PETTAU
Lexikon des Mittelalters:
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Pettau (lateinisch Poetovio, slowenisch Ptuj)
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Stadt an der Drau, römische Anlage an der zur Zeite Kaiser Hadrians
errichteten Brücke, im Hoch-Mittelalter wichtigster
Fernhandelsplatz am
Alpenostrand.
874 weihte Erzbischof Theotmar von Salzburg in Pettau
eine vom
pannonischen Fürsten
Kocel gestiftete Kirche,
982 bestätigte Kaiser OTTO II.
jenen Besitz, den sich Salzburg unter anderem mit Hilfe des auf 890
gefälschten Arnulfinums bereits angeeignet hatte. Seither war das
Erzstift Salzburg in und um Pettau, wo Erzbischof Konrad I. eine Burg erbauen
ließ, alleiniger Grundherr.
Das Amt der Burggrafen versahen die
Herren von Pettau, die
in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts erfolglos
versuchten, sich in den Besitz von Herrschaft, Burg und Stadt zu
setzen. Mit Erlöschen der PETTAUER
(1438) und Verzicht der
SCHAUNBERGER (1445)
wurden Burg und Hauptmannschaften (weit über
20) von Salzburger Beamten verwaltet.
Im 15. Jahrhundert sind Bürger
des bis ins 16. Jahrhundert erstrangigen internationalen
Handelsplatzes unter
den reichsten Herren Süd-Deutschlands zu finden. Ohne langen
Bestand blieb die 1220 errichtete Münzstätte, doch
dürfte zuvor eine um 1100 bezeugte jüdische Gemeinde in der
Ausfuhr von Friesacher Pfennigen eine wichtige Rolle gespielt haben.
Frühe Niederlassungen der Dominikaner (1230) und der Minoriten
(1262) unterstreichen die Bedeutung der Stadt, die wahrscheinlich schon
um 1300 salzburgisches Stadtrecht hatte (1376 in 196 Art.
aufgezeichnet).
1503 bestätigte König MAXIMILIAN I. Pettau das alte
Niederlagsrecht und
das Zwischenhandelsmonopol im Handel von Ungarn nach Italien.
G. Hödl
Literatur:
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H. Dopsch, Gesch. Salzburgs, I/2, 1983, 975-978 [Lit. in
Anm. 330-360]
O. Pickl, Der Funktionswandel der Stadt P., 1985.