ROBERTINER
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 916
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ROBERTINER
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Moderne Bezeichnung (nach Robert dem Tapferen) für ein westfränkisches Adels- und Königs-Haus, dem man nach Hugo Capet (987-996) den (modernen) Namen „CAPETINS“ gab (KAPETINGER). Legenden „ungewisser“ bzw. sächsischer Herkunft der ROBERTINER, um 1000 bei Richer und Aimoin auftretend, sind von der Forschung widerlegt.

Robert der Tapfere gehört, als er um 840/43 den Ludwig dem Deutschen zugeteilten Raum Worms-Rheingau verläßt, um „palatinus“ KARLS DES KAHLEN zu werden, zum höchsten Reichsadel. Aus dem mit den WIDONEN verwandten Geschlecht der (gemeinsamer Leitname Robert, Hausheiliger Lambertus) ging die erste fränkische Kaiserin Ermengard, Gattin LUDWIGS DES FROMMEN, hervor. Sie und ihre Söhne LOTHAR, Ludwig der Deutsche und Pippin haben zusammen mit dem Haus der Grafen von Paris (Bego, Adalhard) 817/18 den von Kaiser KARL 812 gegen ihren alleinigen Erbanspruch zum König von Italien erhobenen (illegitimen) Enkel Bernhard vernichtet (Werner, Hludowicus). Adalhard ließ (die Bernhard feindliche) 'Vita Hludowici' für den jungen KARL DEN KAHLEN schreiben (E. Tremp), dem er seine Nichte Irmentrud zur Frau gab, und er begünstigte den raschen Aufstieg Roberts des Tapferen.
Zu den ROBERTINERN/WIDONEN zählt Chrodegang, über seine Mutter Landrada Enkel Roberts (dux Hasbaniorum [Hesbaye], Schwager Karl Martells) und Neffe "Roberts I." (Glöckner), dessen Witwe Williswind mit ihrem Sohn Cancor die Hausabtei der ROBERTINER, Lorsch, gründete, der Chrodegang, Bischof von Metz, Mönche seiner Gründung Gorze unter seinem Bruder Gundland stellte. Chrodegang war zuvor Referendar Karl Martells und hat als Berater Pippins zu dessen Aufstieg zum Königtum beigetragen. Der Versuch, autochthone "rheinische RUPERTINER", mit Ausstrahlung von Worms nach Salzburg durch den heiligen Rupert, von "westfränkischen ROBERTINERN" zu trennen (Gockel, M. Werner); übersieht die pippinidisch-widonisch/robertinische Verklammerung bei der von Gallien aus geleiteten Expansion in die Germania. Chrodebert/Rotbert war mehrfach Name von Referendaren am merowingischen Hof und von Bischöfen in Nordwest-Gallien, dem späteren Machtzentrum der ROBERTINER.
Der Wiederaufstieg der nach Roberts des Tapferen Tod (866) durch den WELFEN Hugo Abbas abgelösten ROBERTINER begann durch den Bund Odos mit dem Rivalen von Hugo, dem RORGONIDEN Gauzlin (Oexle, Werner), Abt von St-Denis, dann Bischof von Paris, dessen Abteien an die ROBERTINER kamen. Odo, Platzhalter Kaiser KARLS III. im West-Reich, erhielt vom Kaiser nach dem Tode Hugos die Loire-Grafschaften mit der Abtei St- Martin in Tours (also das "Erbe" Roberts des Tapferen). Nach KARLS Tod zum König gewählt, übertrug Odo den gesamten "Hausbesitz" seinem Bruder Robert, den er zum Marchio des regnum Neustrien erhob. Ein Erbe, das dieser schon 914 seinem Sohn Hugo dem Großen durch König Karl III. dem Einfältigen bestätigen ließ (Werner, Untersuchungen). Die damit "erblich" gewordene Herrschaft über St-Martin, aus dessen Stiftklerus die ROBERTINER "ihre" Bischöfe in Neustrien rekrutierten, und die Kontrolle über Paris und St- Denis, die Odo sich bei der Anerkennung Karls als Nachfolger (896/97) zusichern ließ (St-Denis wurde Grablege der ROBERTINER statt der KAROLINGER), machten die ROBERTINER zu den mächtigsten Lehnsherren im West-Reich, spirituell verbündet mit zwei der drei westfränkischen Reichsheiligen. Ihre zahlreichen Grafschaften übertrugen sie an Vicecomites bzw. Vasallengrafen. Die ROBERTINER nahmen eine Königswahl nur an, wenn ein Bruder oder Sohn zur Sicherung des Hausbesitzes zur Verfügung stand, zogen es im übrigen vor, sich vom karolingischen König (den sie 936 selbst restituierten) immer neue Rechte verleihen lassen, so den Rang eines Dux Francorum, durch den sie rivalisierende Häuser (Burgund, Aquitanien) "mediatisierten". Während die KAROLINGER ihre Grafschaften wieder ausgeben mußten, behielten die ROBERTINER die ihren, ein Verfahren, das die "KAPETINGER" beibehielten und durch Übertragung an Praepositi/Prevots verfeinerten. Ein Haus hochadliger Laienäbte hat das karolingische System ad absurdum geführt, im Bund mit dem Reform-Mönchtum, dessen Verweigerung einer karolingischen "Universalpolitik" (Lothringen, Italien) es teilte. Den Schlußpunkt setzte der Bund mit den OTTONEN und dem diesen nahestehenden Erzbischof Adalbero von Reims. Mit der Kirche des Remigius verloren die KAROLINGER den letzten Reichsheiligen und den westfränkischen Episkopat, der Hugo wählte und den letzten karolingischen Prätendenten Karl von Lothringen zurückwies.
K.F. Werner

Literatur:
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Codex Laureshamensis, ed. K. Glöckner, 3 Bde, 1929-36
K. Glöckner, Lorsch und Lothringen, R. und Kapetinger, ZGO NF 50, 1936, 301-354
K.F. Werner, Rotberti et complices. Die Vasallen Roberts d. Tapferen, WaG 19, 1959, 146-193
O.G. Oexle, Bf. Ebroin v. Poitiers und seine Verwandten, FMASt 3, 1969, 188-207
M. Gockel, Karol. Kg.shöfe am Mittelrhein, 1970, 298ff.
H. Wolfram, Der hl. Rupert und die antikarol. Adelsopposition, MIÖG 80, 1972, 4-34
M. Gockel, Zur Verwandtschaft der Äbt. Emhilt v. Milz (Fschr. W. Schlesinger, 2, 1974), 27ff.
K. Brunner, Oppositionelle Gruppen im Karolingerreich, 1979, 68
K.F. Werner, Gauzlin v. St-Denis, DA 35, 1979, 395-452
M. Werner, Der Lütticher Raum in frühkarol. Zeit, 1980, 184ff.
R. Hennebicque, Structures familiales et politiques au IXe s., RH 265, 1981
Y. Sassier, Hugues Capet. Naissance d'une dynastie, 1987 [auch zu Hugo d. Gr.]
J.-P. Brunterc'h, Le duché du Maine et la marche de la Bretagne (La Neustrie B. 1, hg. H. Atsma, 1989), 42ff.
O. Guillot, Les étapes de l'accession d'Eudes au pouvoir royal (Media in Francia. Fschr. K.F. Werner, 1989), 207ff.
F. Staab, Speyer im Frankenreich (Gesch. der Stadt Speyer, 1, 1989), 188-190, 202 [R., Widonen]
C. Brühl, Dtl. und Frankreich. Geburt zweier Völker, 1990, 353-705
K.F. Werner, Hludowicus Augustus (Charlemagne's Heir, hg. P. Goodman-R. Collins, 1990), 28-69
E. Tremp, Die Überlieferung der Vita Hludowici imp..., 1991, 128-148
Ch. Settipani, La préhist. des Capétiens, I: Mérovingiens, Carolingiens et Robertiens, 1993, 399-514 [Bibliogr.]
K.F. Werner, Il y a mille ans, les Carolingiens, Annuaire-Bull. Soc. de l'Hist. de France, 1992/3, 1993, 17-89
K.F. Werner, Les premiers Robertiens et les premiers Anjou (L'Ouest de la France et les premiers Capétiens, hg. O. Guillot) [im Dr.].


Ehlers Joachim: Seite 13-15
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"Die Kapetinger"

Zwischen sächsischer Herkunft und westfränkischem Königsdienst Roberts sah die ältere Forschung einen Widerspruch. Er sollte dadurch beseitigt werden, daß dem notorisch phantasievollen Richer, der den Namen Widukind seinem gelehrten Wissen von den Sachsenkriegen KARLS DES GROSSEN mühelos hätte entnehmen können, Erfindung unterstellt wurde; für Aimoin glaubte man an einen Reflex späterer Vorgänge, nämlich der Heirat des dux Hugo Magnus, Roberts Enkel, im Jahre 937 mit Hadwig, der Tochter König HEINRICHS I. und Schwester OTTOS I., über die der Name Heinrich in das französische Königs-Haus gekommen ist.
Ein solcher Widerspruch besteht indessen keineswegs zwingend, denn die fränkische Reichsaristokratie, zu der Robert gehörte, definierte sich gesamtfränkisch und darf demzufolge nicht nachträglich auf eine einzige Herkunftsregion beschränkt werden. Ein intensives gentiles Bewußtsein, das diese Familien ursprünglich zweifellos gehabt haben, wurde seit der Zeit KARLS DES GROSSEN im reichsweiten Aktionsraum so intensiv fränkisch überlagert, daß ein Großer zwar individuell aus der Francia kommen, durch Familientradition aber sächsischer Herkunft sein konnte. Die Quellenzeugnisse müssen sich demnach im Falle Roberts nicht gegenseitig ausschließen, sondern können einander ergänzen; angesichts der Fluidität weiträumiger Adelsbeziehungen und der Verbreitung des Personennamens verbietet sich aber jede präzise Bestimmung schon deshalb, weil sie dem damals noch sehr offenen System gesellschaftlich-familiärer Beziehungen nicht angemessen wäre. In einer Welt breitgelagerter Traditiionsverbände dürfen "die" ROBERTINER nicht als abgrenzbare, stammtafelfähige Größe gesucht werden, denn Einheiten dieser Art waren erst im Entsehen begriffen und können deshalb als solche in den Quellen nicht gefunden werden. Aus diesem Grund ist der Versuch gescheitert, Roberts Verwandtschaft mit dem mittelrheinischen Grafen Cancor nachzuweisen, der um 762/63 das Kloster Lorsch gegründet hatte und seinerzeit zur Familie des Bischofs Chrodegang von Metz gehört haben soll, des neben Fulrad von St- Denis wichtigsten Beraters des späteren Königs Pippin. Angesichts der bekannten überregionalen Verbindungen der fränkischen Reichsaristokratie ist die Verbindung Chrodegang/Robert/Cancor zwar möglich, aber ebensowenig belegbar wir die These einer neustrischen Herkunft der Familie Roberts. Sie wurde aus Verwandtschaft Hrotberts, eines Refendars König Chlothars III., mit dem Heiligen Lantbert gefolgert, dem die mittelrheinischen RUPERTINER zwei Kirchen geweiht haben; hierbei ist allerdings Lantbert, Abt von St-Wandrille und Bischof von Lyon ( 683/88), verwechselt worden, dem die Kirchen in Donk (Provinz Limburg) und in Mainz geweiht waren.
Mit dem Vertrauen in die Rekonstruierbarkeit verwandtschaftlicher Beziehungen Roberts zur Familie Chrodegangs von Metz schwindet aber auch die Möglichkeit, seinen Zugang zum Hof KARLS DES KAHLEN plausibel zu erklären. Robert muß dort frühzeitig Erfolg gehabt haben, denn 852 erhielt er das Kloster Marmoutier (Dep. Indre-et-Loire) übertragen, eine Gründung des fränkischen Reichsheiligen Martin. Solche Ausstattungen waren letzte Mittel der spätkarolingischen Könige, Große an sich zu binden und für die Dynastie zu gewinnen. Ein Teil des Klostergutes verblieb den Konventen, aus dem größeren Bestand konnte der Laienabt eigenen Vasallen Dienstgüter geben. 861, nach einer Phase der Opposition Roberts als Parteigänger Ludwigs des Deutschen, vertraute KARL ihm den militärischen Oberbefehl im Westen zwischen Loire und Seine an, den ducatus inter Ligerim et sequanam adversus Brittones (Regino zu 861). Es ist bemerkenswert, daß die künftige Basislandschaft der ROBERTINER zugleich die gefährdetste Region des West-Fränkischen Reiches war, bedroht durch Normannen und Bretonen:
Die künftigen Könige verdankten ihren Aufstieg zu einem guten Teil militärischer Bewährung. Robert muß KARL DEM KAHLEN so wichtig gewesen sein, daß er ihm gegen den Willen des Erzbischofs Hinkmar von Reims 866 die ehrwürdigste Kirche des Franken-Reichs überließ, das Kanonikerstift St-Martin in Tours.

Nach dem Tod Roberts, der 866 bei Brissarthe (Dep. Maine-et-Loire) im Kampf gegen die Normannen gefallen war, konnte der König nur einen Teil der mitterweile erworbenen honores an Roberts minderjährigen Sohn Odo weitergeben.



Robertiner

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Robertiner (französisch les Robertiens) ist die moderne Bezeichnung für eine fränkische Adelsfamilie, die auch als "Rupertiner" bekannt und seit dem Beginn des 7. Jahrhunderts bezeugt ist, bzw. für den westfränkischen Zweig dieser Familie, der ab der Mitte des 9. Jahrhunderts im Westfrankenreich eine wichtige Rolle spielte.

Benannt wurden die Robertiner ursprünglich nach dem Grafen Robert dem Tapferen (Mitte des 9. Jahrhunderts), der im 19. und frühen 20. Jahrhundert noch als Ahnherr des Geschlechts galt. Erst Karl Glöckner hat in einem 1937 veröffentlichten Aufsatz gezeigt, dass Robert aus dem rheinfränkischen Geschlecht der Rupertiner stammte und seine Abstammung somit bis ins 7. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann. Die Bezeichnung "Rupertiner" bezieht sich auf den Leitnamen Rupert, auch Chrodobertus oder Robert, der den Stammbaum der Familie durchzieht. Meist wird nur der von Robert dem Tapferen abstammende Familienzweig der Rupertiner als "Robertiner" bezeichnet.

Aus dem Geschlecht der Robertiner stammte Hugo Capet, der die französische Königsdynastie der Kapetinger begründete. Da auch die späteren französischen Königsgeschlechter (Haus Valois, Bourbonen) in ununterbrochener männlicher Linie von Hugo Capet abstammen, ist das ganze "Haus Frankreich" (Maison de France) ein Zweig des Robertinergeschlechts. Eine Nebenlinie der Robertiner sind die fränkischen Babenberger.

Die bekanntesten Mitglieder der Familie sind:

  1. Robert der Tapfere, Graf von Tours und Graf von Angers
  2. Odo von Paris, König des Westfrankenreichs
  3. Robert I., König des Westfrankenreichs
  4. Hugo der Große, Herzog der Franken (dux Francorum), Herzog von Burgund und Herzog von Aquitanien
  5. Hugo Capet, König von Frankreich

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Stammliste

[Bearbeiten] Die merowingischen Generationen

  1. Charibert, † vor 636, nobilis in Neustrien
    1. Chrodobertus I. (Robert I.) nobilis in Neustrien, 8. April 630 referendarius[1] des Königs Dagobert I.
      1. Lantbertus I. (Lambert I.), † nach 650, nobilis in Neustrien
        1. Chrodobertus II. (Robert II.) nobilis in Neustrien, 653 Hausmeier des Königs Chlodwig II., 658 Kanzler des Königs Chlothar III., 2. Oktober 678 comes palatinus (Pfalzgraf) ∞ Doda, † vor 12. September 678
          1.  ? Landrada ∞ Sigramnus, nobilis in Austrien[2], die Eltern des Bischofs Chrodegang und Großeltern des Grafen Ingram
          2.  ? TochterLiutwin der Heilige (Liévin), 698/720 Bischof von Trier, gründet 713 Mettlach (Guidonen)
          3.  ? Grimbert, 691/720 comes palatinus (Pfalzgraf) von Neustrien
          4. Lambert II., † vor 741, comes in Neustrien und Austrien 706/715
            1. Rupert I. (Robert I.), 722/757 bezeugt, † vor 764, 732 dux im Haspengau, 741/742 comes palatinus (Pfalzgraf), um 750 Graf im Oberrhein- und Wormsgau, 757 königlicher missus in Italien; ∞ um 730 Williswint, † nach 768, stiftet am 12. Juli 764 Kloster Lorsch, Erbin am Oberrhein und von Hahnheim in Rheinhessen, Erbtochter des Grafen Adalhelm
              1. (Rupert) Cancor, † nach 782, 745 Graf im Oberrheingau (vielleicht auch Thurgau), 758 Graf im Breisgau, 775/778 Graf im Zürichgau, 764 Mitstifter von Kloster Lorsch, ∞ Angila
                1. Heimrich (Heimo), X 5. Mai 795 bei Lüne an der Elbe, 764 Mitstifter von Kloster Lorsch, 772/782 Graf im Oberrheingau, 778 Graf im Lahngau, 784 Abt von MosbachNachkommen siehe: Popponen (fränkische Babenberger)
                2. Rachilt, 776 geistlich in Lorsch
                3. Euphemia, geistlich in Lorsch wohl 776
              2. Anselm, † 778 in der Schlacht bei Roncesvalles comes palatinus (Pfalzgraf)
              3. Rupert, † nach 786, 779 Abt von Saint-Germain-des-Fossés
              4. Thurincbertus (Thüringbert), † nach 1. Juni 770, 767/770 mit Besitz in Lorsch
                1. Rutpert II. (Hruodbertus), 770 bezeugt, † 12. Juli 807, 795/807 Graf im Worms- und Oberrheingau, 795 Herr zu Dienheim; ∞ I Theoderata (Tiedrada), 766/777 bezeugt, † vor 789; ∞ II Isengarde, 789 bezeugt; – Nachkommen siehe unten
              5.  ? Landrada ∞ Sigram, die Eltern des Bischofs Chrodegang und Großeltern des Grafen Ingram[3]
          5.  ? Rupert der Heilige (Robert), † 24. Februar 717 oder 27. März 718 in Salzburg, Bischof von Worms, 696/717 erster Abt und Bischof in Salzburg, begraben in Salzburg
          6.  ? Galaberge die Heilige
      2.  ? Chrodobertus (Robert) Rat der Königin Bathilde, macht 662 Grimoald zum Hausmeier in Austrien, wohl 654/664 Bischof von Paris und 663/667 Bischof von Tours
    2. Albert
    3. Erlebert
    4. Tochter ∞ NN

[Bearbeiten] Die karolingischen Generationen

  1. Rutpert II. (Hruodbertus), 770 bezeugt, † 12. Juli 807, 795/807 Graf im Worms- und Oberrheingau, 795 Herr zu Dienheim; ∞ I Theoderata (Tiedrada), 766/777 bezeugt, † vor 789; ∞ II Isengarde, 789 bezeugt; Vorfahren siehe oben
    1.  ? (wohl I ) Tochter ∞ Theobald Graf von Madrie
    2. (I) Rutpert III., † vor 834, 812/830 Graf im Wormsgau, Graf im Oberrheingau, 825 kaiserlicher missus im Bistum Mainz; ∞ um 808 Wiltrud (Waldrada) von Orléans, 829/834 Erbin von Besitz in Orléans, Tochter des Grafen Hadrian und Waldrat aus dem Haus der Widonen
      1. Guntram, Graf im Wormsgau 815/837
      2. Oda ∞ Walaho IV. (Werner IV.), † wohl vor 891, Graf im Wormsgau nach 840 (Walahone, mutmaßlicher Stammvater der Salier)
      3. Rutpert IV. (Robert I. der Starke), X 15. September oder 25. Juli 866 in der Schlacht von Brissarthe, 836/nach 840 Graf im Wormsgau, 852 Laienabt von Saint-Martin-de-Marmoutier bei Tours, 853 Graf von Tours, 861/866 nobilis Franciae (Île-de-France) und Graf von Paris, ∞ I NN, wohl Agane; ∞ II Anfang 864 Adelaide (Aelis) von Tours, † nach 866, Tochter des Grafen Hugo von Tours (Etichonen) und Bava (Ava), Witwe des Konrad I., Graf von Aargau und Auxerre, Graf von Linzgau (Welfen)
        1. (I) Sohn, erbt 866 den Besitz in Burgund
        2. (I) Tochter, wohl Richildis, Erbin von Blois; ∞ Theobald der Alte Graf von ToursStammeltern der Grafen von Blois und Chartres (Haus Blois)
        3. (II) Odo (Eudes), * wohl Anfang 865, † 1. oder 3. Januar 898 in La-Fère-sur-Oise, 866 nobilis Franciae, Graf von Paris und Aquitanien, vor dem 27. Oktober 886 Herr von Anjou und Touraine, Ende 887 Vormund von König Karl III. und Regent von Frankreich, 888-898 König von Frankreich, begraben in der Basilika Saint-Denis; ∞ wohl 881 Theoderata von Troyes (Thierrée de Troyes), 890 bezeugt, wohl Tochter des Aleram, Graf von Troyes [4]
          1. Rudolf (Raoul), * wohl 882, bezeugt 898, König von Aquitanien
          2.  ? Oda, * wohl 883, † nach 952; ∞ um 897 Zwentibold, X 13. August 900 bei Susteren, 895 König von Lothringen (Karolinger)
          3. Arnulf, * wohl 885, † 898 kurz nach dem Vater
          4. Guido (Guy), * wohl 888, 903 bezeugt
        4. (II) Robert (II.) I., * posthumus 866, X 15. Juni 923 bei Soissons, 893 Graf von Poitiers, Markgraf in Neustrien und Orléans, 898 Graf von Paris, Laienabt von Saint-Denis und Saint-Martin de Tours, 29. April 922 König von Frankreich; ∞ I Aelis, ∞ II um 890 Beatrix von Vermandois, † nach März 931, Tochter des Grafen Heribert I. (Karolinger) und der Bertha, wohl Bertha von Morvois[5]
          1. (I) Hildebrante (Liégarde), † nach 931; ∞ vor 907 Heribert II. Graf von Vermandois, wohl 902 bezeugt, † 23. Februar 943 (Karolinger)
          2. (I) Emma, † 935 wohl vor 13. September; ∞ 910 Rudolf (Raoul), † 15. Januar 936 in Auxerre, Herzog von Burgund, 923-936 König von Frankreich, begraben in der Abtei Sainte-Colombe in Sens (Buviniden)
          3. (II) Hugo I. der Große (Hugues I. le Grand), * wohl 895, † 16. Juni 956 in Dourdan, 922 Herzog von Neustrien, Burgund und Aquitanien, Graf von Paris, Orléans, Vexin usw., 923 Graf von Le Mans, 936 dux Francorum, 938 Herzog von Burgund, 943-956 von ganz Burgund, 946 Graf von Laon, Laienabt von Saint-Martin de Tours, von St. Germain-des-Prés und Saint-Denis, verzichtet 923, 936 und 954 auf die französische Krone, 936-945 und 954-956 Regent Frankreichs, begraben in der Basilika Saint-Denis; ∞ I 922 Judith, † wohl 925; ∞ II 926/927 Edhild (Eadhylde) von England, † 14. September 937, Tochter des Königs Eduard der Ältere (Haus Wessex) und wohl Aelflede; ∞ III 9. Mai/14. September 938 in Mainz oder Ingelheim am Rhein Hadwig, † 10. Mai nach 965, vielleicht auch 958, Tochter des deutschen Königs Heinrich I. (Liudolfinger)
            1. (III) Beatrix, † 23. August nach 987; ∞ 954/955 Friedrich I. Herzog von Oberlothringen, † 978 (Wigeriche)
            2. (III) Hugo II. (Hugues Capet), * Winter 941, † 24. Oktober 996 in Les Juifs (Prasville) bei Chartres, 956 Graf von Poitou, Orléans usw., 960 volljährig, Laienabt von Saint-Martin de Tours, Saint-Germain d'Auxerre, St. Aignan in Orléans, Saint-Quentin, Saint-Vaast usw., 986/987 Regent, 987 König von Frankreich, begraben in der Basilika Saint-Denis, ∞ um Sommer 968 Alice von Poitou, * wohl 950, † 15. Juni 1006, wohl Tochter von Wilhelm I. Graf von Poitou, als Wilhelm III. Herzog von Aquitanien (Ramnulfiden), und Gerloc-Adele von Normandie (Rolloniden) – Nachkommen siehe Stammliste der Kapetinger
            3. (III) Emma, * wohl 943, † nach 19. März 968; ∞ 956/960 Richard I. Ohnefurcht (Sans Peur), 942 bezeugt, † 20. November 996 in Fécamp, Graf von der Normandie, Regent von Frankreich 956/960, begraben in Fécamp (Rolloniden)
            4. (III) Otto, * wohl 944, † 22./23. Februar 965, 956 Herzog von Burgund, ∞ um Ostern 955 Luitgard (Liégard) von Autun, Erbin von Burgund, Tochter des Grafen Giselbert (Gilbert) und Ermengarde, Erbin von Burgund (siehe Buviniden)
            5. (III) Heinrich I. der Große (Henri I le Grand), * wohl 946, † 15. Oktober 1002 auf Burg Pouilly-sur-Saône, Graf von Nevers, 965/1002 Herzog von Burgund, begraben in Saint-Germain d'Auxerre, ∞ I um 972 Gerberga von Mâcon, † 11. Dezember 986/991, Tochter des Otto (Othon), Witwe des Markgrafen Adalbert II. von Ivrea, 950/961 König von Italien (Haus Burgund-Ivrea); ∞ II vor Juni 992, geschieden 996, Gersende von Gascogne, Tochter von Wilhelm (Guillaume) Herzog von Gascogne (Haus Gascogne); ∞ III 998 Mathilde von Chalon, † 1005/1019, Tochter des Grafen Lambert, heiratet in zweiter Ehe Gottfried I. (Geoffroi I.) von Semur (Haus Semur)
              1. (III) Aramburga von Burgund, * wohl 999; ∞ um 1015 Dalmas von Semur (Haus Semur)
              2. (unehelich, Mutter unbekannt) Eudes, 1004 Vizegraf von Beaune, 25. August 1005 Patron der Kirche Saint-Étienne-de-Beaune; ∞ vor 1012 Inga (Hingade) [6]
                1. Aguion (Azelin) de Beaune, 1042 bezeugt
                2. Jean de Beaune, Herr von Marcy (Mazay), 1042 bezeugt
            6. (unehelich, Mutter: Ringare/Raingarde, niederer Herkunft, † 23. August ... auf Burg Toucy) Heribert, † 23. August, vielleicht auch 16. August, 994 wohl in Auxerre, 969/994 Bischof von Auxerre, begraben in Notre-Dame in Auxerre[7]
      4.  ? Tochter ∞ Megingoz I., 876 bezeugt, wohl Graf im Wormsgau (Wilhelminer)

[Bearbeiten] Literatur

  • Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln II (1984) Tafel 10–11
  • Karl Glöckner: Lorsch und Lothringen, Robertiner und Capetinger, in: ZGO Neue Folge 50, 1937, S. 301-354
  • Hervé Pinoteau: Héraldique capétienne II, Paris 1947 und 1955
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Bände der Fürstlichen Häuser 1951–1978
  • Eberhard Winkhaus: Ahnen zu Karl dem Großen und zu Widukind, Ennepetal 1950, Ergänzungen 1953
  • Wilhelm Prinz von Isenburg: Stammtafeln zur Geschichte der europäischen Staaten, 2 Bände, Marburg 1953
  • Hervé Pinoteau: Les origines de la Maison Capétienne, Brüssel 1958
  • Jean-Dominique Comte de Joannis: Les 16 quartiers généalogique des Capétiens, 3 Bände, Lyon 1958
  • Gaston Sirjean: Encyclopédie généalogique des Maisons Souveraines du Monde, 13 Bände, Paris 1966ff
  • Alfred Friese: Studien zur Herrschaftsgeschichte des fränkischen Adels, Stuttgart 1979 (Geschichte und Gesellschaft, Bochumer historische Studien, Band 18), S. 98ff

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Berichterstatter – der Vorläufer des Kanzlers unter den Merowingern
  2. vergleiche die Ehe Landrada/Sigram zwei Generationen später (und die Fußnote dazu) sowie den Artikel Ingram (Franke)
  3. vergleiche die Ehe Landrada/Sigramnus zwei Generationen früher. Der Tod des Sohnes Chrodegang im Jahr 766 passt im Übrigen nicht in die folgende Generation (seine Vettern starben 795 bzw. 807 und Chrodegang war bereits 748 als Stifter von Gorze aktiv), eher in die Generation des Dux Robert im Haspengau (757 bezeugt, † vor 764). Die Gruppe Landrada/Sigram/Chrodegang wurde mit Respekt auf die Literatur hier stehen gelassen.
  4. Schwennicke bezeichnet Aleram als Angehöriger der Familie der Nebelungen, womit er offenbar eine jüngere Linie der Arnulfinger meint, Nachkommen von Karl Martells jüngerem Bruder Childebrand (siehe auch: fr:Nibelungides). MedLands Carolingian Nobility Chapter 1.O Family of Adelramn Comte (de Troyes) sieht Aleram als Sohn von Aleran (Barcelona) († 852) und Ehemann einer Angehörigen der Familie der Nebelungen, jedoch nicht als Graf von Troyes.
  5. siehe dort zur Richtigkeit dieser Angabe
  6. er und seine Kinder: Europäische Stammtafeln III.2, 1983, Tafel 297
  7. Europäische Stammtafeln III.2, 1983, Tafel 297
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