KARL
scheint
Kasimir nun vorgeschlagen zu haben, er wolle sich, da eine
Annullierung
seiner Ehe mit Adelheid von Hessen nicht
zu erreichen sei, beim Papst wenigstens für die Legitimierung (und
damit Thronfolgefähigkeit) seiner Töchter von Hedwig
einsetzen;
sobald sie erfolgt sei, solle dann eine Ehe zwischen ihnen und KARLS
Söhnen verabredet werden. Seine Überlegung war einfach:
Da seine
4. Frau eine Enkelin des
Polen-Königs war, war ihr und KARLS
erster Sohn Sigmund Kasimirs Ur-Enkel;
durch eine Ehe mit der Tochter des Königs würde er seine
Thronfolgeansprüche
verdoppeln. Zusätzlich sollte aber auch WENZEL,
der Ur-Groß-Neffe
Kasimirs, eine
andere von dessen Töchtern heiraten. Nicht des Kaisers
Erstgeborener
stand hier im Vordergrund der Überlegungen, sondern Sigmund
aufgrund der direkten Abstammung von Kasimir.
Die Durchführung dieses Planes, der die Ausschaltung Ludwigs
vom polnischen Thron bedeutet hätte, hing ausschließlich vom
Papst ab, der nach ungarischem Protest das Projekt ablehnte, da der
Kaiser
ihn nicht gegen Bernabo
Visconti
unterstützte.
Sigmund war am 14.
Februar 1368 in Prag geboren worden. Sein Vater, der sich gerade in
Nürnberg
aufhielt, versprach ihm bereits vier Tage später, unmittelbar
nachdem
die Nachricht von der glücklichen Entbindung der Kaiserin in
Nürnberg
eingetroffen war, der jüngeren
Tochter des Burggrafen von Nürnberg,
Catharina,
zur Ehe. Nun, da KARL einen
zweiten
lebenden Sohn hatte, schien es ihm wichtig, die wegen der ungarischen
Beziehung
aufgegebenen Ansprüche auf die Burggrafschaft erneut zu
begründen:
Sollte der ZOLLER söhnelos
sterben, würde den LUXEMBURGERN
zwar nur ein Teil seines Erbes zufallen, aber die Hoffnung auf diesen
Anteil
sollte doch wenigstens erbrechtlich abgesichert werden..
Denn Anfang 1372 verhandelte der Kaiser trotz Sigmunds
Eheversprechen mit der
Nürnbergerin über eine in Zukunft
abzuschließende
Beziehung zwischen seinem Sohn und einer der Töchter
Ludwigs von Ungarn. Ludwig hatte
zunächst nicht bestimmt, welche seiner Töchter mit
Sigmund
verbunden werden sollte. Erst am 21. Juni 1373 versprach er eidlich,
die
Dispens für die geplante Ehe zwischen seiner Tochter Maria
und Sigmund einzuholen, und
beendete
somit zumindest das Rätselraten über die Person der
zukünftigen
Frau des LUXEMBURGERS. Aber
erst am
6. Dezember des folgenden Jahres wurde die päpstliche
Ausnahmegenehmigung
erteilt und am 15. Dezember erweitert, da man in Avignon noch eine
nähere
Verwandtschaft entdeckt hatte als die im vorigen Schreiben angegebene.
Kaum waren die Dispense eingetroffen, als der Kaiser offiziell die
Verbindung
zwischen Sigmund
und Catharina von
Nürnberg auflöste.
Am 14. April 1375 konnte nun der Ehevertrag
über
die Beziehung von Sigmund und Maria
von Ungarn abgeschlossen werden. Aber noch immer hatte Ludwig
keine Erbfolgeanordnung getroffen. Er hoffte ganz offensichtlich immer
noch auf einen männlichen Erben, dem er vermutlich das ungarische
Königreich vorbehalten wollte.
So herrschte bis zu KARLS
Tod
Unsicherheit darüber, ob die LUXEMBURGER
überhaupt am Erbe Ludwigs
beteiligt
sein würden und wenn ja, in welchem Ausmaß:
ob an beiden
Reichen,
nur an einem oder an gar keinem. KARLS
Interesse war auf Polen gerichtet, das er nach dem Erwerb der Mark
Brandenburg
zu einem neuen Zentrum luxemburgischer
Macht
gestalten wollte. Zwar huldigten
noch vor Ludwigs Tod die
polnischen
Stände seiner Tochter Maria als
der künftigen Königin, weigerten sich jedoch, als Maria
ihrer jüngeren Schwester
nach dem Tode ihres Vaters zur Königin von Ungarn gekrönt
worden
war, die Fortsetzung der Personalunion zu dulden, und erzwangen die
Krönung
Hedwig
zum“ König“ von Polen. Damit mußten die luxemburgischen
Hoffnungen
auf Polen endgültig begraben werden, und erst nach
Überwindung
großer Schwierigkeiten konnte Sigmund,
der inzwischen im Oktober 1385 Maria
geheiratet hatte, als deren Gatte am 31. März 1387 in
Stuhlweißenburg
wenigstens zum KÖNIG von UNGARN gekrönt werden.
Seine Ehe mit Maria,
die am 17. Mai 1395 starb, blieb kinderlos. Nach ihrem Tod plante er
wahrscheinlich
im Mai 1396 eine eheliche Verbindung mit Herzogin Margaretha von
Brieg,
mit der er im April 1401 unmittelbar vor der Hochzeit gestanden zu
haben
scheint. Doch noch im selben Monat wurde er von unzufriedenen
ungarischen
Magnaten gefangengenommen. Als er ein halbes Jahr später wieder
freikam,
fühlte er sich an die Beziehung zu der schlesischen Herzogs-Tochter
nicht mehr gebunden, sondern verlobte sich noch 1401 mit Gräfin
Barbara von Cilli, deren Verwandten er seine Befreiung
verdankte.
Aus der im Jahre 1408 vollzogenen Ehe stammte als einziges Kind die im
folgenden Jahre 1408 geborene Tochter
Elisabeth.
SIGMUND
VON LUXEMBURG
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* 14.2.1368, † 9.12.1437
Prag
Znaim
Begraben: Großwardein
1.) – Nürnberg 18.2.1368 Beziehung aufgelöst Eger 30.12.1374
CATHARINA VON
NÜRNBERG
* 1365
(3.6.131/1366),
†
19.11.1409
Hof
Gestorben als Äbtissin des Klarenklosters Hof
Begraben: Klarenkloster zu Hof
Tochter von Burggraf Friedrich V. und der Elisabeth von Meißen
2.) - ... Ende 1369 Dispens wegen Verwandtschaft im 3. Grade Rom vor 5.12.1369
KUNIGUNDE
(oder ANNA) VON POLEN
*1367, † nach 3.11.1370
Tochter von König Kasimir III. dem Großen und seiner 4. Frau Hedwig von Sagan
3.) – Breslau um 14.3.1372 Dispens wegen Verwandtschaft im 4. Sowie im 3. Grade Avignon 6. und 12.12.1374, erneuert Brünn 14.4.1375, ~ Zvolen Frühjahr 1379, bestätigt Tyrnau Herbst 1379, 1. oo Okt./Nov. 1385
MARIA
VON UNGARN
* 1371 (April 1371/April 1373, †
17.5.1395
bei Ofen
Begraben: Großwardein
Tochter von König Ludwig I. dem Großen von Ungarn und Polen und seiner 2. Frau Elisabeth von Bosnien
4.) ~ Brieg 11.5.1396
MARGARETHA VON BRIEG
* 1380/84, †
2.10. nach
1408
Tochter von Herzog Heinrich VIII. und seiner 2. Frau Margaretha von Masowien
5.) ~ ... Ende 1401, 2. oo 1408
BARBARA
VON CILLI
* 1390/95, †
11.7.1451
Melnik
Begraben: Wenzelskapelle des Schlosses zu Prag
Tochter von Graf Wilhelm I. und der Anna von Polen