Spekuliert haben die Forscher lange, nun ist es
bestätigt:
Bei der Toten, die 2008 im Magdeburger Dom geborgen wurde, handelt es
sich um die sterblichen Überreste von Königin Editha, der ersten Frau von OTTO DEM GROSEN.
Im Magdeburger Dom ist der Bleisarg
mit den Knochen im Herbst 2008 bei Ausgrabungen entdeckt worden. Die
Forscher rätselten lange, ob es sich dabei tatsächlich um die
sterblichen Überreste von Königin Editha
(910-946) handelt. Dies hat sich nun bestätigt.
Auf dem Deckel des gefundenen Sarkophags ist die Königin Editha abgebildet. Sie war die
erste Frau von OTTO DEM GROSSEN
(912-973). Wissenschaftler waren sich jedoch nicht sicher, ob
die Knochen in dem darin gefundenen Bleisarg tatsächlich zu ihr
gehörten. Nach langer Analyse sei das Skelett anhand eines
Indizienbeweises "mit sehr großer Wahrscheinlichkeit"
identifiziert worden, sagte Landesarchäologe Harald Meller.
Geschlecht, Ernährung und geografische Herkunft der Toten wurden
an der Universität Mainz ermittelt.

Als die Archäologen den Bleisarg im Labor öffneten,
fanden sie Knochen, Zähne, Stoffe und andere organische
Materialien. Die Inschrift nannte Editha
als Bestattete und datierte die letzte Umbettung auf das Jahr 1510.
Ein Team von Wissenschaftlern aus Deutschland und England analysierte
die Funde. Es handele sich um eine Frau, die zwischen 30 und 40 Jahren
gestorben sei - Editha starb
mit 36 Jahren. Die Frau sei etwa 1,57 Meter groß gewesen und habe
hochwertige Nahrung zu sich genommen. Das lasse sich aus verschiedenen
Analysen der Zähne und Knochen ablesen.
An der Universität Mainz ermittelten die Forscher unter anderem
das Geschlecht und die geografische Herkunft der Toten. Die deutschen
und englischen Kollegen konnten auch nachweisen, dass die Frau im
südenglischen Wessex in der Gegend von Winchester aufgewachsen
ist. Besonders viel Kalk, wie er in Süd-England vorkomme, sei im
Zahn gefunden worden.
Bei der Untersuchung der Gebeine stellten die Wissenschaftler fest,
dass nur 42 Knochen von sonst über 200 gefunden worden seien. Der
Schädel fehle fast komplett. Nur der Oberkiefer mit allen
Zähnen sei erhalten. Die Forscher vermuten, dass Teile des
Skeletts als Reliquien abhanden gekommen sind.
Die sterblichen Überreste der Königin sollen noch einmal
beigesetzt werden, in einem neuen Sarg, den die Bildhauerin Kornelia
Thümmel aus Dresden erschaffen hat. Sie war die Gewinnerin eines
eigens dafür ausgeschriebenen Kunstwettbewerbs und kreierte einen
filigranen Sarg, dessen Form an einen Bergkristall erinnert.