FRANKOPANI


Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 746
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Frankopani (Frangipani, ungarisch Frangepán)
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Kroatische Adels-Familie, hervorgegangen aus der Familie der comites von Krk (Veglia), unter dem Namen der FRANKOPANI erst seit 1430 (siehe unten.).
Erster bekannter comes der dalmatischen Insel Krk ist Duymus (1162/63). Abhängig von Venedig, bemühten sich die comites im 12. Jahrhundert um Durchsetzung gegenüber der Kommune der civitas Krk. Nach Ansicht von N. Klaic und der älteren Forschung stammte Duymus aus einem der slavischen castella auf Krk und wurde bei Errichtung der venezianischen Herrschaft über die Insel 1118 oder bald danach wegen seiner venedigfreundlichen Haltung als comes über die ganze Insel, sowohl castella als auch civitas Krk, eingesetzt. L. Margetic zufolge betraute bereits der König von Kroatien, Dmitar Zvonimir (1075-1089), mutmaßlich aus der Gegend um Split stammende Vorfahren von Duymus mit der Verwaltung der Insel und der gegenüberliegenden Festlandgebiete.
Seit dem Ende des 12. Jahrhunderts traten Angehörige der Familie in den Dienst des seit um 1100 auch über Kroatien herrschenden Königs von Ungarn. Abhängig von der Bewertung der 1193 einsetzenden Privilegien hinsichtlich ihrer Echtheit bestehen verschiedene Ansichten, ab wann die Familie auch Besitzungen auf dem kroatischen Festland - vor allem die Burg Modrus und die Landschaft Vinodol - erwarb: schon im 11. Jahrhundert (L. Margetic), 1193 (V. Klaic), erst Mitte des 13. Jahrhunderts (N. Klaic).
Die doppelte Vasallität gegenüber Stephanskrone und Dogen fand ihr Ende im Frieden von Zadar 1358, als Krk wie alle anderen venezianischen Besitzungen an der Adriaostküste an den König von Ungarn, Ludwig von Anjou, fiel.
Im 14. Jahrhundert konnte die Familie, gestützt auf ein gutes Verhältnis zur ungarischen Krone, ihren Besitz erheblich erweitern. Seit 1392 lag das Amt des Banus von Kroatien häufig in Händen von Familienangehörigen.
Nikolaus IV., der allen Familienbesitz zeitweise einte und 1426-1432 auch die Banuswürde innehatte, erlangte 1430 unter Berufung auf angebliche Abstammung der Familie von den stadtrömischen FRANGIPANI vom Papst die Anerkennung des Rechtes auf deren Wappen und Namen.
Im Jahre 1480 vermachte der letzte Angehörige des damals über Krk regierenden Zweiges der
FRANGIPANI die Insel an Venedig. Zuerst das Vorgehen von König Matthias Corvinus (1459-1590), der unter Ausnutzung von Streitigkeiten innerhalb der FRANGIPANI diesen einzelne Besitzungen abnahm, dann die Angriffe der Türken ließen die Macht der FRANGIPANI weitgehend zerbrechen.
Einzelne Angehörige der immer kleineren Familie spielen in der kroatischen Geschichte der frühen Neuzeit eine wichtige Rolle, vor allem Christoph von Brinje (1482-1527). Der letzte
FRANGIPANI, Franz Christoph von Trzac, wurde 1671 wegen Rebellion gegen Kaiser LEOPOLD I. hingerichtet.
L. Steindorff

Quellen:
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Cod. dipl. comitum de Frangipanibus (1133-1527), ed. L. Thallóczy - S. Barabás, 1-2, 1910-13 (MHH I. 35, 38)

Literatur:
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EJug2 IV, 1986, 256-258
BLGS I, 522-524
Isenburg IV, 1957, Taf. 100, 101a
V. Klaic, Krcki knezovi Frankapani. Knjiga 1. Od najstarijih vremena do gubitka otoka Krka (od god. 1118. do god. 1480.), 1901
N. Klaic, Kako i kada su krcki knezovi stekli Modrus i Vinodol, Vjesnik historijskog arhiva Rijeka i Pazin 16, 1971, 129-168
N. Klaic, Povijest Hrvata u razvijenom srednjem vijeku, 1976
L. Margetic, Iz vinodolske proslosti. Pravni izvori i rasprave, 1980
L. Steindorff, Die dalmatin. Städte im 12. Jh., 1984.