Johann II.                                             Herzog von Lothringen (1453-1470)
-------------                                            Herzog von Kalabrien
2.8.1425-13.12.1470                            Titular-König von Neapel
Nancy     Barcelona

Begraben: Barcelona
 

Ältester Sohn des Titular-Königs Rene I. von Anjou-Neapel aus seiner 1. Ehe mit der Isabella von Lothringen, Erb-Tochter von Herzog Karl I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 512
********************
Johann II., Herzog von Lothringen 1453-1470
-------------
* 2. August 1424, + 16. Dezember 1470
Nancy                   Barcelona

Begraben: Barcelona

Sohn von König Rene I. von Neapel, Herzog von Bar, und Isabella von Lothringen

  oo 1438 Marie von Bourbon (+ 1448)

Markgraf von Ponta-a-Mousson und Herzog von Kalabrien (1434), Stellvertreter (lieutenant general) seiner Eltern in den Herzogtümern Bar und Lothringen (1445), Herzog von Lothringen nach dem Tod seiner Mutter (März 1453), Fürst von Gerona (1467).
Er unternahm mehrere erfolglose Züge nach Italien (1455-1457,1458-1461,1462-1464), um das Königreich Neapel zugunsten seines Vaters zurückzugewinnen, und nahm an der 'Guerre du Bien Public' und der Schlacht von Montlhery (1465) gegen Ludwig XI. von Frankreich teil. Von Rene 1466 als Vertreter in Katalonien ernannt, kämpfte er um dessen Angliederung an den angevinischen Machtbereich. Unter seiner Regierung wurde die Zentralisierung des Herzogtums Lothringen nach den Beispielen von Anjou und der Provence beschleunigt. Er förderte die Entwicklung der Salzgewinnung, der Glasmacherei, der Forstwirtschaft und der Schafzucht. Er ließ die Begfestigung vvon Nancy verstärken und schuf eine moderne Feldartillerie. Mit der Annexion der zwei Kaufmannsstädte Sarrebourg und Epinal (1464/65) gelang ihm auch eine erhebliche Erweiterung des herzoglichen Territoriums.



Johann II. war zeitweise Geisel für den Vater in Burgund, wurde als tapfer und leutselig überliefert und wurde 1442 Generalgouverneur von Lothringen, 1453 Herzog von Lothringen und zu Bar, 1458 Titular-König von Neapel, Fürst von Kalabrien und Gouverneur von Genua. Er scheiterte mit seinen Ansprüchen in Neapel, obwohl er zeitweise Apulien und die Stadt Neapel eroberte. Er gewann 1460 die Schlacht bei Sarno, unterlag 1462 bei Troja und wurde verjagt. Sein königlicher Cousin Ludwig XI. gab das Versprechen, bei einem neuen Feldzug zu helfen, die Hilfe blieb aber aus, weshalb er sich 1465 der burgundischen "Ligue du Bien public" anschloß. Er stand auch gegen den gräflichen Schwager Friedrich wegen Lothringen, zog 1469/70 für den Vater gegen Aragon, eroberte fast ganz Katalonien und Barcelona, führte den Titel eines Fürsten von Gerona und starb plötzlich an einem Fieber.

Schelle, Klaus: Seite 67,120,122,128
************
"Karl der Kühne. Burgund zwischen Lilienbanner und Reichsadler."

Marie von Bourbon heiratete einen ANJOU, Johann von Kalabrien.
1466 rufen die Katalanen, die gegen König Johann II. von Aragon rebellieren, den ANJOU Johann von Kalabrien ins Land. Ludwig XI. sieht eine willkommene Gelegenheit, einen seiner unangenehmsten Gegner unter den französischen Großen loszuwerden und anderwärts zu beschäftigen. Prompt bricht er diplomatischen Beziehungen zu Aragon ab und stellt dem ANJOU Geld und Truppen zur Verfügung. Ihm liegt vor allem daran, Aragon aus dem burgundischen Bünsnissystem herauszubrechen. Die katalanische Rebellion bricht nach dem Tod Herzog Johanns von Kalabrien endgültig zusammen. Im September 1473 beendet der Vertrag von Perpignan die Auseinandersetzungen.
Die früheren Herzöge Nikolaus und Johann sind Karl des Kühnen Freunde und Waffenbrüder gewesen; Johann in der Schlacht von Montlhery und Nikolaus vor Beauvais, beidesmal gegen Frankreich.

Kendall Paul Murray: Seite 68,110,165
******************
"Ludwig XI. König von Frankreich 1423-1483"

Renes hitziger Sohn Johann, Herzog von Calabrien, verfügte über sämtliche Führereigenschaften, ausgenommen das richtige Gefühl dafür.
Die ANJOU drängten in massiver Weise auf Unterstützung von Herzog Johann, dem Sohn von König Rene. Indem jener sich im Jahre 1458 des Besitzes von Genua versicherte, hatte er es als Basis benutzt für seinen Einfall in das Königreich Neapel im folgenden Jahr.
Bourbon nannte als seine Mitarbeiter bei diesem vom öffentlichen Interesse eingegebenen Unternehmen das Oberhaupt des Hauses ANJOU, König Rene, die Herzöge von Berry, der Bretagne, von Nemours und Kalabrien (Herzog Johann), die Grafen von Charolais; Armagnac, St. Pol und Dunois sowie zahlreiche Barone.

Mohr Walter: Teil IV Seite 79,86-90,92-94
***********
"Geschichte des Herzogtums Lothringen"

Am 28. Januar 1437 mußte Reinhard einen harten, sehr drückenden Vertrag unterschreiben. Alle seine Besitzungen in Flandern trat er dem Burgunder ab, sein Lösegeld wurde auf 400.000 Golddukaten festgesetzt, die in vier Raten bezahlt werden sollten, wofür sich wiederum eine Reihe von Adeligen als Garanten verpflichten mußten, und auch die Burgen Neufchateau, Clermont, Preny und Longwy blieben im Besitz des Burgunders. Für die Markgrafschaft Pont-a-Mousson und eine Reihe von weiteren Plätzen sollte Reinhard innerhalb eines Jahres die Huldigung leisten, sobald nachgewiesen sei, daß sie burgundische Lehen seien, und schließlich mußte er noch auf Lebenzeit ein Bündnis mit Philipp eingehen. Am 3. Februar gab dieser zu dem Vertrag sein Einverständnis, worauf die offizielle Freilassung erfolgte. Gleichzeitig wurde eine Ehe zwischen Reinhards ältestem Sohn Johann und Philipps Nichte Maria von Bourbon geschlossen, was eine Verminderung der Lösegeldsumme von 100.000 Taler eintrug, die auf die Eheausstattung angerechnet wurden. Der Bündnisvertrag zwischen beiden Herzögen wurde am 7. Februar geschlossen.
Am 1. Juli 1445 übertrug er die Regierung der Herzogtümer Lothringen und Bar an seinen ältesten Sohn Johann als Generalstatthalter, wenig später, am 21. November 1445, erhielt dieser zur Stärkung der Stellung noch die Markgrafschaft Pont-a-Mousson zum ständigen Besitz. Reinhard selbst zog sich auf seine Güter in S-Frankreich zurück. Der künftige Herzog Johann ist schon gleich zu Beginn seiner Statthalterschaft mit den französischen Expansionsbestrebungen in Konflikt geraten. Aber nun waren doch seit Mitte 1449 der Herzog und sein Sohn wieder sehr stark in die französischen Angelegenheiten einbezogen worden. Johann hat in dieser Zeit auf seiten Karls VII. an den militärischen Operationen in der Normandie und der Guyenne teilgenommen.
In Lothringen selbst trat dann eine Änderung mit dem Tode der Herzogin Isabella am 28. Februar 1453 ein. Nach lothringischem Recht fiel das Herzogtum damit an ihren Sohn Johann. Herzog Reinhard allerdings vertrat den Standpunkt, er und seine Gemahlin hätten sich ihre Besitzungen gegenseitig geschenkt, so daß er als Überlebender das Recht besäße, über Lothringen zu verfügen. Immerhin übergab er aus solchen Gründen schon jetzt, am 26. März 1453, das Herzogtum Lothringen seinem Sohn Johann. Diese Übertragung wurde auch vom Grafen Anton von Vaudemont und seinem Sohn Friedrich bestätigt. Reinhard behielt sich noch das Herzogtum Bar vor, wo er am 24. August 1456 zu seinem Stellvertreter in der Verwaltung den Sohn des Grafen von Vaudemont ernannte. Für die Regierung Herzog Johanns II. von Lothringen wurde es schon bald charakteristisch, daß er für seine Person sich in die groß ausgelegte Politik des Hauses ANJOU einbeziehen ließ und daher seine Aktivität im wesentlichen außerhalb der Grenzen Lothringens entfaltete.
Dabei wurden auch noch Verbindungen zu Deutschland gewahrt, denn am 11. April 1453 schlossen Reinhard und sein Sohn Johann mit Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz ein Bündnis auf Lebenszeit, in dem sich beide Parteien gegenseitige Hilfe zusicherten.
Die Bürgerschaft der Stadt Genua, die der inneren Unruhen in Oberitalien überdrüssig war, bot dem König die Unterstellung unter seine Herrschaft an. Dieser entsandte Herzog Johann am 20. August 1457 als seinen Gouverneur dorthin. Am nächsten Tage forderte er ihn allerdings auf, die Huldigung für Neufchateau ganz nach Vorschrift bis zum 21. August 1458 zu leisten. Dazu kam es jedoch nicht, da Johann jetzt durch eine weiter gesteckte Politik in Italien gebunden wurde und deshalb immer wieder einen Aufschub des Termins erreichen konnte. Von Neapel aus verlangte man nämlich die Rückkehr Herzog Reinhards, der aber nicht selbst kommen wollte, sondern seinen Sohn mit der Aufgabe betraute. Allerdings wurde dessen Abreise unmöglich durch einen Aufstand der Genuesen im Sommer 1459, worauf Friedrich von Vaudemont den Auftrag erhielt, sich nach Unteritalien zu begeben. Indes gelangte auch das nicht zur Durchführung, sondern Johann konnte den Aufstand in Genua niederschlagen und brach dann selbst am 4. Oktober 1459 nach Neapel auf. Das Governeursamt in Genua wurde vom französischen König einem anderen anvertraut. Von Neapel aus hat Johann im Sommer 1461 noch einmal in eine in Genua ausgebrochene Revolte eingegriffen, wobei sein Vater Reinhard ihm zu Hilfe eilen mußte. Er führte eine Armee über See heran, doch die angiovinischen Streitkräfte erlitten am 17. Juli 1461 eine Niederlage, so daß Johann erfolglos nach Neapel zurückkehren mußte.
Auf der anderen Seite suchten Reinhard und sein Sohn Johann mit dem neuen französischen König Ludwig XI. anzuknüpfen, indem sie zu dessen Krönung Mitte April 1461 eine Gesandtschaft nach Reims abfertigten, die wohl auch über die italienischen Fragen zu sprechen hatte, dabei aber anscheinend eine nichtssagende Antwort erhielt. Der König besaß bezüglich Italiens besondere Pläne, er wollte Genua für sich haben, Johann sollte Neapel erhalten. So empfahl er Reinhard und dessen Sohn an Sigismund Malatesta, den Herrn von Rimini, um beide bei ihren Ansprüchen auf Neapel zu unterstützen. Auch war seine Politik davon bestimmt, seine Tochter Anna mit Nikolaus, dem Sohn Herzog Johanns, zu verheiraten. Noch im Jahre 1462 läßt sich ein gutes Verhältnis feststellen und Ende 1463 empfahl der König Herzog Johann angelegentlich den Florentinern, sie möchten dessen Feinden keine Unterstützung gewähren. Aber dann kam es zu stärkeren Gegensätzen in der Italienpolitik, es zeichnete sich in der Frage um Genua ein Zusammengehen zwischen Frankreich und Mailand gegen Johann ab.
Im Oktober 1463 versprach der König, die Stadt Genua an den Herzog von Mailand zu übertragen, im Dezember forderte er ihn auf, sie in Besitz zu nehmen und wies deren Bewohner an, dem Herzog den Treueid zu leisten. Darauf ist der lothringische Herzog schließlich im Frühjahr 1464 in sein Land zurückgekehrt. Hier entstanden jetzt Spannungen zu Frankreich, vermutlich hervorgerufen durch das Projekt Reinhards einer Eheschließung zwischen seinem Enkel Nikolaus und der Tochter Karls, des burgundischen Herzogs-Sohnes, eine Verbindung zwischen Lothringen und Burgund, die den französischen König sehr beunruhigte, zumal das ja auch gegen seine eigenen Pläne einer Heirat seiner Tochter mit Nikolaus ging. Diese Situation änderte sich jedoch wieder zu Beginn September 1464. Herzog Johann erhielt von Neapel die Einladung, zurückzukehren, und am französischen Hoge hoffte man jetzt, durch das Haus ANJOU in den Besitz von Neapel zu gelangen. So konnte Herzog Reinhard wieder in die Umgebung des Königs zurückkehren und wurde mit Vorrang behandelt.
Indessen drückte Herzog Johann die Finanznot, in die er durch seine kostspieligen Unternehmungen in Italien geraten war. Es mußte ihm vor allem darum gehen, die Unzufriedenheit des Adels zu beschwichtigen. Um neue Abgaben erhalten zu können, sah er sich am 22. November 1464 zu der Erklärung veranlaßt, es handle sich dabei nur um eine Ausnahmeforderung, die keinen Rechtszustand schaffen könne. In einer weiteren Urkunde vom gleichen Tage gab er offen zu, in der Zeit seiner Abwesenheit habe der Adel unter Verletzung seiner Privilegien durch herzogliche Beamte zu leiden gehabt, und er bekräftigte und befestigte diese Privilegien aufs neue. Gleichzeitig ließ er seinen Sohn und Nachfolger Nikolaus diese Urkunde unterzeichnen. Er hat übrigens von da an die Verwaltung des Herzogtums weitgehdn diesem als seinem Stellvertreter überlassen. Nach außen hin nahm er in dieser Zeit auch seine Verbgindung zum Kurfürsten von der Pfalz wieder auf, mit dem er am 20. Oktober die ehedem im April 1453 geschlossenen Abmachungen erneuerte. Diesmal hat allerdings sein Vater Reinhard nicht mehr daran teilgenommen. Schließlich ließ er sich von der in Opposition zum französischen König stehenden Ligue du Bien Public gewinnen, er schloß mit dem burgundischen Herzogs-Sohn Karl von Charolais und dem Herzog der Bretagne am 10. Dezember 1464 einen diesbezüglichen Vertrag.
Die eigentlichen Verhandlungen führten am 29. Oktober 1465 für die eigentlichen Mitglieder der Liga zum Vertrag von Saint-Maur des Fosses, der für Lothringen weiter nicht von Bedeutung ist. Mit Karl von Charolais war bereits am 5. Oktober in Conflans ein eigenes Abkommen geschlossen worden. Herzog Johann hatte sich ebenfalls um die Beilegung des Streits verdient gemacht und ging nun den König um eine Regelung der Frage der lothringischen Lehenshuldigung für Neufchateau, Montfort, Chatenois, Froutard, einen Teil von Grand und Passavant an. Die Verständigung darüber geschah ganz in seinem Sinne, die Huldigung wurde ihm erlassen.
Während dieser ganzen Auseinandersetzung war die Stellung des lothringischen Herzogs am französischen Hof an sich geschwächt gewesen. König Ludwig gab ihm zwar verschiedene Zusagen, doch wurden sie durchweg nicht eingehalten. Der Grund dafür lag hauptsächlich in der Politik in Italien. Dort standen sich der Lothringer und Herzog Franz Sforza von Mailand in ihren Absichten auf Genua gegenüber. Ludwig XI. wollte sich unter allen Unmständen das Zusammengehen mit Mailand sichern, und deshalb benahm er sich Johann gegenüber zurückhaltend, suchte ihn aber zu einer Aussöhnung mit Mailand zu bewegen. Zu diesem Zwecke fand in der ersten Hälfte de November 1465 eine Unterredung stat, in der der König zusammen mit dem päpstlichen Legaten und in Gegenwart des mailändischen Gesandten versuchte, den lothringischen Herzog für ein Zusammengehen mit dem Mailänder zu gewinnen. Die Diskussion wurde teilweise sehr hitzig geführt, und als Ludwig bemerkte, Johann sei ein Hitzkopf, wurde dieser so irritiert, daß er in heftigen Worten herausfuhr, sein Herzogtum sei ein freies Land, weder von Papst, Kaiser oder König abhängig. Hier lagen wohl die eigentlichen Wurzeln einer stets im Hintergrund vorhandenen Spannung zwischen Lothringen und Frankreich. Der Herzog verließ wenige Tage später Paris, um sich ins Anjou zu begeben, der Abschied war äußerst freundlich, doch schien Johann in Wirklichkeit wenig befriedigt über den Ausgang der Verhandlungen, und so wurde sein Verhältnis zum König weiterhin bestimmt durch die Gegensätze in der italienischen Politik.
Er suchte dann allerdings mit seinem Vater Reinhard zusammen wieder mit dem König in Verbindung zu kommen. Sie delegierten eine Gesandtschaft an den Hof, die über die schwebenden finanziellen Fragen des Hauses ANJOU und besonders über eine Erlaubnis für die Rückkehr Herzog Johanns an den Hof verhandeln sollte. Ludwig XI. blieb indes weitgehend unzugänglich, er machte wohl einige finanziell Zugeständnisse, weigerte sich jedoch strikt, Johann wieder in seiner Umgebung zu sehen.Trotzdem kündigte dieser Ende Februar an, er werde auf der Durchreise nach Lothringen den Hof besuchen und war weiterhin um Verständnis bemüht. Dabei hatte er schließlich auch Erfolg. Die Pläne zur Verheiratung seines Sohnes Nikolaus mit der Tochter des französischen Königs, Anna, wurden jetzt ernsthaft aufgenommen und kamen am 1. August 1466 durch einen Vertrag zum Abschluß.
Es ging Ende des Jahres 1466 für Herzog Johann um nichts weniger als eine Eroberung des Königreichs Aragon. Die Katalanen hatten sich im Jahre 1461 gegen Johann II. von Aragon erhoben. Der Aufstand zog sich durch sehr wechselvolle Schicksale hin, im Sommer 1466 war die Lage sehr kritisch gewesen, das Land schien wieder unter die Herrschaft des aragonesischen Königs zurückfallen zu sollen. In der Suche nach Hilfe ließen sich die Aufständischen offensichtlich durch den Gedanken leiten, daß das aragonesische Königshaus durch sein Übergreifen auf Unteritalien sich das Haus ANJOU zu Gegner gemacht hatte und daß aus diesem Hause Herzog Reinhard von Lothringen immer noch den Titel König von Sizilien führte. Es lag also nahe, ihn für die Sache des katalanischen Aufstandes zu gewinnen, wobei man darüber hinaus auch auf die Unterstützung der französischen Krone spekulieren konnte, und so ging am 27. August 1466 eine katalanische Gesandtschaft an ihn ab, um ihm die Krone des Königreichs anzubieten. Sie hatte auch sofort Erfolg, ihr Anerbieten wurde angenommen. König Johann von Aragon bemühte sich, durch eine zweimalige Gesandtschaft den französischen König zu beeinflussen, doch unterstützte dieser das Unternehmen der Katalanen. Auch Reinhard hatte durch eine Gesandtschaft Beginn Oktober 1466 eine französische Hilfszusage erhalten, was er durch einen Brief vom 29. Oktober an die Aufständischen eigens untersrich. Reinhard stimmte dem Ersuchen der Katalanen zu, daß sein Sohn Johann die Regierung ihres Landes übernehme, wobei er militärische Unterstützung von Ludwig XI. erhielt. Dieses Unternehmen in Spanien hatte auch Auswirkungen auf die Lage in Italien. Es lag im größeren Rahmen von Johanns Aktion auch der Plan, von Spanien aus eventuell die Stellung des Hauses ARAGON in Unteritalien zu untergraben, aber nun verunsicherte sich auch die Lage in Oberitalien. Er suchte seine Stellung durch Abschluß eines Beistandpaktes mit dem Herzog von Savoyen zu stärken, durch den beide sich gegenseitig Hilfe in Italien zusagten, doch kam dann der Umstand hinzu, daß die Venezianer im Oktober 1469 einluden, nach Italien zu kommen, was den Herzog von Mailand auf die Seite König Johanns von Aragon trieb. Auch Venedig wechselte damals seine Ansicht und stützte die Sache der Aragonesen in Neapel. Damit wurde Herzog Johanns Lage in Spanien sehr problematisch, doch änderte sich die Gesamtsituation, da er am 16. Dezember 1470 plötzlich in Barcelona starb.
 
 
 
 

 1444
  oo Marie von Bourbon, Tochter des Herzogs Karl I. und der Agnes von Valois
       1428-7.7.1448
 
 
 
 

4 Kinder:

  Isabella
        - nach 1442

  Nikolaus Herzog von Lothringen
   7.1448-24.7.1473

  Renatus
          - jung

  Marie
         - jung

Illegitim 5 K

  Johann Graf de Briay
          -   1504

  Johanna d'Abancourt
        -

  Albert Seigneur d'Essey
        -
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Kendall Paul Murray: Ludwig XI. König von Frankreich 1423-1483 Verlag Callway München 1979 Seite 68,110,156,165,169 - Kurowski Franz: Genua aber war mächtiger. Geschichte einer Seemacht. Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH, Herrsching 1990 Seite 232 - Mohr Walter: Geschichte des Herzogtums Lothringen. Verlag "Die Mitte" Saarbrücken 1974 Teil IV Seite 79,86-90,92-94 - Schelle, Klaus: Karl der Kühne. Burgund zwischen Lilienbanner und Reichsadler. Magnus Verlag Essen Seite 67,78,120,122,128 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Copyright 2002 Karl-Heinz Schreiber - http://www.genealogie-mittelalter.de