Lexikon des Mittelalters: Band V Seite
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Humbertiner
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aus Burgund stammendes, nach römischem Recht lebendes
Hochadels-Geschlecht der Grafen von Savoyen, von dem die Seitenlinien
der Grafen von Savoyen-Achaia (13. Jahrhundert), Bresse
(15. Jahrhundert) - später Könige von Sizilien und
Sardinien - und Savoyen Carignano (16. Jahrhundert) - später
Könige von Sardinien und Italien - abstammen.
Benannt nach Humbert
I. Weißhand (um †
1048). Südlich der Alpen setzte sich die Familie durch die
wahrscheinlich durch Kaiser HEINRICH III. vermittelte Heirat
zwischen Humberts I. Sohn
Otto I. und Adelheid, der Tochter des Markgrafen Odelrich Manfred von Turin fest,
die außer der Markgrafschaft Turin noch die Grafschaften Auriate,
Bredulo, Asti, Alba, Albenga und Ventimiglia als Erbe in die Ehe
einbrachte, die allerdings der Familie zum großen Teil schon
unter ihrer Regentschaft (1060-1091) für ihre Söhne Peter I. und Amadeus II. sowie ihren Enkel Humbert II. weitgehend
verlorengingen.
Schon in dieser Phase setzte die Verschwägerung mit
europäischen Herrscher-Häusern ein, durch welche das Prestige
der Familie aufgewertet und die Expansionspolitik unter Humberts II. Nachfolgern
begünstigt wurde. Seit ca. 1125 benannten sich die HUMBERTINER nach der
Grafschaft Savoyen.
R. Pauler
Literatur:
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G. Tabacco, Lo stato sabaudo nel Sacro Romano Impero, 1939
F. Cognasso, I Savoia, 1971
G. Sergi, Potere e territorio lungo la strada di Francia, Nuovo
Medioevo 20, 1982
A.M. Nada Patrone, Il Medioevo in Piemonte, 1986.