Wies Ernst W.: Seite 98,224,396
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„Kaiser Friedrich Barbarossa“

AUSSEHEN:
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Acerbus Morena hat uns ein Bild der Beatrix von Burgund entworfen:
Beatrix, die Gemahlin des Kaisers aber, aus Burgund und ebenfalls aus edlem Geschlecht, war von mittlerer Gestalt, hatte glänzendes und goldenes Haar, ein sehr schönes Antlitz, weiße und schöngebildete Zähne; sie ging aufrecht, hatte einen kleinen Mund, züchtigen Blick, leuchtende Augen, war zurückhaltend bei freundlichen und verführerischen Reden, besaß sehr schöne Hände und einen schlanken Körper; ihrem Manne war sie völlig ergeben, fürchtete ihn als Herrn und liebte ihn in jeder Weise als ihren Mann, sie war gebildet und verehrte Gott, und so, wie sie de Glückselige (Beatrix) genannt wurde, so war sie in der Tat vollkommen glückselig.“
Sein Kämmerer, der kaiserliche Ritter Hartmann von Siebeneich, übernahm Rolle und Kleidung des Kaisers und legte sich in dessen Bett, derweil der Kaiser mit wenigen Männern im Knechtsgewand floh. Seine Frau, die Kaiserin Beatrix, ließ er in Susa zurück.
Seltsam dieses Verhalten. Ein Kaiser, der in die Nacht hinausflieht und seine Kaiserin in Feindesland zurückläßt. Seltsam, bei einem Mann, der der erste Ritter seiner Zeit sein wollte und wohl auch so gesehen wurde. Seltsam bei einem Mann, der ein zärtlicher Gatte war, so dass die Spötter ihn einen „vir uxoris“ nannten, was man in bösartiger Auslegung als „Pantoffelhelden“ bezeichnen könnte. Seltsam bei einer Frau wie Beatrix, die ja kein betuliches Muttchen, sondern eine junge, wagemutige Frau war, die wenige Tage zuvor mit ihrem Manne bei Pontremoli am Cisa-Paß sich den Weg über den Apennin erkämpft hatte. Warum konnte sie nicht mit dem Kaiser, mit ihrem Manne fliehen, jung, gesund und kämpferisch wie sie war?
In dieser Zeit wird ihn wohl die Nachricht erteilt haben, dass seine Frau, die Kaiserin Beatrix, in der Kaiserpfalz Gelnhausen im Alter von 38 Jahren gestorben war. Sie hatte ihm fünf Söhne und zwei Töchter geschenkt. Jenseits von Fürstenlob und höfischer Schmeichelei darf man diese Ehe „glücklich“ nennen. Immer stand die Kaiserin an der Seite ihres Mannes. Im Waffen am Cisapaß und als treue Gefährtin in der schweren Stunde von Chiavenna. Sie war mit ihm in seine Feldzüge  gezogen und war in Wahrheit „Genossin seiner Macht“, wie es in einer alten Kaiserurkunde heißt. Sie war die Frau, die den staufischen Hof mit dem Flair ihrer Schönheit, ihrer Bildung und mit burgundischem Glanz erhöhte.