Odo                                                           Herzog von Aquitanien (1038-1039)
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um 1012-10.3.1039 gefallen                        Herzog der Gascogne (1032-1038)
                bei Manze
 

Einziger Sohn des Herzogs Wilhelm V. der Große von Aquitanien aus seiner 2. Ehe mit der Sancha Prisca von Gascogne, Tochter von Herzog Wilhelm
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 73
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Eudo, Herzog von Gascogne, später auch von Aquitanien
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     + 10. März 1040 gefallen
      vor der Burg Mauze (Aunis)

2. Sohn von Wilhelm V. dem Großen und seiner 2. Gemahlin, Prisca (Brisce) von Gascogne

Er folgte seinem Onkel von väterlicher Seite, Sancho-Wilhelm (Sanche-Guillaume; 4. Oktober 1032), als Herzog von Gascogne nach. Mit diesem Titel wurde er 1033 in Bordeaux anerkannt. Nach dem Tod seines Halbbruders Wilhelm VI. (+ 15. Dezember 1038) erbte Eudo auch das Herzogtum Aquitanien. Weder von ihm erlassene noch unterzeichnete Urkunden sind erhalten. Nach der Übernahme Aquitaniens sah sich Eudo sogleich konfrontiert mit einem Aufstand poitevinischer Barone, entfacht durch die Intrigen der dritten Gemahlin seines Vaters, Agnes von Burgund, die sich erfolgreich bemühte, die Erbfolge in der Grafschaft Poitiers ihrem Sohn Wilhelm VII. zu sichern. Nach Eudos frühem Tod im Kampf mit den Rebellen vermochte sich auch der zweite Sohn der Agnes, Wido-Gottfried (Gui-Geoffroy = Wilhelm VIII.), obwohl ohne Rechtsanspruch, der Gascogne zu bemächtigen; als Erbe seines Bruders Wilhelm VII. in Aquitanien /Poitou (1058) sicherte Wilhelm VIII. sich und seinen Nachkommen die Herrschaft über den großen südwestfranzösischen Länderkomplex.

Literatur:
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A. Richard, Hist. des comtes de Poitiers I, 1903, 234-237 - Ch. Higounet, Bordeaux pendant le Haut MA (Hist. de Bordeaux II, 1963), 53-55 - W. Kienast, Der Herzogstitel in Frankreich und Deutschland, 1968, 212f.


Brandenburg Erich: Seite 5 Tafel 2
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

X. 17 b. Eudes, Graf von Poitou 1038, Herzog der Gascogne 1032
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           * ca. 1012, + 1039 10.III.


Kienast Walter: Seite 212
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"Der Herzogstitel in Deutschland und Frankreich (9. bis 12. Jahrhundert)"

Odo, der nächste Sohn Wilhelms V., entstammte dessen zweiter Germahlin Prisca von der Gascogne. Er war 1032 seinem Mutterbruder Sancho Wilhelm in der Regierung der Gascogne gefolgt [Anfangs hat ein anderer Tochtersohn SanchoWilhelms nach dessen Tode den Hauptteil der Gascogne in Besitz genommen, nämlich Berengar, Sohn des Grafen von Angouleme - die genealogische Einordnung ist unsicher - und Odo auf das Bordelais beschränkt. Berengar soll erbenlos gegen 1036 gestorben sein. Richard, Hist I, 23 n. 1.]. Als er nach dem Tode seines Bruders (15. Dezember 1038) herbeieeilte, um die Regierung in Poitiers anzutreten, brach sofort der Aufstand los, den seine Stiefmutter Agnes angezettelt hatte. In diesen Kämpfen ist er bereits nach wenigen Monaten gefallen (10.März 1039). Aus der kurzen Zeitspanne kenne ich von ihm keine einzige Urkunde oder Unterschrift.

Seit 1032 im Besitz der Gascogne
Odo fiel, als seine Stiefmutter Agnes bei seinem Regierungsantritt einen Aufstand entfachte, im Erbkrieg um Gascogne bei Manze, das er belagert hatte.
 
 
 
 

Literatur:
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Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 104 - Kienast Walter: Der Herzogstitel in Deutschland und Frankreich (9. bis 12. Jahrhundert). R. Oldenbourg Verlag München - Wien 1968 Seite 212f. -
 
 
 
 
 
 


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