ELISABETH VON LUXEMBURG
Elisabeth von Luxemburg
(ungarisch Erzsebét,
kroatisch
Elizabeta Luksemburška,
tschechisch Alžběta
Lucemburská; * 28.
Februar 1409 in Prag;
†
19. Dezember 1442 in Győr) war die Tochter des Kaisers SIGISMUND
aus dem Haus
LUXEMBURG und seiner
zweiten Ehefrau Barbara von Cilli.
Als Gattin des
späteren Königs ALBRECHT
II. war sie von
1438–1439 römisch-deutsche, ungarische und böhmische
Königin. Nach dem Tod ihres Gemahls (1439) versuchte sie
energisch, die Thronfolge ihres Sohnes Ladislaus Postumus in
Böhmen
und Ungarn zu sichern, starb aber nach einem zweijährigen,
erfolglosen Bürgerkrieg.
Frühes Leben, Heirat und Nachkommen:
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Elisabeth von Luxemburg
wurde bereits im Alter von zwei Jahren am 7.
Oktober 1411 mit dem aus dem Haus
HABSBURG stammenden und
etwa 12 Jahre älteren österreichischen
Herzog Albrecht V.
verlobt. Ihre
Eltern hatten indessen häufig Zwistigkeiten miteinander und um
1419 musste Elisabeth mit
ihrer Mutter längere Zeit in der
ostungarischen Puszta
verbannt leben. Andererseits war sie das einzige überlebende Kind
des römisch-deutschen Königs und späteren Kaisers
SIGISMUND und damit seine
präsumtive Erb-Tochter. Wohl nicht ohne
vorigen Druck Albrechts V. auf
den bei ihm hochverschuldeten SIGISMUND
heiratete Elisabeth schließlich
am 19. April 1422 in Wien ihren
langjährigen Verlobten. Bereits 1423 verkündete SIGISMUND
seinen Schwieger-Sohn Albrecht
als seinen Nachfolger und übergab
ihm die Verwaltung von Mähren.
Während der 17 Ehejahre gebar Elisabeth
vier Kinder, den letzten
Sohn allerdings erst nach dem Tod ihres Gatten:
- Anna (* 12. April 1432; † 13. November 1462), seit 1446 Gattin des Herzogs Wilhelm III. von Sachsen
- Georg (* 16. Februar 1435; † 16. Februar 1435)
- Elisabeth (* um 1437; † 30. August 1505), seit 1454 Gattin des Kasimir IV. Jagiełło, Königs von Polen
- Ladislaus Postumus (* 22. Februar 1440; † 23. November 1457), König von Böhmen und Ungarn
Nach dem Tod Kaiser SIGISMUNDS
(9. Dezember 1437) wurde Elisabeths
Gemahl als ALBRECHT II. sein
Nachfolger als römisch-deutscher
König; ferner bestieg er auch den Thron Ungarns und Böhmens.
Dementsprechend wurde Elisabeth
Königin der genannten Länder.
Von Bratislava aus
war sie eigenständig politisch aktiv, bisweilen auch im
Widerspruch zu den Interessen ihres Gatten.
Kampf für die Thronfolge Ladislaus' und Tod:
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Beim frühen Tod ALBRECHTS
(27. Oktober 1439) war Elisabeth
im
fünften Monat schwanger. Der verstorbene König hatte
testamentarisch bestimmt, dass das erwartete Kind, falls es ein Knabe
sein werde, ihm im Herzogtum Österreich (Nieder- und
Oberösterreich) sowie in Ungarn und Böhmen nachfolgen und
Herzog Friedrich V. (der
nachmalige römisch-deutsche König
FRIEDRICH
IV. bzw. Kaiser FRIEDRICH
III.) sein
Vormund werden solle. Die energische Elisabeth übernahm
zunächst in Ungarn die Regentschaft. Viele magyarische Magnaten,
insbesondere Johann
Hunyadi, glaubten jedoch, dass Ungarn angesichts der von den
Osmanen ausgehenden Gefahr eines starken Regenten bedürfe und
drängten die 30-jährige Elisabeth
im Januar 1440, sich mit
dem erst 15-jährigen
polnischen König Władysław
III. zu vermählen. Davon überzeugt, dass sie einen
Sohn
gebären werde, widerstrebte Elisabeth
diesen Forderungen
entschieden und konnte eine Hinausschiebung der Heiratspläne
erreichen. Sie suchte eine vom ungarischen Adel vorzunehmende
Königswahl vor der Geburt ihres Kindes zu verhindern, besprach
sich mit ihren Anhängern, unter anderen den Verwandten ihrer
Mutter, den Grafen von Cilli,
und plante, sich der allein den König legitimierenden und als
heilig betrachteten Stephanskrone
zu bemächtigen.
Mit dem Raub der Krönungsinsignie aus den Gewölben der schwer bewachten Plintenburg (Visegrád) beauftragte Elisabeth ihre Kammerfrau Helene Kottannerin, die das abenteuerliche Unternehmen in der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 1440 mit der Unterstützung eines ungarischen Edelmanns sicher bewerkstelligen konnte, worüber sie in ihren „Denkwürdigkeiten“ berichtete. Nach einer Schlittenfahrt über die zugefrorene Donau brachte die Kammerfrau die Krone nach Komorn. Bald darauf, am 22. Februar, kam die Königin-Witwe in Komorn mit ihrem Sohn Ladislaus, genannt Postumus (‚der Nachgeborene‘) nieder. Trotz dieser Geburt eines männlichen Nachkommen ALBRECHTS II. setzte die Gegenpartei durch, dass Władysław III. von Gesandten des ungarischen Reichstags am 8. März in Krakau zum König Ungarns gewählt wurde.
Elisabeth begab sich aber mit Ladislaus nach Stuhlweißenburg und ließ ihn dort am 15. Mai 1440 mit der Stephanskrone durch den Erzbischof von Gran krönen. Als daraufhin die Reichskleinodien nach Visegrád zurückgebracht werden sollten, gelang es Elisabeth, im Besitz der Stephanskrone zu bleiben, indem sie eine falsche Krone in dem versiegelten Behältnis unterschob. Nachdem Elisabeth die Erhebung von Dionysius Szechy zum neuen Erzbischof von Gran unterstützt hatte und die Erwartungen des ehrgeizigen Bischofs von Eger, Simon Rozgonyi, nicht berücksichtigte, wurde Letzterer ihr erbitterster Feind und rief die Polen ins Land. Der mittlerweile in Ofen eingetroffene Władysław III. ließ sich am 15. Juli 1440, nachdem die echte Krone nicht mehr zur Verfügung stand, mit der in Stuhlweißenburg den Reliquienbehälter des heiligen Stephan zierenden Krone ebenfalls zum König von Ungarn krönen.
In der Folge kam es in Ungarn zu einem mehrjährigen Bürgerkrieg, in dem sich Elisabeth dauernd mit Geldproblemen zur Aufbringung der Kriegskosten konfrontiert sah. Auch in Böhmen widerstrebte eine starke Partei der Utraquisten der Erbfolge ihres Sohnes Ladislaus. Hatte Elisabeth zunächst entgegen den testamentarischen Verfügungen ihres verstorbenen Gatten den Herzog Albrecht VI. als Vormund ihres Sohns präferiert, so näherte sie sich nach der Krönung Władysławs III. dem ursprünglich im Testament als Vormund vorgesehenen, unterdessen zum römisch-deutschen König aufgestiegenen Friedrich IV. von Habsburg. Sie verpfändete die Stephanskrone für 2.500 Dukaten bei Friedrich und übergab ihm ihren Sohn Ladislaus zur Vormundschaft und in schützende Obhut. Mit dem erhaltenen Geld warb sie Soldaten für den Kampf gegen Władysław III. Unterstützt wurde sie in ihren kriegerischen Bemühungen, ihrem Sohn die ungarische Thronfolge zu sichern, vom Grafen Ulrich von Cilli, böhmischen Söldnern unter dem Kommando des Adligen Johann Giskra von Brandeis und den deutschen Bürgern der oberungarischen Städte. Die Grafen von Cilli schlossen aber am 19. April 1441 einen Vergleich mit dem JAGIELLONEN und in erster Linie setzte nun nur noch Johann Giskra den Kampf für Elisabeth eifrig fort.
Am 14. Mai huldigte Bischof Simon Rozgonyi dem in Eger einziehenden polnischen König, sein Bruder Stephan Rozgonyi hielt die Festung Preßburg ebenfalls für König Wladyslaw besetzt, die Stadt selbst verblieb wie Kaschau aber auf Seite von Elisabeth.
Schließlich vermittelte der Kardinallegat Giuliano Cesarini im Auftrag des Papstes Eugen IV. seit Sommer 1442 zwischen den Kontrahenten, um dem Blutvergießen ein Ende zu bereiten und eine konzentrierte Türken-Abwehr zu ermöglichen. Im November desselben Jahres kam es in Győr zu einem Treffen zwischen Elisabeth und Władysław III., bei dem ein Ausgleich zwischen ihnen erzielt werden konnte. Doch nur drei Tage nach der Abreise des JAGIELLONEN starb Elisabeth plötzlich und wurde in der Basilika in Stuhlweißenburg beigesetzt. Auf Władysław haftete der Verdacht, dass er sie habe vergiften lassen.
Mit Elisabeths Sohn Ladislaus, der 1457 nur 17-jährig starb, erlosch auch die Albertinische Linie der HABSBURGER im Mannesstamm.