BOGEN GRAFEN VON
Das im 12. und 13. Jahrhundert blühende hochadlige Geschlecht
in
Bayern, das auf dem hart nördlich der Donau steil ragenden
Bogenberg bei Straubing seinen Sitz hatte, erwarb sich große
Verdienste um die kolonisatorische Erschließung des Bayerischen
Waldes. Es ist ein jüngerer Zweig der so genannten BABENBERGER in
Österreich, abstammend von Adalbert
I., einem Sohne des Markgrafen
Ernst
(† 1075). Adalbert beherrschte, wie sein
gleichnamiger Großvater
(†
1053), den östlichen Donaugau. Seine Gattin Luitgard, Tochter
des Grafen Friedrich II. von Dießen,
stellt die Verbindung her
mit den von diesen abstammenden Domvögten von Regensburg. Sie
selbst und ihre Söhne beteiligten sich an der von den
Domvögten vollzogenen Gründung des Benediktiner-Klosters
Oberalteich um 1100. Diese Generation nannte sich noch nach dem
nördlich unweit des Bogenberges gelegenen Windberg, das der
jüngste der Söhne, Adalbert
II. († 1146), 1125-1130 in
ein Prämonstratenser-Kloster verwandelte. Ein älterer Bruder,
Berthold I., war in St.
Blasien im Schwarzwald Benediktiner, später Abt
(1125–1141) geworden. Auch der älteste Sohn Adalberts II., Adalbert III., starb, im
Dienste
König KONRADS III. tödlich
verwundet, 1140 als
Angehöriger von St. Blasien. Von seinen
Brüdern
endete Hartwich 1155
geisteskrank, Berthold II. († 1167) setzte den
Stamm fort. Dessen einziger Sohn, der unruhige Adalbert IV. (†
1197),
hinterließ aus seiner Ehe mit Ludmilla von Böhmen drei
Söhne:
Berthold III.,
der als Kreuzfahrer 1218 bei Damiette fiel,
Luitpold (†
1219), Propst der
Alten Kapelle in Regensburg, und den
äußerst unsteten
Adalbert V. († 1242), Kampfgenossen
seines gleichgearteten Blutsverwandten, Herzog Friedrichs des
Streitbaren von Österreich. Sein Tod bedeutete eine
Befreiung
für die von ihm beherrschte und schwer bedrängte Landschaft.
Die Hinterlassenschaft fiel durch Erbvertrag an seinen Halb-Bruder Otto
II. von Bayern, dessen Vater Ludwig I. 1204 Ludmilla von Böhmen
geheiratet hatte.