AUSSEHEN:
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Acerbus
Morena
hat uns ein Bild der Beatrix
von Burgund entworfen:
„Beatrix, die
Gemahlin des Kaisers aber, aus Burgund und ebenfalls aus edlem
Geschlecht,
war von mittlerer Gestalt, hatte glänzendes und goldenes Haar, ein
sehr schönes Antlitz, weiße und schöngebildete
Zähne;
sie ging aufrecht, hatte einen kleinen Mund, züchtigen Blick,
leuchtende
Augen, war zurückhaltend bei freundlichen und verführerischen
Reden, besaß sehr schöne Hände und einen schlanken
Körper;
ihrem Manne war sie völlig ergeben, fürchtete ihn als Herrn
und
liebte ihn in jeder Weise als ihren Mann, sie war gebildet und verehrte
Gott, und so, wie sie de Glückselige (Beatrix)
genannt wurde, so war sie in der Tat vollkommen glückselig.“
Sein Kämmerer, der kaiserliche Ritter Hartmann von
Siebeneich, übernahm Rolle und Kleidung des Kaisers und
legte sich
in dessen Bett, derweil der Kaiser mit wenigen Männern im
Knechtsgewand
floh. Seine Frau, die Kaiserin
Beatrix,
ließ er in Susa zurück.
Seltsam dieses Verhalten. Ein Kaiser, der in die
Nacht
hinausflieht und seine Kaiserin in Feindesland
zurückläßt.
Seltsam, bei einem Mann, der der erste Ritter seiner Zeit sein wollte
und
wohl auch so gesehen wurde. Seltsam bei einem Mann, der ein
zärtlicher
Gatte war, so dass die Spötter ihn einen „vir uxoris“ nannten, was
man in bösartiger Auslegung als „Pantoffelhelden“ bezeichnen
könnte.
Seltsam bei einer Frau wie Beatrix,
die ja kein betuliches Muttchen, sondern eine junge, wagemutige Frau
war,
die wenige Tage zuvor mit ihrem Manne bei Pontremoli am Cisa-Paß
sich den Weg über den Apennin erkämpft hatte. Warum konnte
sie
nicht mit dem Kaiser, mit ihrem Manne fliehen, jung, gesund und
kämpferisch
wie sie war?
In dieser Zeit wird ihn wohl die Nachricht
erteilt
haben,
dass seine Frau, die Kaiserin Beatrix,
in der Kaiserpfalz Gelnhausen im Alter von 38 Jahren gestorben war. Sie
hatte ihm fünf Söhne und zwei Töchter geschenkt.
Jenseits
von Fürstenlob und höfischer Schmeichelei darf man diese Ehe
„glücklich“ nennen. Immer stand die Kaiserin an der Seite ihres
Mannes.
Im Waffen am Cisapaß und als treue Gefährtin in der schweren
Stunde von Chiavenna. Sie war mit ihm in seine Feldzüge
gezogen
und war in Wahrheit „Genossin seiner Macht“, wie es in einer alten
Kaiserurkunde
heißt. Sie war die Frau, die den staufischen
Hof
mit dem Flair ihrer Schönheit, ihrer Bildung und mit burgundischem
Glanz erhöhte.