WAGRIER
Lexikon des Mittelalters:
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Wagrier
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Teilstamm der slavischen Abodriten im östlichen Holstein
(Wagrien), dessen Name auf eine germanuische Wurzel (an. wagr 'Bucht')
zurückgeht. Das Gebiet der Wagrier, die auch mit den Dänen in
lebhaften Beziehungen standen, wurde im Westen durch den Limes
Saxoniae, im Süden durch die Trave begrenzt; ihre Hauptburgen
waren Oldenburg (slavisch Starigard) und Alt-Lübeck. Das
Auftauchen der Wagrier und ihres
Fürsten (subregulus)
Selibur in den 60-er Jahren des
10.
Jh. dokumentiert eine bis ins 12. Jh. reichende zeitweilige
Selbständigkeit der wagrischen Teil-Fürsten neben den
abodritischen Samtherrschern, die in Mecklenburg residierten. Der
heidnische Wagrier-Fürst Kruto
erlangte nach dem Tode Gottschalks
(1066) sogar die Herrschaft über den gesamten Verband der
Abodriten; ein der heidnischen Gottheit Prove geweihter Eichenhain
befand sich unweit von Oldenburg. Im 12. Jh. herrschten der
dänische Thronanwärter Knud Laward († 1131) und der abodritische
Teil-Fürst Pribislav (1.
P.) über die
Wagrier. Pribislavs
Kriegszug gegen die Holsten (1137)
läutete das Ende der Selbständigkeit der Wagrier ein, deren
Land nach verheerenden Gegenschlägen der Holsten 1143 an Graf
Adolf II. von. Schauenburg (Schaumburg) gelangte. Mission (Bischof
Vicelin) und Zuzug von Siedlern aus dem Westen im Verlauf des
Landesausbaus förderten das allmähliche Aufgehen der
slavischen Wagrier in der neuen Bevölkerung Wagriens.
Chr. Lübke