Hermann
von
Salza machte den Vorschlag, Königin
Jolande solle, da die Kaiserin vier Monat zuvor gestorben war,
Kaiser
FRIEDRICH selbst heiraten. Sie würden ein
glänzendes
Paar abgeben.
Johann von Brienne war
von dem Gedanken geschmeichelt, zögerte jedoch, bis Hermann ihm versprach,
dass er die Regentschaft bis zu seinem Tode behalten solle.
Im August des Jahres 1225 traf Graf Heinrich von Malta
mit 14 kaiserlichen Galeeren in Akkon ein, um die jetzt 14-jährige
Königin zu ihrer Hochzeit
nach Italien zu holen. Er hatte den erwählten
Erzbischof Johannes von Capua mitgebracht,
der sofort nach seiner Landung
als FRIEDRICHS Stellvertreter mit Jolande
in der Heiligen-Kreuz-Kirche die Ehe schloß. Sie wurde sodann
nach
Tyros gebracht und dort, da sie jetzt für großjährig
galt,
vom Patriarchen Ralph in
Anwesenheit des
gesamten Adels von Outremer zur
Königin
von Jerusalem gekrönt. Zwei Wochen lang wurden Freudenfeste
gefeiert;
dann ging die Königin,
begleitet vom Erzbischof von Tyros und ihrem
Vetter, Balian von Sidon,
zu Schiff. Sie unterbrach die Reise auf einige
Tage in Zypern, um ihre Tante, Königin
Alice,
zu besuchen. Als der Augenblick der Trennung kam, wurden beide
Königinnen
von Tränen überwältigt; und sie vernahmen, wie
Jolande ihrem geliebten Land Syrien, das sie niemals wiedersehen
sollte, ein trauriges Lebewohl zumurmelte. Der Kaiser erwartete
zusammen
mit König
Johann
seine Gemahlin
in Brindisi:
Sie wurde mit kaiserlichem Prunk und Prachtaufwand willkommen
geheißen, und eine zweite Trauungsfeierlichkeit fand am 9.
November
1225 in der Kathedrale zu Brindisi statt.
FRIEDRICH II.
bewies
bereits am Morgen nach seiner Hochzeit, welche Art Mann er war. Er
verließ
Brindisi zusammen mit der Kaiserin,
ohne seinen Schwieger-Vater zu verständigen,
und als der alte König ihm nacheilte, empfing er ihn kühl. Es
folgte ein offener Zank, und Johann
erfuhr
von seiner weinenden Tochter, dass ihr Gemahl eine ihrer Basen
verführt
hatte.
Die Kaiserin-Königin
Jolande
war weniger vom Glück begünstigt als ihr Vater. FRIEDRICH
schickte sie in den Harem, den er sich in Palermo hielt; und dort in
ihrer
Abgeschiedenheit verzehrte sie sich nach dem glanzvollen Leben von
Outremer.
Am 25. April 1228 schenkte sie einem Sohn das Leben, der den Namen Konrad
erhielt, und nachdem sie solcherart ihre Pflicht getan, starb sie sechs
Tage darauf. Sie war noch nicht einmal 17 Jahre alt.