HEINRICH II. DER ZÄNKER Herzog von Bayern (955–76, 985-95), Herzog von Kärnten (seit 989)
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* 951,
28.8.995 Gandersheim

Gandersheim

GENEALOGIE:
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Vater:
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Herzog Heinrich I. von Bayern
(955, siehe NDB VIII);

Mutter

Herzogin Judith von Bayern ( nach 985)

Onkel männlich 2. Grades:
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Herzog
Heinrich III. von Bayern ( 989, siehe NDB VIII)

Vetter:
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Kaiser OTTO II. (983)

  oo Gisela (
wohl 1006), Tochter des Königs Konrad von Burgund ( 993)

2 Söhne, 2 Töchter
unter anderem

Kaiser HEINRICH II. ( 1024, siehe NDB VIII),
Bischof Brun von Augsburg ( 1029, siehe NDB II),
Gisela ( 1033, oo 995 König Stephan von Ungarn,
1038)

natürlicher Sohn:
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Erzbischof Arnold von Ravenna ( 1019)


Leben:
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Heinrich wurde während der Aufstände 953/55 mit seiner Mutter vorübergehend aus Bayern vertrieben, erhielt aber nach dem Tode seines Vaters 955 das Herzogtum Bayern und die Mark Verona, zunächst unter der vormundschaftlichen Regierung seiner Mutter, die von Bischof Abraham von Freising unterstützt wurde. Nach häufigem Aufenthalt in Sachsen (anscheinend auch an der Domschule zu Halberstadt) hat Heinrich Ende der 60-er Jahre die selbständige Regierung in Bayern angetreten. Diese führte insbesondere zu einem verstärkten militärischen Druck auf den nach der Niederlage auf dem Lechfeld sich an der Ostgrenze Bayerns einrichtenden jungen ungarischen Staat und zur Gründung einer Reihe von Marken an der bayerischen Grenze. 974, ein Jahr nach dem Regierungsantritt OTTOS II., war Heinrich „der Zänker“ (der Beiname rixosus ist erst seit Aventin belegt) zusammen mit den Herzügen Boleslaw von Böhmen und Miesko von Polen in eine Verschwörung gegen seinen Vetter verwickelt, deren Gründe unklar bleiben. Vielleicht fühlte er sich durch die wachsende Machtstellung der beiden babenbergischen Brüder Berthold auf dem Nordgau und Luitpold in der Ostmark bedroht, die von OTTO II. wohl bewußt gegen eine allzu starke bayerische Herzogsgewalt gestützt wurden. Da die Verschwörung verraten wurde, kam Heinrich nach Ingelheim in Haft, konnte aber 976 von hier fliehen und nahm den Kampf in Bayern auf. Von OTTO II. besiegt, floh er nach Böhmen; sein bayerisches Herzogtum, von dem Kärnten abgetrennt wurde, erhielt Otto von Schwaben. 976 und 977 unternahm OTTO II. Kriegszüge nach Böhmen, doch verständigte Heinrich sich inzwischen mit dem luitpoldingischen Herzog Heinrich von Kärnten (das ist Heinrich III. von Bayern) und konnte dadurch Teile von Bayern wieder in seine Hand bringen. Bei Kämpfen 977, die sich insbesondere um Passau abspielten, blieb jedoch OTTO II. Sieger; Heinrich mußte sich unterwerfen und wurde nach Utrecht verbannt. Nach dem Tod des Kaisers wurde er Anfang 984 aus der Haft entlassen, bemächtigte sich des jungen Kaiser-Sohnes und suchte auf dem Weg über die Vormundschaft die Regentschaft im deutschen Reich an sich zu bringen. Im März 984 wurde er in Quedlinburg von einigen Anhängern zum König ausgerufen und dieser „Wahl“ schlossen sich auch die Herzöge von Böhmen und Polen an. Offenbar hat er sich gegen das Versprechen der Abtretung Lothringens auch die Unterstützung König Lothars von Frankreich erkauft. Vor dem allgemeinen Widerstand verzichtete Heinrich aber im Juni 984 auf seine Pläne und lieferte OTTO III. aus. Jetzt suchte er im Kampf mit Herzog Heinrich III. 984/85 wenigstens sein bayerisches Herzogtum zurückzuerobern; im Januar 985 kam es zu einem Ausgleich, bei dem Heinrich III. das von ihm schon früher besessene Kärnten erhielt und Heinrich wiederum mit Bayern belehnt wurde; nach dem Tod Heinrichs III. 989 erhielt er auch noch dessen Herzogtum Kärnten. 991 siegte Heinrich an einem unbekannten Ort über die Ungarn und nahm 992 am Feldzug OTTOS III. gegen die Liutizen nach Brandenburg teil. In die Zeit zwischen 985 und 995 fällt die Verkündigung der Ranshofener Gesetze. Heinrich starb bei einem Besuch seiner Schwester Gerberga in Gandersheim.

Literatur:
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siehe Heinrich III. von Bayern



Autor:
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Kurt Reindel

Reindel, Kurt, „Heinrich II. der ZänkerHerzog von Bayern“, in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), Seite 341 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119061899.html