EUROPÄISCHE STAMMTAFELN NEUE FOLGE BAND XVI
Tafel
49
Lexikon des Mittelalters:
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Moosburg
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Stadt in Ober-Bayern (nördlich von Freising).
Das Kloster Moosburg dürfte wohl schon in den 50-er Jahren des
8. Jahrhunderts entstanden sein; ob es sich um eine Adels- oder
eine Herzogsgründung handelte, ist nicht eindeutig klärbar.
Das Castulus-Kloster erlebte im 8./9. Jahrhundert einen raschen
Aufschwung. Bereits im 8. Jahrhundert waren zahlreiche
Grundherren-Familien der Umgebung der Abtei verbunden. Nach 788 wurde
Moosburg Königs-Kloster und gehörte 817 zur dritten
Zensusklasse.
Kaiser ARNULF übertrug das Kloster
(keine Abtei mehr!) dem Freisinger
Bischof Waldo wegen treuer Dienste.
Damit wurde Mossburg freisingisches
Eigen-Kloster. Bischof Egilbert von Freising (1005-1039),
wohl aus der Familie der Vögte, ließ es in ein
Kollegiatstift umwandeln; die Mönche wurden in das neue
Benediktiner-Kloster Weihenstephan umgesiedelt. Der jeweilige Propst
war immer ein Freisinger Domherr.
Im 12. Jahrhundert genoß die Stiftsschule Ansehen,
gleichzeitig wurde die romanische Stiftskirche erbaut, 1468 der
spätgotische Chor (prächtiges Chorgestühl, Hochaltar von
Hans Leinberger 1513 vollendet).
Herzog Wilhelm V. von Bayern vereinigte
Moosburg mit dem Chorstift St. Martin zu Landshut, so daß
die Stiftskirche nur noch als Pfarrkirche diente. Die Stadt Moosburg,
seit 1284 herzoglich, entwickelte sich im Anschluß an das Stift.
W. Störmer
Literatur:
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Cod. Traditionum St. Castuli, hg. M. Frhr. v. Freyberg
(Oberbayer. Archiv 2, 1840), 1-90
S. Mitterer, Die bfl. Eigenkl. in den vom hl. Bonifazius 739 gegr.
bayer. Diöz.en, 1929, 124ff.
M. Hartig, Die oberbayer. Stifte, 1935
F. Prinz, Frühes Mönchtum im Frankenreich, 1965, 343f.,
372f., 430
J. Hemmerle, Germania Benedictina II, 1970, 165f.
G. Diepolder, Freising... (Hochstift Freising, hg. H. Glaser,
1990), 456ff.
Der Besitz der Grafen von Moosburg gruppierte sich um ihre Stammburg Moosburg mit dem Stift St. Castalus, das Bischof Egilbert von Freising (1006-1039), ein MOOSBURGER, in ein Kollegialstift umwandelte, sowie um Rottenburg; sie hatten ferner die Vogtei über Kloster Isen inne. Dem Hause der MOOSBURGER entstammt der Salzburger kaiserliche Gegen-Erzbischof des Investiturstreites, Berthold. Um Moosburg ist seit 1179 eine Grafschaft festzustellen; damals erbten die MOOSBURGER zusammen mit den WITTELSBACHERN die um die obere große und kleine Laaber begüterten Grafen von Roning, deren Hauskloster Paring war, ein Augustinerchorherrnstift (1143). Für ein früh ausgeprägtes dynastisches Bewusstsein der Familie spricht die Tatsache, dass die MOOSBURGER sich wie Könige und Herzöge Hofämter zulegten.
Trillmich Werner: Seite 105
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"
Sehr nahe standen den EBERSBERGERN die Grafen
von Moosburg an der unteren Isar,
aus deren Sippe wohl Bischof Egilbert von Freising stammte.
Mittelpunkt
ihrer über ganz Bayern verstreuten Güter war die Herrschaft
Moosburg
mit dem Stift St. Castolus. Sie bevogteten Kloster Isen.