GISELA Kaiserin
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* um 990, 15.2.1043 Goslar

Speyer, Dom

GENEALOGIE:
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Vater:
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Herzog Hermann II. von Schwaben (
1003)

Mutter:
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Gerberga (
1000), Tochter des Königs Konrad von Burgund ( 993)

Onkel mütterlicherseits:
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König Rudolf III. von Burgund (
1032)

  1. oo Graf Bruno ( 1013?), aus dem Hause der sächsischen BRUNONEN (siehe NDB II. unter Brunonen)

  2. oo Herzog Ernst I. von Schwaben ( 1015, siehe NDB IV)
          (Bruder des Markgrafen Heinrich von Österreich,
1018 und des Erzbischofs Poppo von Trier, 1047)

 31.5.1015/Januar 1017
  3. oo Graf Konrad (Kaiser KONRAD II.) (
  1039), aus dem rheinfränkischen Geschlecht der SALIER

Sohn aus 1.)
Graf Liudolf

2 Söhne aus 2.)
Herzog 
Ernst II. von Schwaben ( 1030, siehe  NDB IV)
Herzog Hermann IV. von Schwaben (
1038)

1 Sohn, 2 Töchter aus 3.)
König HEINRICH III. (
1056)
Beatrix (seit 1025 im Kloster Quedlinburg)
Mathilde (
um 1034, verlobt mit König Heinrich I. von Frankreich, 1060)


Leben:
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Gisela, die sich mütterlicherseits karolingischer Abstammung rühmte, soll nach Angabe der Bleitafel, die bei der Öffnung der Kaisergräber im Dom zu Speyer 1900 unter ihrem Haupt aufgefunden wurde, am 11.11.999 geboren sein. Da sich dieses Datum jedoch unmöglich mit der Chronologie ihrer Eheschließungen vereinen läßt, muß es auf einem Irrtum beruhen. Gisela trat zum erstenmal hervor, als sie nach dem Tode ihres 2. Gatten bei Kaiser HEINRICH II. die Belehnung ihres minderjährigen Sohnes Ernst mit dem Herzogtum Schwaben erwirkte. Vormundschaft und Verwaltung des Herzogtums wurden ihr jedoch nach ihrer (durch Entführung eingegangenen?) Eheschließung mit dem SALIER Konrad, der mit ihr in kanonisch-rechtlich unerlaubtem Grade verwandt war (beide waren Deszendenten HEINRICHS I., Konrad in fünfter, Gisela in vierter Generation) und zu HEINRICH II. in gespannten Beziehungen stand, vom Kaiser wieder entzogen und dem Erzbischof Poppo von Trier, einem Vater-Bruder des Knaben, anvertraut. Nach der Wahl Konrads zum deutschen König weigerte sich Erzbischof Aribo von Mainz, Gisela gemeinsam mit ihrem Gemahl zu krönen (8.9.1024), vermutlich weil er ihre Ehe wegen des Verwandtschaftsgrades als ungültig betrachtete. Doch nahm Erzbischof Pilgrim von Köln, der anfangs mit der lothringischen Opposition gegen Konrad in Verbindung gestanden hatte, nun aber zu den Anhängern des neuen Herrschers überging, bereits am 21.9. auf Bitten der Fürsten die feierliche Handlung vor. Seither konnten die Erzbischöfe von Köln ihren Anspruch auf das Recht der Krönung der deutschen Könige durchsetzen. Ostern 1027 vollzog Papst Johannes XIX. an dem Herrscherpaar die Kaiserkrönung. Gisela zählt zweifellos zu den bedeutenderen Persönlichkeiten unter den deutschen Kaiserinnen des Hochmittelalters. Eine stattliche Erscheinung, durch Freigebigkeit, Klugheit und Gewandtheit in der Führung der Geschäfte ausgezeichnet, religiös tiefer empfindend und feiner gebildet als KONRAD II., übte sie auf dessen Regierung, wie Wipo betont, erheblichen Einfluß. Es ist mehr als eine formelhafte Wendung, wenn sie in vielen seiner Diplome als Intervenientin auftritt. An der Besetzung von Bistümern und Reichsabteien nahm sie maßgebenden Anteil, doch fiel ihre Gunst, wie die Erhebung Bardos zum Erzbischof von Mainz zeigt, nicht immer dem Würdigsten zu. Mehrmals wußte sie ihren Gatten zur Milde gegenüber ihrem aufständischen Sohn Ernst von Schwaben zu stimmen, bis sie sich endlich 1030 von dem Jüngling lossagte. Als Schwestertochter des letzten Burgunder-Königs Rudolf III. vermittelte sie zwischen diesem und KONRAD II.; auf der Zusammenkunft zu Muttenz bei Basel im August 1027 erreichte sie, daß ihr Oheim ihren Gatten zu seinem Nachfolger bestimmte. So kam Burgund an das Reich. 1032 brachte Gisela einen Ausgleich zwischen KONRAD II. und Herzog Mesko von Polen zustande. Im Verlaufe des 2. Italienzuges KONRADS II. besuchte sie die Gräber der Apostel, während der Kaiser Rom fernblieb. Gemeinsam mit ihrem Sohn HEINRICH III. ließ sie sich in die Verbrüderung des Klosters Sankt Gallen aufnehmen, und von Notkers Psalmenübersetzung ließ sie eine Abschrift anfertigen. Der Erziehung HEINRICHS III. schenkte sie offenbar ganz besondere Aufmerksamkeit. Obwohl wir also annehmen dürfen, daß sie auf die geistige und religiöse Entwicklung ihres Sohnes bestimmend einzuwirken vermochte, geriet sie mit diesem bald nach seinem Regierungsantritt aus unbekannten Gründen in einen Konflikt, der vermutlich gegen Ende 1041 beigelegt wurde, ohne daß damit ihr einstiger Einfluß wiederhergestellt worden wäre.

Literatur:
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ADB IX; Jahrbücher der deutschen Geschichte unter Konrad II.;
Jahrbücher der deutschen Geschichte unter Konrad II.; Regg. Imperii III 1, 1951; E. Brandenburg, Probleme um die Kaiserin Gisela, in: Verhh. d. sächs. Akademie der Wiss., Phil.-hist. Kl. 80,4, 1928; N. Bischoff, Über d. Chronologie der Kaiserin Gisela und übe rdie Verweigerung ihrer Krönung durch Aribo von Mainz, in MIÖG 58,1950; H. J. Rieckenberg, Das Geburtsdatum der KaiseriN Gisela, in: DA 9, 1952; Th. Vogelsang, Die Frau als Herrscherin iim hohen Mittelalter, Studien zur "consors regni" Formel, 1954

Portraits:
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P. E. Schramm, Die deutschen Könige u. Kaiser in Bildern ihrer Zeit, 1928, Seite 203ff., Nr. 5, 6, 7 (Abb. Nr. 96 a b, 97 a b, 98).

Autor:
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Heinrich Appelt

Appelt, Heinrich, „Gisela“, in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 413-414 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118717693.html