Mistiwoi                                                    Fürst der Obodriten
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    - um 999
 

Sohn eines Fürsten Billug
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Seite 884
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Mstivoj (Mistav, Mistui u.ä., eventuell identisch mit Billug), Fürst der Abodriten ca. 967-990/95?
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Sohn Nakons

Sicherte 967 mit Hilfe Hermann Billungs die abodritische Oberhoheit über die Wagier. Deren Zentrum Oldenburg wurde Sitz eines Bistums. Zu den Oldenburger Bischöfen hatte Mstivoj ebenso enge Beziehungen wie zu den sächsischen Herzögen (ab 973 Bernhard I.) und zu den Dänen (Ehe Harald Blauzahns mit Mstivojs Tochter Tofa). Offenbar beteiligte sich Mstivoj nur kurz an dem großen Slavenaufstand (Zerstörung Hamburgs 983?). 984 war er auf dem Reichstag in Quedlinburg vertreten. Unter dem Druck der heidnischen Reaktion bei den slavischen Nachbarn (Lutizen) begann um 990, als neben Mstivoj auch der Abodriten-Fürst Mstidrog erschien, ein Wandel (sächsisch-abodritische Kämpfe, Beseitigung der christlichen Kirchenorganisation), der unter Mstivojs Sohn wirksam wurde.

Literatur:
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SlowStarSlow III, 326f. - W. H. Fritze, Probleme der abodritischen Stammes- und Reichsverfassung (Siedlung und Verfassung der Slawen zwischen Elbe, Saale und Oder, hg. H. Ludat, 1960), 158ff. - Chr. Lübke, Regesten zur Geschichte der Slaven an Elbe und Oder, 1985ff., T. II-III, V [Ind.] - B. Friedmann, Untersuchungen zur Geschichte des abodritischen Fürstentums bis zum Ende des 10. Jh., 1986, 241-272 -



Thiele, Andreas: Tafel 369
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II"

MISTIWOI
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    + um 999
 

Mistiwoi war Fürst der Obodriten im Gebiet Mecklenburg und wurde nach vielen Kriegen durch Markgraf Gero der deutschen Hoheit unterworfen. Er rebellierte mehrmals, begann nach Thietmar von Merseburg aus Rache gegen Markgraf Dietrich 983 den großen Slawenaufstand, zerstörte unter anderem Hamburg und unterstützte den Gegen-König Heinrich II. von Bayern.



Thietmar von Merseburg: Seite 48,104,106,116
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"Chronik."

Markgraf Gero von der Ostmark unterwarf Lausitz; Selpui und sogar den Mieszko mit seinen Untertanen der kaiserlichen Herrschaft. Herzog Hermann machte Selibur, Mistui [67 963. Selibur: Fürst der Wagrier (O-Holstein), Mistui: der Obodriten. Schneidmüller, Hamburg-Bremen und Nordosteuropa, 1918 Seite 319 ff. - Vgl. T. III, 18.] und die Ihren dem Kaiser tributpflichtig.
Der Obodriten-Herzog Mistui verbrannte den ehemaligen Bischofssitz Hamburg und legte ihn wüst.
Von da begab sich Heinrich zur Feier des bevorstehenden österlichen Freudenfestes nach Quedlinburg. Hier kamen viel Große des Reiches zusammen; einige aber, die es vorzogen, nicht zu erscheinen, entsandten Beobachter, die sorgsam auf alles Acht ahben sollten. Während dieses Festes wurde er von den Seinen öffentlich als König begrüßt und durch kirchliche Lobgesänge ausgezeichnet. Die Herzöge Mieszko, Mistui, Boleslaw [8 Mieszko von Polen und Boleslaw II. von Böhmen hatten Heinrich 974-977 unterstützt, vgl. III, 7. - Mistui vgl. II, 14. III. 18.] und viele andere hatten sich eingestellt.
 
 
 
 
 
 

  oo N.N.
             -
 
 
 
 

Kinder:

  Uto-Pribigniew
         - um 1030 ermordet

  Mistislaw
         - um 1022

  Tofa
        -

  oo 2. Harald Blauzahn König von Dänemark
           um 910-1.11.980
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 159,157 - Althoff Gerd: Otto III. Primus Verlag Darmstadt 1997 Seite 44 - Eickhoff, Ekkehard, Theophanu und der König, Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 62,88,90,106,461,480 - Görich Knut: Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995 Seite 65 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 212,276,279,282 - Schneidmüller Bernd/Weinfurter Stefan: Otto III. Heinrich II. Eine Wende? Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997 Seite 296 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 369 - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 48,104,106,116 -  Weinfurter Stefan: Heinrich II. Herrscher am Ende der Zeiten. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1999 Seite 89 -