Maria von Blois                                     Herzogin von Anjou
--------------------                                    Gräfin von Blois und Guise
 um 1345-12.11.1404
 

Jüngere Tochter des Herzogs Karl von Bretagne-Penthievre aus dem Hause CHATILLON und der Johanna von der Bretragne, Tochter von Herzog Arthur II.
 

Maria war Gräfin von Blois und Guise und führte die Vormundschaft für ihren Sohn Ludwig II. von Anjou.

Tuchmann Barbara: Seite 361,366,416
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"Der ferne Spiegel."

Während dieser ganzen Zeit flehten die Herzogin von Anjou und der Kanzler ihres Gatten den königlichen Rat an, endlich die versprochene Hilfe zu leisten. Anjous Situation hatte sich noch weiter verschlechtert, weil ihn einer seiner eigenen Ritter der 80.000 bis 100.000 Franken beraubt hatte, die seine Frau für ihn gesammelt hatte (oder, nach einer anderen Version, die er von den VISCONTI geliehen hatte). Der Räuber war Pierre de Craon. Von Anjou entsandt, das Geld zu holen, kehrte Craon über Venedig zurück, wo er das meiste davon in Ausschweifungen, extravaganten Festen und Glücksspielen durchbrachte. Er behielt, was übrigblieb, und schloß sich dem Herzog nicht wieder an. Als Craon nach Frankreich zurückkehrte, entging er durch den Schutz des Herzogs von Burgund, mit dessen Frau er verwandt war, jeder Bestrafung.
Die Witwe des Herzogs von Anjou, die geborene Maria de Bretagne, eine Tochter des asketischen, aber rücksichtslosen Karl von Blois, kämpfte für ihren Sohn Ludwig II. mit der gleichen energischen Hartnäckigkeit, mit der ihre Eltern um das Herzogtum Bretagne gekämpft hatten - und mit demselben geringen Erfolg. In seiner lebenslangen Auseinandersetzung mit Karl von Durazzo und dessen Sohn war Ludwig II. nicht erfolgreicher als sein Vater. Während Neapel an das Haus ARAGON ging und dann an die spanischen BOURBONEN, bestanden die ANGEVINER zwei Jahrhunderte lang mit dem ganzen unverdrossenen Starrsinn einer königlichen Familie, der die rechtmäßige Krone versagt wurde, auf ihren Anspruch.
Craon entging lange Zeit einem Prozeß, den die Herzogin von Anjou und ihr Sohn gegen ihn anstrengten, obwohl er schließlich verurteilt wurde, 100.000 Franken zurückzuzahlen.
In den Beratungen mit Klemens schlugen Karl VI. und seine Berater vor, den Weg nach Rom dadurch zu öffnen, daß man Ludwig von Orleans durch die Wiederbelebung jenes wolkigen Königreiches Adria im Norden und Ludwig II. von Anjou in dem ebenfalls unerreichten Königreich von Neapel un Sizilien im Süden an die Macht brächte. Zu diesem Zweck war Ludwig II. von seiner unermüdlichen Mutter nach Avignon begleitet worden, wo er feierlich zum König von Neapel und Sizilien (einschließlich Jerusalems) gekrönt wurde.
 
 
 
 

 9.7.1360
   oo Ludwig I. von Frankreich Herzog von Anjou
       23.7.1339-22.9.1384
 
 
 
 

Kinder:

  Ludwig II.
  5.10.1377-29.4.1417

  Karl Titular-Fürst von Tarent
  um 1378-17.5.1404

  Marie
   10.1370- vor 20.9.1383
 
 
 
 

Literatur:
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Tuchmann Barbara: Der ferne Spiegel. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1995 Seite 361,366,416 -
 
 
 
 


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