WESSEX
Lexikon des Mittelalters:
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Wessex
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Angelsächsisches Königreich (England, A); im allgemeinen Name
für das Gebiet des zentralen südlichen England, südlich
der Themse, das die historischen Grafschaften von Hampshire
(einschließlich der Isle of Wight), Berkshire, Wiltshire,
Somerset, Dorset und Devon umfaßt. Dieses Gebiet wurde im letzten
Abschnitt des 7. Jahrhunderts zu einer politischenEinheit
zusammengeschlossen, als der Name »West Saxon« wohl zuerst
regelmäßig gebraucht wurde. Vor diesem Zeitpunkt hatten die
einzelnen Gebietsteile eine unabhängige Geschichte. Die Dynastie,
welche die Könige der Westsachsen (West Saxons) stellte, wurde
ursprünglich aus den Herrschern des sächsischen Volkes der GEWISSE gebildet, das aus dem
oberen Themsetal stammte. Dorchester-on-Thames wurde infolge des
Übertritts von König Cynegisl
635 zum Christentum als Bischofssitz gegründet. Die mercianische
Expansion im Themsetal (Mercien) ließ dieses Gebiet für die
Könige der GEWISSE
weniger interessant erscheinen, und in den 60-er Jahren des 7.
Jahrhunderts wurde ihr Bischofssitz nach Winchester verlegt. Zu diesem
Zeitpunkt wurden auch intensive Anstrengungen unternommen, um das
südliche Hampshire und die Isle of Wight zu erobern, die beide von
den Jüten (Jütland) besiedelt worden waren und ihre eigenen
Königs-Dynastien besaßen. Der endgültige Sieg über
die Jüten wurde erreicht durch König Cædwallas Einnahme der
Isle of Wight 685. In derselben Zeit drang die Dynastie der GEWISSE auch in die Gebiete
weiter westlich vor, die unter britischer Kontrolle geblieben waren,
und am Ende des 7. Jahrhunderts befanden sich die früheren Gebiete
der Durotrige, die zu Dorset und Somerset wurden, und der
größte Teil von Devon, das ein Teil des Königreiches
von Dumnonia gewesen war, in ihrem Besitz. Ein eigener Bischofssitz
wurde 705 in Sherborne für diese ehemalige britannischen Provinzen
gegründet. Eine Konsolidierung dieser Gebietsgewinne erfolgte
während der Regierung König Ines (688-726), der auch Sussex
und Surrey kontrollierte. Vor der Regierungszeit von Ine war die Organisation des
westsächsischen. Reiches komplex und kann nicht vollständig
rekonstruiert werden. Es scheint eine Reihe von Königen gegeben zu
haben,
die zu irgendeiner Zeit regierten und die - wenigstens nach den
Genealogien, die die Angelsächsische Chronik überliefert - zu
verschiedenen Zweigen des königlichen Hauses gehörten, das
beanspruchte, von Cerdic
abzustammen, dessen Ankunft mit seinem Sohn Cynric in der Chronik für
das Jahr 495 angeführt wird. Kein weiteres Unter-Königtum ist
nach der
Regierung von Ine belegt,
und die Unter-Königreiche scheinen durch shires
unter der Kontrolle von ealdormen ersetzt worden zu sein. Ine war
weniger erfolgreich bei der Unterdrückung der Ansprüche der
rivalisierenden Zweige des königlichen Hauses auf den
westsächsischen Thron,
und der Konkurrenzkampf blieb während des 8. Jahrhunderts heftig.
Auf Ine
gehen auch das erste geschriebene westsächsische Gesetzbuch,
wahrscheinlich die Errichtung eines Handelsplatzes in Hamwicags.
Königreich
(England, A); im allgemeinen Name für das Gebiet des zentralen
südlichen
England, südlich der Themse, das die historischen Grafschhaften
von Hampshire
(einschließlich der Isle of Wight), Berkshire, Wiltshire,
Somerset,
Dorset und Devon umfaßt. Dieses Gebiet wurde im letzten Abschnitt
des 7. Jahrhunderts zu einer politischen Einheit zusammengeschlossen,
als der Name
»West Saxon« wohl zuerst regelmäßig gebraucht
wurde. Vor diesem Zeitpunkt hatten die einzelnen Gebietsteile eine
unabhängige Geschichte. Die Dynastie, welche die Könige der
Westsachsen (West Saxons) stellte, wurde ursprünglich aus den
Herrschern
des sächsischen Volkes der Gewisse gebildet, das aus dem oberen
Themsetal stammte. Dorchester-on-Thames wurde infolge des
Übertritts von König Cynegisl
635 zum Christentum als Bf.ssitz
gegründet. Die mercische Expansion im Themsetal (Mercien)
ließ
dieses Gebiet für die Könige der GEWISSE weniger interessant
erscheinen, und in den 60-er Jahren des 7. Jahrhunderts wurde ihr
Bischofssitz nach
Winchester verlegt. Zu diesem Zeitpunkt wurden auch intensive
Anstrengungen unternommen, um das südliche Hampshire und die Isle
of Wight zu
erobern, die beide von den Jüten (Jütland) besiedelt worden
waren und ihre eigenen Königs-Dynastien besaßen.
Nach dem Tod von Ine verloren
die Westsachsen Gebiete an
die mächtigen mercischen Könige Æthelbald und Offa, die für
eine gewisse Zeit Teile des nördlichen Wessex kontrollierten,
einschließlich
des ganzen Berkshire. Es gab eine Erneuerung der westsächsischen
Macht
unter der Regierung König Egberts
(802-839), die sich nicht nur auf das
frühere westsächsische Territorium erstreckte, sondern nach
dem
Sieg über den mercischen König in der Schlacht von Ellendun
(bei
Wroughton, Wiltshire) 825 wurden auch Kent, Sussex, Surrey und Essex
annektiert. Egbert erweiterte
auch die westsächsische Macht in
Cornwall, und unter der Regierung seines Sohnes Æthelwulf
(839-855) wurde Berkshire zurückerlangt. Zunächst
wurden die
neuen Gebiete im Südosten wie ein separates Unter-Königreich
verwaltet, aber 860
folgte Æthelwulfs
Sohn Æthelbert, der
über dieses
Gebiet geherrscht hatte, auch auf den Thron des Hauptkönigreiches,
so
daß ein größeres Wessex entstand, das nun das gesamte
England südlich der Themse (einschließlich Essex)
umfaßte. Wessex
gelangte in dieser Zeit unter zunehmenden Druck der Wikingerangriffe,
aber dank des tatkräftigen, von
Æthelberts Bruder Alfred
dem
Großen (871-899) organisierten Widerstandes war die westsächsische
Dynastie die einzige der
angelsächsischen Königs-Häuser, die bis zum Ende
des 9.
Jahrhunderts an der Macht blieb. Das verschaffte Alfreds Nachfolgern im 10.
Jahrhundert
die Möglichkeit, die Gebiete der anderen angelsächsischen
Königreichee zu erwerben
und so sich selbst zu Königen von England zu machen. Wessex blieb
eine
unabhängige Einheit innerhalb des vergrößerten
Königreiches,
mit zum Beispiel westsächsischem Recht, das sich von dem der
Mercier und
der dänischen Siedler (Danelaw) unterschied. Die englischen Könige
verbrachten
auch weiterhin die meiste Zeit in Wessex, besonders in Hampshire,
Wiltshire,
Dorset und Somerset.
B.A.E. Yorke
Literatur:
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Stenton3
The Earliest English Kings, hg. D.P. Kirby, 1991
W. and England from Alfred to Edgar, hg. D.N. Dumville, 1992
W. in the Early MA, hg. B.A.E. Yorke, 1995.