rudolf I. von Achalm († 24.09.----), Graf von Achalm, vollendete
den Bau der Achalm
∞ Adelheid von Wülflingen († 29. August 1065), Tochter des Grafen Liutold von Mömpelgard, Schwester des Erzbischofs Hunfried von Ravenna- Kuno
von Achalm (* um 1025/30; † 16. Oktober 1092), Graf von
Achalm, ab 1086 Graf von
Wülflingen.
Nichteheliche Kinder mit Berta:- Liutold
- Marquard
- Theoderich von Achalm († 2. August 1116), ab 1086 Abt von Petershausen
- Liutold
von Achalm († 18. August 1098),
erscheint erstmals
1075 als Graf von Achalm
Linie Achalm endet - Egino
von Achalm († 14. November 1077), Graf von Achalm
∞ Sophie - Rudolf († 1061 oder später)
- Hunfried († als Kind)
- Berengar († als Kind)
- Werner II. von Achalm (* um 1030/35; † 14. November 1079), 1065–1079 Bischof von Straßburg
- Willebirg
von Achalm († nach 1053)
∞ Werner III. von Grüningen († 24. Februar 1065 erschlagen zu Ingelheim)- Werner
IV. von Grüningen
(† 1121)
Achalm fällt nach Werners Tod an das Haus GAMMERTINGEN
- Werner
IV. von Grüningen
(† 1121)
- Mathilde
von Achalm († 30. September
1092/94), Mechthild von
Horburg, Gräfin von
Lechsgemünd
∞ Kuno I. von Lechsgemünd († 1092/94), Graf von Lechsgemünd - Beatrix von Achalm, Äbtissin von Eschau
- Kuno
von Achalm (* um 1025/30; † 16. Oktober 1092), Graf von
Achalm, ab 1086 Graf von
Wülflingen.
Anmerkung: Die für diese Zeit dürftige Quellenlage
beschränkt sich auf Vermerke in Ortliebi Zwifaltensis Chronicon
I.1, I.5, I.8, I.14, I.17; Bertholdi Zwifaltensis Chronicon 1,
18; Casus Monasterii Petrishusensis 3.3; Notæ
Zwifaltenses; Necrologium Zwifaltense.