Margarete von Burgund                           Dauphine von Frankreich
------------------------------                         Herzogin der Bretagne
1393-2.2.1441
 

Tochter des Herzogs Johann Ohnefurcht von Burgund und der Margarete von Bayern-Holland, Tochter von Herzog Albrecht I.
 

Markale Jean: Seite 119,120,212,259
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„Isabeau de Bavarie“

Zwei Tage nach dem „Staatsstreich“, nämlich am 28. April 1403, setzte Karl VI. in zwei Briefen die Verlobung zwischen dem Dauphin Louis de Guyenne und Marguerite de Nevers fest. Ludwig von Guyenne wurde tatsächlich mit Margarete verlobt, die 200.000 Francs Mitgift sowie die Schlösser Villemaur und Chaource erhielt. Am 28. Juni verpflichtete sich die Herzgin von Burgund, den Ehekontrakt zwischen dem Dauphin Ludwig und Margarete von Nevers in allen Punktenm zu erfüllen, und Isabeau erklärte sich durch drei aufeinanderfolgende Ratifizierungen mit dem am Monatsanfang beschlossenen dreifachen Vermählungsprojekt einverstanden. Die neue Dauphine wurde ihrem Gemahl im Hotel der Königin zugeführt.
Indem er immer mehr Sympathie für Isabeau de Baviere zeigte, indem er Ludwig von Bayern mit Wohltaten überhäufte und indem er den Thronfolger Ludwig umschmeichelte, der 1412 seine Tochter Margarete von Burgund heiraten sollte, hoffte er, die königliche Regierung auf die legalste Weise der Welt auf seine Seite zu bringen.
Um den 15. Dezember 1415, vier Monate nach dem Desaster von Azincourt, wurde der Dauphin Herzog Louis de Guyenne, der damals im Louvre weilte, "von einer heftigen Ruhr befallen". Zur größten Verwunderung seiner gesamten Entourage starb der Kronerbe, obwohl er ein kräftiger Junge war, ganz plötzlich am Abend des 18. Dezember. Wahrscheinlich starb er eines natürlichen Todes, denn Krankheiten dieser Art ließen sich zur damaligen Zeit durch kein Mittel heilen.

Calmette, Joseph: Seite 74,88,174
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"Die großen Herzöge von Burgund."

Die Enkelin Margarete war dem Dauphin Karl versprochen, hatte aber als Kind diesen ersten Verlobten verloren. Sie wurde dann dazu ausersehen, die Frau des Dauphin Ludwigs zu werden, der als präsumtiver Erbe des Königreiches der "Fleurs de Lis" der Nachfolger seines Bruders war. Man versteht, daß die Beharrlichkeit, mit welcher der Herzog seine Enkelin zu einer zukünftigen Königin machen wollte, einem wohlüberlegten Plan entspringt.
Sodann begab sich der neue Herzog auf die "cour royale", um die Verlobung seiner Tochter Margarete mit dem Dauphin Ludwig, dem Herzog von Guyenne, zu feiern, welche der Urheber der Verbindung, Philipp der Kühne, nicht mehr offiziell bekanntzugeben vermochten.
Das zeigt sich um so deutlicher, als Richemont, der Bruder Johanns von der Bretagne, von seiten seiner Frau, Margarete von Burgund, Interessen im burgundischen Gebiet hat.

Saller Martin: Seite 156
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"Königin Isabeau. Die Wittelsbacherin auf dem Lilienthron."

Im Juni 1404 besiegelt die Königin mit Herzog Johann die Heirats-Allianzen zwischen der königlichen Familie und dem Haus BURGUND, die noch Philipp der Kühne angebahnt hatte. Mit pompösen Festlichkeiten wird die Doppelhochzeit begangen: der siebenjährige Kronprinz Ludwig, der den Titel eines Herzogs von Guyenne trägt, wird mit dem Töchterchen Johanns, Margarete, vermählt; und der älteste Sohn und Erbe Johanns, Philipp Graf von Charolais, heiratet Isabeaus neunjährige Tochter Michelle. Die frühvermählten Kinder bleiben bis zur Erreichung leidlicher Reife in den elterlichen Haushalten.
 
 
 

    1412
  1. oo Dauphin Ludwig von Guyenne
      x   22.1.1396-18.12.1415

 10.10.1423
  2. oo Arthur III. Herzog von Bretagne
      x   24.8.1393-26.12.1458
 
 
 
 

Literatur:
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Calmette, Joseph: Die großen Herzöge von Burgund. Eugen Diederichs Verlag München 1996 Seite 74,88,132,172,174,240,252,258 - Ehlers Joachim: Geschichte Frankreichs im Mittelalter. W. Kohlhammer GmbH 1987 Seite 280 - Ehlers Joachim/Müller Heribert/ Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 313 - Markale, Jean: Isabeau de Bavarie. Eugen Diederichs Verlag München 1994 Seite 119,120,212,259 - Saller Martin: Königin Isabeau. Die Wittelsbacherin auf dem Lilienthron. Nymphenburger Verlagshandlung GmbH, München 1979 Seite 156,168,204,211,241 -
 
 
 
 
 
 
 
 


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