Tochter des Herzogs
Robert I. von Neustrien aus seiner 1. Ehe mit der Aelia
Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 1887
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Emma, westfränkische Königin
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* 890/95, + Ende 934
Tochter Roberts I. (marchio Neustriens; westfränkischer König 922-923) und wohl Halbschwester Hugos des Großen
oo vor 921 BOSONIDE Rudolf (Raoul)
der seinem Vater Richard (+ 31. August 921) als Herzog
von Burgund folgte.
Nach dem Tod ihres Vaters, König
Roberts, in der Schlacht bei Soissons wurde ihr Gemahl durch
den Einfluß Hugos
des Großen im Juli 923 zum König erhoben. Ende
923 in Reims durch Erzbischof Seulf zur Königin gekrönt,
hat Emma, eine kraftvolle Persönlichkeit,
während der gesamten Regierung
Rudolfs,
der sie einmal 'nostri imperii consors' nennt, eine erhebliche politische
Rolle gespielt. Sie nahm an Feldzügen sowie Reichs- und Gerichtsversammlungen
teil (Autun, April 924) und intervenierte zugunsten wichtiger Abteien (Cluny,
St-Martin d'Autun). Nach dem Bruch Rudolfs
mit seinem früheren Verbündeten Heribert II. (927) leitete Emma
allein die Verteidigung der Königsresidenz Laon (wo sie die Kinder
Graf Rogers I. von Laon - um dessen Nachfolge der Konflikt ausgebrochen
war - in ihre Obhut nahm) und weigerte sich zunächst sogar, Laon zu
verlassen, als der König die Stadt aus politischen Gründen 928
herausgeben mußte. In Burgund entriß Emma
dem Grafen Giselbert ("von Vergy", späterer Herzog von Burgund) die
Festung
Avallon, weshalb dieser vom König abfiel. Im gleichen Jahr entzog
sie der Abtei S. Germain d'Auxerre den Besitz Quinciacum (wohl Cuncy-les-Varzy).
933 führte sie die vom König begonnene Belagerung von Chateau-Thierry,
eines der Machtzentren Heriberts II., allein erfolgreich weiter und nahm
Übergabe und Huldigung des Kastellans, Walo, entgegen. Ihre Ehe blieb
kinderlos, ein Sohn "Ludwig" ist spätere
Erfindung.
Quellen:
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Flodoard, Annales, ed. Ph. Lauer, 1905 - Flodoard, Hist.
Remensis ecclesiae, MGH SS XIII - Receuil des actes de Robert ler et Raoul,
ed. J. Dufour, 1978 -
Literatur:
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Ph. Lauer, Robert ler et Raoul, 1910 - KdG I, 1965, 458
- K. F. Werner, Hist. de France, I: Les origines, 1984, 453ff. -
Emma von Frankreich - eine starke Persönlichkeit
* um 894, + 934
Gemahlin Raouls von Burgund (König: 923-936) Heirat: 921
Als ihr Vater Robert,
der König nur eines Jahres (922-923) stirbt, muß Emma
einen Augenblick lang bangen. Werden die Barone ihren Bruder Hugues
oder ihren Mann Raoul erwählen,
den sie 27-jährig 921 geheiratet hat? Hugues
zu nehmen, würde bedeuten, die Erblichkeit der Königswürde
zu akzeptieren. So wird Gautier also Raoul
am 13. Juli 923 in Anwesenheit
Emmas
zum König krönen. Emma hat
bei dem Intrigenspiel ihre Rolle glänzend erfüllt. Wie ihre Mutter
Beatrice
ist sie eine starke Persönlichkeit. Elf Jahre lang wird sie ihrem
Mann bei seinen Feldzügen, aber auch bei der Verwaltung des Reiches
zur Seite stehen. 927 etwa wacht sie persönlich über die Verteidigung
der Stadt Laon. Sie begleitet die königliche Armee bei der Belagerung
von Chateau-Thierry. Als Karl der Einfältige
929 in Peronne verstirbt, kann sie sich als unbestrittene Königin
fühlen. Sie verschwendet keinen Gedanken an
Otgive und ihren Sohn Ludwig,
die in England Schutz bei Athelstan,
dem König von Northumbrien und Onkel des jungen Ludwigs,
gesucht haben. Emma stirbt 934,
ohne Nachkommen zu hinterlassen.
935 treffen sich die Könige von "Frankreich", "Deutschland"
und der Provence in Ivois an der Chiers und schließen ein Freundschaftsbündnis.
Raoul
betrachtet dieses als seine große Hinterlassenschaft. Er stirbt kurz
darauf, zwei Jahre nach seiner Frau. Die Versammlung der Großen weiß
nicht, wen sie wählen soll und beugt sich schließlich jenen,
die der Legitimität der KAROLINGER
treu geblieben sind. Sie proklamieren Ludwig
zum König. Erzbischof Wilhelm wird an Athelstans
Hof entsendet, um den 15-jährigen Prinzen zurück in sein Reich
zu holen.
Während König Rudolf
vorerst
im Herzogtum Burgund und in der Aquitania seine Positionen festigte, warb
Graf Heribert II. in der Francia für den wiedereingesetzten
KAROLINGER
und griff erneut Laon an, wurde aber von den Söhnen des verstorbenen
Grafen Rotger I. im Verein mit der energischen Königin
Emma (+ 934) zurückgeschlagen.
Der BOSONIDE Rudolf
war als ältester Sohn und Nachfolger Herzog Richards nach dem
Jahre 914 mit Emma (+ 934), der energischen
Tochter Markgraf Roberts von Neustrien
vermählt. Nachdem nun Richard der Gerechte am 31.August/1. September
921 verstorben war, wechselte sein Sohn Herzog
Rudolf (921-923/36) auch konsequenterweise ganz offen ins
robertinische
Lager, in dem er unter dem Einfluß Herzogin
Emmas bis zu seinem Tode blieb.
Dennoch blieb Rudolfs
Verhältnis zu Heribert II. von Vermandois fast immer gespannt, was
in erster Linie an Herzogin Emma gelegen
haben dürfte, die dem ehrgeizigen und verschlagenen HERIBERTINER
zutiefst mißtraute und sich bald zu seiner Todfeindin entwickelte.
Anschließend hielt König
Rudolf am 8. April 924 einen großen Hoftag in Chalon-sur-Saone
ab, zu dem neben Königin Emma,
Erzbischof Seulf von Reims, Bischof Ansegis von Troyes und Bischof Abbo
von Soissons als Erzkanzler auch Graf Heribert II. und Markgraf
Hugo erschienen. Ebenfalls anwesend waren burgundische Aristokraten
wie Graf Boso von Perthois (+ 935) und Graf Hugo der Schwarze (+
952), die Brüder des Königs, die Grafen Walo von Dijon (+ 924)
und Giselbert von Autun (+ 956); Söhne Graf Manasses I. des Älteren
von Chalon (+ 918).
Doch den Söhnen des verstorbenen Grafen Rotger I.
war es gelungen, Laon zusammen mit der entschlossenen Königin
Emma zu verteidigen, ja schließlich waren sie bis zur
Reimser Besitzung Coucy vorgedrungen.
Der westfränkische König bot dagegen Graf Heribert
II. den Besitz von Laon für ein Opfern des KAROLINGERS
an. Die Entscheidung darüber wurde anscheinend auf den Hoftag verschoben,
denn König Rudolf zog sich erneut
ins Herzogtum Burgund zurück, während die energische Königin
Emma
weiter in Laon verblieb. Die Umstände und Motive dieser
Haltung der Königin liegen hier ziemlich im Dunkeln, weswegen manche,
so zum Beispiel Kalckstein, spekulieren, ob es wegen des Besitzes von Laon
nicht zu einem heftigen Zerwürfnis zwischen König
Rudolf und seiner Gattin Emma,
die sich stets als unversöhnliche Todfeindin Graf Heriberts II. erwiesen
hatte, gekommen sei? Oder wollte der BOSONIDE
nur
das Faustpfand Laon vor einer hinterhältigen Attacke Graf Heriberts
II. schützen? Nach zähen Verhandlungen bezüglich des Streitfalles
Laon mußte Königin Emma die
Festung verlassen und sich in die Burgundia zurückziehen.
Wenig später mußte der BOSONIDE
jedoch
dringend ins Herzogtum Burgund zurück, wo in der Zwischenzeit ein
gefährlicher Aufstand gegen Königin
Emma ausgebrochen war, die oftmals mit unnachsichtiger Härte
gegen den burgundischen Adel durchgegriffen hatte. Dabei hatte sie unter
anderem dem wichtigsten burgundischen Aristokraten Graf Giselbert von Dijon
und Chalon (+ 956) die Burg Avallon genommen, worauf sich dieser,
verbündet mit Graf Richard von Troyes und Sens (+ 932/36) erhob.
So nahm er folgerichtig nach diesen großen Erfolgen
den militärischen Kampf gegen den HERIBERTINER
wieder energisch auf. Mit einem starken Heer und in der Begleitung der
Königin
Emma sowie der Erzbischöfe Artold von Reims (+ 961) und
Theotilo von Tours (+ 947) marschierte König
Rudolf gegen Chateau-Thierry, das belagert wurde. Die Belagerung
von Chateau-Thierry dauerte sechs Wochen lang, dann erst fiel die Festung
durch den Verrat des Kommandanten Walo, der Königin
Emma gegenüber den Treueid ablegte.
Außerdem starb Ende 934 mit Königin
Emma die erklärte Todfeindin des HERIBERTINERS,
was diesen sicher erleichtert aufatmen ließ. Denn die westfränkische
Königin hatte mit ihrer Energie und Tatkraft bedeutenden politischen
Einfluß ausgeübt und war anerkanntermaßen hinter vielen
Aktionen König Rudolfs gestanden,
ja hatte sogar persönlich an Kämpfen gegen Graf Heribert II.
teilgenommen
Zwischen Markgraf Hugo
und seinen beiden Schwägern etablierte sich binnen kurzem eine lockere
Allianz, die allerdings nur durch die politischen Umstände erzwungen
wurde, ansonsten durch die unterschiedlichen Interessen der drei Verbündeten
und gewisse persönliche Antipathien - Herzogin
Emma (+ 934) verabscheute ihren Schwager Graf Heribert II.,
Markgraf
Hugo wiederum haßte seine ehrgeizige Schwester Herzogin
Emma, die ihn rasch in den Hintergrund drängte.
910/14
oo Rudolf I. von Burgund, König von Frankreich
x vor 890-14./15.1.936
Literatur:
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Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller
Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis
Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 36,44 -
Riche
Pierre: Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch
Verlag GmbH & Co. KG, München 1991 Seite 295,322,325 - Schwager,
Helmut: Graf Heribert II. von Soissons. Verlag Michael Lassleben Kallmünz/Opf.
1994 Seite 91,98/99,106,121,124,138,144,152,154/55,160,239,244,300,366,382/83,390,395,402
- Treffer Gerd: Die französischen Königinnen. Von Bertrada
bis Marie Antoinette (8.-18. Jahrhundert) Verlag Friedrich Pustet Regensburg
1996 Seite 64 -