EPPAN, GRAFEN VON


Lexikon des Mittelalters:
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Eppan, Grafen von (Gemeinde Eppan in Süd-Tirol, Provinz Bozen)
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zählten als Grafen im rechten Etschtalgebiet zwischen dem Ulten- und Nonstal und im Besitz von bedeutenden Hausgütern und Rechten um Bozen im 12. und 13. Jahrhundert zu den ersten Adels-Geschlechtern Tirols. Da sie zudem noch mit den mächtigen WELFEN blutsverwandt waren und die Grafen von Morit-Greifenstein, Vögte der Bischöfe von Brixen, in der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts, nach deren Aussterben um 1165 beerbten, hatten sie die beste Aussicht, die Herrschaft an Etsch, Eisack und Inn zu erlangen. Doch im Ringen um die Territorialherrschaft waren die Grafen von Tirol erfolgreicher.
Der unüberlegte Überfall auf eine Gesandtschaft Papst Hadrians IV. zu Kaiser FRIEDRICH BARBAROSSA (1158) kennzeichnet den Beginn des Abstiegs. Die Bischöfe von Trient bevorzugten von da an die Grafen von Tirol bei der Vergabe von Ämtern und Lehen. 1248 starb das letzte Familien-Mitglied weltlichen Standes. Ihre Grafschaft. ging auf die TIROLER über (1253).
An der Ausstattung von St. Michael an der Etsch hatten die Grafen von Eppan einen wesentlichen Anteil. Sie hatten die Vogtei dieses Klosters sowie eines weiteren Augustiner-Klosters in der Au bei Bozen inne. In der Person Egnos stellten sie einen Bischof von Brixen (1240-1250) und Trient (1250-1273). Der erste einheimische Abt des Klosters Marienberg bei Burgeis, Friedrich (1181-1194), gehörte ebenfalls dieser Grafen-Familie an. Die um 1200 entstandenen Fresken der Kapelle ihrer wichtigsten Burg, Hocheppan, sind ein bedeutendes Denkmal romanischer Kunst.
J. Nössing

Literatur:
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M. Bitschnau, Burg und Adel in Tirol zw. 1050 und 1300. Grundlagen zu ihrer Erforsch. (SAW. PH 403, 1983)
J. Nössing, Die Gf.en v. E. und das Kl. Marienberg (Fschr. O. Clavadetscher, 1984), 99-107
W. Leitner, W. Haider, J. Riedmann, Gesch. des Landes Tirol I, 1985, 328, 330ff., 335, 337.

Österreichisches Lexikon

EPPAN, HOCHADELSGESCHLECHT
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Eppan, Grafen von, Hochadels-Geschlecht, mit den WELFEN verwandt.
Das im 12. Jahrhundert mächtigste Geschlecht Süd-Tirols nannte sich ab 1116 nach der bei Kaltern stehenden Burg. Machtzentrum war die gleichnamige Grafschaft um Bozen, am rechten Etschufer von Kaltern nordwärts bis gegen Meran mit Einschluss des Ultentals. Die Grafschaft um Bozen fiel nach dem Tod des Grafen Ulrich von Eppan und Ulten im Kampf gegen Graf Albert III. von Tirol 1248 an die Grafen von Tirol.


NEUE DEUTSCHE BIOGRAPHIE
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Eppan, Grafen von
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Die Eppan gelten als illegitime Abkommen der WELFEN. Wahrscheinlich sind die Grafen von Bozen des 11. Jahrhunderts und ihre Nachfolger in dieser Grafschaft, die ARNOLDE von Morit-Greifenstein, welche vor der Mitte des 12. Jahrhunderts die Vogtei über das Hochstift Brixen innehatten und deren letzter Sproß um 1160 das Augustiner-Kloster Au bei Bozen gründete, mit ihnen gleichen Stammes. Die Grafschaft Eppan (mit den Burgsitzen Altenburg, Hocheppan und Ulten) ist der nördlichste Zipfel der Mark Trient rechts der Etsch zwischen Bozen und Meran, von ihr gliederte sich um 1200 die Grafschaft Ulten ab. Außerhalb der genannten Teil-Grafschaften hatten die EPPAN Eigen- und Lehengut, Ministerialen und Eigenleute sowie Bergwerks- und Herrschaftsrechte: in und um Bozen, zu Kaltern und Tramin, nördlich der Avisiomündung (wo sie um 1145 das Augustiner-Kloster Sankt Michael/Etsch dotierten), in Cembra und Fleims, in Metz und am Nonsberg (Podestarie und mehrere Burgen), in und um Trient, in Judikarien und am Gardasee. Die von dem 1116 zuerst erwähnten Ulrich stammende Hauptlinie gliederte sich in zwei Zweige (Friedrich und Heinrich), aus denen Ulrich von Ulten ( 1249), Sohn Egnos von Eppan-Altenburg und der Markgräfin Irmgard von Ronsberg, Erbe der RONSBERGER in Schwaben, in Außerfern und im Oberinntal, Kreuzfahrer gegen die Mongolen 1241/42, und Egno von Eppan, Erwählter beziehungsweise Bischof von Brixen (1240–1250) und Trient (1250–1273), herausragen.
Der Riegel, den die EPPANER Besitzungen und Rechte – selbst Kern eines Territoriums – gegen die Ausdehnungs-Politik der Grafen von Tirol darstellten, wurde von diesen ab Mitte des 12. Jahrhunderts aufgebrochen und in jahrzehntelangem Ringen beseitigt. Egno sah sich schließlich als Bischof von Trient genötigt, dem Grafen Albert von Tirol und dessen Erben, den Grafen von Görz, die Trientner Lehen seines aussterbenden Geschlechts einzuantworten (1253/54 beziehungsweise 1259), während ihnen König KONRAD IV. nach dem Tode Ulrichs von Ulten dessen Lehen nördlich des Brenners übertrug (1253). Die letzten EPPAN (erloschen um 1300) waren geistlichen Standes.


Literatur:
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Tiroler UB ABt., Band 1-3, 1937-57; J. v. Hormayr, Sämtl. Werke II, 1821 (z.T. phantastisch); A. Huber, Die Entstehung d. weltl. Territorien d. Hochstifter Trient u. Brixen, in: AÖG 63, 1882; H. v. Voltelini, Das welsche Südtirol, 1919; E. Werunsky, Österr. Reichsgesch., 1921, S. 644 ff.; O. Stolz, Pol.-hist. v. Nordtirol, 1926, dass v. Südtirol, 1937/39; F. Huter, Zur älteren Gesch. d. Eppaner Grafen, in: Der Schlern 16, 1935, S. 304-09, 394-400 u.ö.