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"Friedrich Barbarossa."

Das byzantinische Eheprojekt wurde nunmehr endgültig fallen gelassen. Wohl um die Jahreswende 1155/56, sicher nach dem Tod Graf Wilhelms von Macon am 20./24. September 1155, begann BARBAROSSA um die Nichte dieses Grafen, Beatrix, die Erbin der Grafschaft Burgund, als Braut zu werben [28 Assmann, Barbarossas Kinder, 461f macht wahrscheinlich, daß sich an der Brautwerbung wohl vor allem Markgraf Wilhelm von Montferrat, der durch seine babenbergische Gemahlin Judith mit dem STAUFER und über seinen Großvater, Wilhelm I. von Burgund, mit Beatrix verwandt war, Herzog Matthäus von Lothringen, der Schwager BARBAROSSA, dessen Schwester Agathe die Mutter Beatrix' war, und Erzbischof Humbert von Besancon beteiligten.]. Im Juni 1156 wurde auf dem Hoftag zu Würzburg die Hochzeit gefeiert.
Am Ostersonntag, dem 8. April 1162, wurde der Triumph über Mailand in Pavia in großartiger Weise gefeiert. Gemeinsam mit seiner Gemahlin Beatrix ließ sich der STAUFER während der Messe im Dom krönen, was er wegen seines Vorsatzes, erst nach dem Sieg über die Lombarden-Metropole wieder die Krone zu tragen, seit drei Jahren nicht mehr getan hatte.
Nur äußerst langsam ging der Vormarsch des Heeres voran. Nicht zuletzt war die Verzögerung wohl auch durch die Schwangerschaft der Kaiserin bedingt, die im Februar auf der Burg des Grafen Guido Guerra zu Modigliana unweit Faenzas von ihrem dritten Sohn, Konrad, entbunden wurde.
Am 30. Juli wurde Paschal III. feierlich in St. Peter inthronisiert, zwei Tage später erteilte der Papst der Gemahlin des STAUFERS, Beatrix, die Krönung zur Kaiserin.
Über das Gebiet von Tortona und Piavenza erreichte FRIEDRICH gemeinsam mit seiner Gemahlin und den Resten seines schwer dezimierten Heeres am 12. September das treue Pavia.
In Befolgung eines von Berthold von Zähringen entwickelten Planes tauschte er mit einem ihm ähnlich sehenden Mann seines Gefolges die Kleidung und entwich aus dem zunehmend feindlichen Susa, wo er sogar seine Gemahlin zurücklassen mußte.
Nun trat auch die Kaiserin selbst aktiv im Lande hervor. Sie gründete damals in Franchevelle ein Hospital für kranke Frauen.
Das Osterfest feierte FRIEDRICH 1174 mit großem Glanz in Aachen. Hier fand eine Festkrönung des Herrschers, der Kaiserin und des seit fünf Jahren zum König erhobenen Sohnes HEINRICH statt.
Am Fest Maria Himmelfahrt wurde seine Gemahlin Beatrix, die ihm erst wenig früher den jüngsten Sohn, PHILIPP, geboren hatte, in Vienne mit der burgundischen Krone, dem diadema Burgundie, gekrönt. Eine englische Quelle bezeichnet ihn in diesem Zusammenhang als einen seiner Frau besonders zugetanen Mann (vir uxorius), eine Charaktersierung des Menschen FRIEDRICH BARBAROSSA, die man in dieser quellenarmen Zeit nicht missen möchte.
Zugleich trat ab etwa 1180 die Kaiserin mit der Ausstellung eigener Urkunden zunehmend als Herrin im nördlichen Burgund hervor, so daß ein weitgehend geschlossener staufischer Machtblock im Südwesten des deutschen Reichsgebietes, übergreifend auf Burgund, im Entstehen war.
Unübersehbar war die Zahl der beim 'Mainzer Pfingstfest' versammelten Großen. Am Pfingstsonntag trugen FRIEDRICH, seine Gemahlin und ihr königlicher Sohn in feierlicher Prozession ihre Kronen.
Spätestens um diese Zeit muß der Herrscher von den schweren Schicksalsschlägen erfahren haben, die ihn im Herbst dieses Jahres persönlich getroffen hatten. Bereits am 8. Oktober war die mit dem ältesten Sohn König Belas III. von Ungarn, Emmerich, verlobt gewesene jüngste Kaiser-Tochter Agnes verstorben. Nur wenige Wochen später war ihre Mutter; Kaiserin Beatrix, ins Grab gefolgt (15. November).
FRIEDRICH begab sich im Herbst durch das Elsaß nach dem Norden und traf um Mitte November in Speyer ein, um dort das Grab seiner nach ihrem Tod vor zwei Jahren seit dem 28. August 1185 in der Kaiserkrypta des Speyerer Doms beigesetzten Gemahlin aufzusuchen. Neben der Mutter lag dort auch die kurz vor ihr gestorbene Tochter des Kaiserpaares, Agnes.
Im Juni 1156 nahm er die Erbin der Grafschaft Burgund, Beatrix, zur Frau, nachdem Eheverhandlungen mit Ostrom gescheitert waren. Diese Ehe eröffnete der staufischen Territorialpolitik ein völlig neues Feld, auf dem sie sich insbesonders gegenüber den zähringischen Konkurrenten durchsetzen vermochte. Aus der Verbindung mit Beatrix von Burgund gingen nicht weniger als elf Kinder, acht Söhne und drei Töchter, hervor, deren Lebensdaten, zum Teil sogar deren Namen, von der Forschung nur mit größter Mühe zu rekonstruieren sind.